Nach der Hochzeit von

Barbara Meier: "Ein
Gefühl wie angekommen"

Nach der Hochzeit - Barbara Meier: "Ein
Gefühl wie angekommen" © Bild: Getty Images/Buda Mendes

Die frisch Vermählten Barbara Meier und Klemens Hallmann sind Österreichs neues Glamourpaar. Dabei fühlt er sich am roten Teppich gar nicht heimisch, erzählt sie über ihren Liebsten. Das Gespräch zur Hochzeit des Jahres.

Wenn Barbara Meier vom nun frisch angetrauten Mann erzählt, dann voller Liebe. "Er ist der Richtige, auf den ich so lange gewartet habe", beschrieb sie Klemens Hallmann im News-Gespräch kurz vor der glamourösen Hochzeit des Paares am vergangenen Wochenende in Venedig. "Das wusste ich sehr schnell: Ich habe mich gefühlt, als wäre ich angekommen." Seine Ehrlichkeit, seine Zuverlässigkeit, sein Verständnis für ihren Beruf nennt sie als Attribute, die ihn zum Traummann machen. "Ich kenne niemanden, auf dessen Wort man sich mehr verlassen kann", sagt sie über den Neogatten, dessen Erfolgsweg aus sehr einfachen Verhältnissen nach oben sie "superstolz" macht. "Außerdem setzt er sich ein, wenn jemand ungerecht behandelt wird oder Hilfe braucht. Das ist genau, was meine Eltern mir beigebracht haben." Ach, ja, und er versteht ihren Humor, lacht auch über ihre Witze, wenn die nicht so gut waren. Die Liste der Liebesbeweise ist lang.

»Er ist der Richtige, auf den ich so lange gewartet habe«

Die Bayerin lernte den österreichischen Selfmade-Millionär vor drei Jahren kennen und lieben und holte den öffentlichkeitsscheuen Unternehmer damit auf die roten Teppiche der Welt. - Ein Novum für den 43-jährigen Wiener. "Ich stehe lieber im Grundbuch als im Rampenlicht", bekannte der Immobilienunternehmer und Investor vor vier Jahren gegenüber dem "Wirtschaftsblatt". Daran hat sich, so Meier, wenig geändert: Nie würde er freiwillig für Fotografen posieren, sagt sie. Dennoch schmückte das Paar alle hochkarätigen Events der vergangenen Monate: Golden Globes, Opernball, Filmfestspiele in Cannes. Sich zu zeigen gehört nun mal zum Job des rothaarigen Models mit Filmkarriere. "Wir haben nach ein paar Monaten unserer Beziehung beschlossen, dass wir uns nicht mehr verstecken wollen. Wir wollten zu unserer Liebe stehen. Das hat für ihn leider bedeutet, dass er bei gemeinsamen Veranstaltungen auf dem ein oder anderen Foto dabei ist", erklärt Meier dazu.

Die Glücksformel des Mathefreaks

Ihr Sieg bei der Castingshow "Germany's Next Topmodel" ist ganze zwölf Jahre her. Seitdem machte die ehemalige Mathematikstudentin als Model ihren Weg: Sie ist u. a. das deutsche Gesicht der Schuhmarke Skechers, Markenbotschafterin von Ipanema-Badeschuhen und von Dyson. Außerdem wirkte sie in über 25 Filmen mit, zuletzt in "The Aspern Papers" mit Jonathan Rhys Meyers und Vanessa Redgrave. Als Moderatorin ist sie für hochkarätige Firmenevents gut gebucht. Zuletzt führte sie souverän durch das Programm des "Climate Kirtages", der im Rahmen von Arnold Schwarzeneggers Klimagipfel "R20 Austrian World Summit" am Wiener Heldenplatz stattfand.

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"Barbara ist extrem intelligent. Sie kann eigentlich alles. Sie wollte Mathematikerin werden, wurde Topmodel und tritt gegen Missstände in der Welt auf. Sie taucht für den WWF nach Geisternetzen in der Ostsee, reist mit dem deutschen Minister für Entwicklungshilfe nach Pakistan und Indien und engagiert sich im Bereich Fair Fashion", umreißt ihr Manager Binh Nguyen das Schaffensspektrum der Rothaarigen, die in Heidi Klums Show als "die Brave" oft mit dem fragwürdigen Attribut, langweilig zu sein, bedacht wurde.

»Ich will wissen, dass ich mein Bestes gegeben habe«

Mit jener Disziplin und jenem Arbeitsethos, die in der Sendung als fad galten, baute Meier zielstrebig ihre Karriere auf: Sie ging in die wenig glamourösen Modemetropolen Istanbul und Athen, weil es dort fast täglich Jobs gab und sie so Routine erwerben konnte. In Paris und Mailand stellte sie sich dem Castingmarathon mit zehn Terminen täglich. "Ich möchte Dinge immer so gut, wie es mir möglich ist, machen. Das muss nicht perfekt sein, aber ich will wissen, dass ich mein Bestes gegeben habe", umreißt Meier ihre Sicht auf den Beruf. Schon in der Schule war sie ein "kleiner Streber", sagt sie, weil sie tatsächlich Spaß am Lernen hatte. Als rothaarige "Exotin" bekam sie freilich nicht so viele Modeljobs wie Blondinen, doch sie blieb dran. "Irgendwann konnte ich eine Chance darin sehen, weil ich dafür ausgefallenere Jobs bekam und mich kreativ besser ausleben konnte", erzählt sie.

Fragt man sie, ob sie in einer Parallelwelt, in der sie nicht im Einkaufszentrum entdeckt worden wäre, nicht Model und Millionärsgattin wäre, genauso glücklich wäre, sagt Meier überzeugt: "Ja!" Nach dem Mathematikstudium wäre sie Programmiererin geworden und ebenso happy, meint sie. "Das ist einer meiner großen Glaubenssätze: dass wir im Durchschnitt immer gleich glücklich sind, weil sich am Ende alles die Waage hält", so Meier. Linearer würde ihr Leben verlaufen, so ihre Beschreibung, ohne die vielen Auf und auch Abs, über die sie aber nicht reden mag. Jammern ist nicht das Ihre, weil es ohnehin nichts bringt. Sie weist bloß darauf hin, dass jede Medaille zwei Seiten hat und den vielen Höhen ihres Lebens auch Tiefen gegenüberstehen. Dass man für Erfolg auch Opfer bringen muss. Meier: "Die Hochs und Tiefs würden sich ausgleichen, sodass ich am Ende bei dem gleichen Glückslevel landen würde wie ohne meine Modelkarriere."

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Wenn das nach Alltagsmathematik klingt, ist das kein Zufall. Meier hat tatsächlich einen Faible für ihr Studienfach und ist überzeugt, dass es ihr heute noch hilft. "Mathematik ist die reinste Form des Denkens", zitiert sie ihren "wunderschönen" Lieblingsspruch und ist überzeugt, dass logisches Denken einem jeden Lebensbereich versüßen kann. Sogar philosophisch kann man das sehen: So ist es, laut Meier, schön, dass es in einer Welt mit schier endlosen Möglichkeiten eine Insel gibt, auf der nur richtig und falsch existieren. "Alles was in der Mathematik einmal bewiesen wurde, gilt für immer. Auch Formeln, die vor 2.000 Jahren aufgestellt wurden. Ist das nicht ein entspannender Gedanke?"

Klischees kratzen sie nicht

So ehrlich begeistert die 32-Jährige über ihren Gatten, die Glücksformel und Mathematik spricht, so ehrlich erzählt sie Geschichten fernab der heilen Instagram-Welt. In ihrer Funktion als WWF-Botschafterin sprach sie etwa den deutschen Entwicklungsminister Gerd Müller darauf an, was sein Ministerium gegen Plastikmüll unternehmen würde. Der schoss zurück und fragte, was Meier als Model eigentlich für Fair Fashion und bessere Arbeitsbedingungen in der Modeindustrie täte.

Meier reagierte geschockt: "In dem Moment war ich sprachlos, denn ich hatte zu der Zeit schon zehn Jahre als Model gearbeitet und keine Ahnung davon, wie und unter welchen Umständen unsere Kleidung gefertigt wird." Sie kann das zugeben und kämpft nun für mehr Aufmerksamkeit für fair produzierte Mode und die Missstände ihrer Branche. Sie selbst hat bald 20 Prozent fair produzierte Kleidung im Schrank. "Das ist ein Ziel, das für mich realistisch ist. Wenn ich das erreicht habe, kommt der nächste Schritt", sagt sie. Dass ihr Mann viele wohltätige Organisationen unterstützt und sich für Umweltschutz einsetzt, gefällt dem Model besonders. "Er nimmt seinen Erfolg auch als Verantwortung wahr, sich für andere zu engagieren. Das ist eine Eigenschaft, die ich sehr an ihm liebe und die mich stolz macht, seine Frau zu sein", sagt Meier.

© Thomas Macholz/WWF

Dass ihr Mann überaus vermögend ist, habe darüber hinaus nie eine Rolle gespielt, erklärt sie. Dass manche das anzweifeln, thematisiert sie dann gleich selbst. Aber, so Meier entwaffnend: "Ganz ehrlich: Wenn ich nur nach einem reichen Mann gesucht hätte, hätte ich schon früher die Chance gehabt, einen zu finden."

»Ich wurde von allen Österreichern so herzlich aufgenommen, dass ich mich hier sehr zu Hause fühle«

Hin und wieder drängt sich freilich das Klischee vom vermögenden Mäzen auf, der die Gattin fördert. - Wenn sie einen Event moderiert, den er sponsert, oder seine Filmproduktionsfirma in der Nähe eines ihrer Filme agiert. Wie anstrengend ist das für Meier? Sie bleibt gelassen und antwortet direkt: "Wegen Klischees werde ich meine Arbeit oder mich nicht ändern. Klemens könnte mich nie in Filme hineinzwingen. Er kann mich maximal jemandem vorstellen, überzeugen muss ich selbst. Außerdem habe ich über 25 Filme ohne Klemens' Beteiligung gedreht. Da mache ich mir keine Sorgen, dass ich nicht für meine Arbeit wahrgenommen werde."

Die erledigt die Wahlösterreicherin nun vom Lebensmittelpunkt Wien aus. "Ich wurde von allen Österreichern so herzlich aufgenommen, dass ich mich hier sehr zu Hause fühle!"

Der Beitrag erschien im News 23/2019.