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Nordbahnhalle:
War es Brandstiftung?

Wien - Nordbahnhalle:
War es Brandstiftung? © Bild: APA/Herbert Pfarrhofer

Am Wochenende sind die noch bestehenden Reste der Nordbahnhalle in Flammen aufgegangen. Die IG Nordbahnhalle, die sich für den Erhalt des Gebäudes als Kulturzentrums eingesetzt hat, hält Brandstiftung für wahrscheinlich: "Uns fehlt jegliche Vorstellungskraft, wie die Halle ohne Fremdeinwirkung abbrennen konnte", hieß es am Montag.

"Der Strom war gekappt, es wurden keine Chemikalien oder Ähnliches gelagert, es hat in den letzten Tagen geregnet", konstatierte die Initiative und fordert nun eine penible, transparente und lückenlose Untersuchung des Brandes. Man bleibe jedenfalls dabei, dass Wien dringend gemeinwohlorientierte Räume für Nachbarschaft, Kultur und Soziales brauche: "Jetzt liegt es an der Stadtplanungspolitik, für einen Ersatz der 1.350 Quadratmeter großen Halle zu sorgen."

Engagement für Erhalt der Nordbahnhalle

Man engagiere sich seit über einem Jahr für den Erhalt der Nordbahnhalle, wurde betont. Insgesamt rund 4.500 Unterschriften habe man für den Erhalt gesammelt. Die Nordbahnhalle bringe alle Voraussetzungen für ein "Stadtlabor" mit.

© APA/Stadt Wien/Berufsfeuerwehr Wien

Seit Anfang Oktober habe die IG Nordbahnhalle darauf gedrängt, dass die Halle nach dem Teilabriss gesichert und verbarrikadiert werde, um Vandalismus zu verhindern. Zuletzt haben die ÖBB endlich die notwendige Sicherung vorgenommen. Es sei also nur schwer möglich gewesen, in die Halle zu gelangen: "Ende der Woche waren wir vor Ort, um die Sicherung der Halle zu überprüfen. Wir sind schockiert und bestürzt über diese Brandkatastrophe, die nun Fakten schafft und eine für die Stadtplanung unliebsame Debatte mit hoher Wahrscheinlichkeit beendet."

Halle fungierte einst als Lager

Das betreffende Objekt war einst ein Lager. Eigentümer des Areals sind die ÖBB. Vor rund zwei Jahren wurde der Hallenkomplex zum temporären Kulturzentrum umfunktioniert. Das Nordbahnhofgelände gehört zu einem der größten Stadtentwicklungsgebiete Wiens. Auf der Fläche entstehen Wohnungen und Parkanlagen.

© APA/Stadt Wien/Berufsfeuerwehr Wien

Dort wo die Nordbahnhalle stand - bzw. deren Reste stehen - soll etwa ein Wohnhochhaus errichtet werden. Auch die Verlängerung der Straßenbahnlinie O soll über die betreffende Fläche geführt werden.

Ursache nach wie vor nicht geklärt

Zu Ursache und Hergang des Feuers in der Nordbahnhalle in Wien-Leopoldstadt hat es am Montag keine neuen Erkenntnisse gegeben. Die Brandermittlungen werden vom Landeskriminalamt (LKA) Wien geführt, wie die Polizei in einer Aussendung mitteilte. Dies sei ein üblicher Vorgang bei Bränden, hieß es.

"Aufgrund der stark beeinträchtigten strukturellen Integrität des Gebäudes und der einhergehenden statischen Gefahrenmomente kann das Gebäude derzeit von den Ermittlern nicht betreten werden", sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Sobald die Sicherheit in der Halle wiederhergestellt sei, würden die Untersuchungen im Inneren des Gebäudes starten. Die Ursachenerforschung werde demnach "noch einige Zeit in Anspruch nehmen". Laut Feuerwehrsprecher Gerhard Schimpf gibt es vorerst keine Hinweise auf Brandstiftung.