Brauchtum von

Warum am Aschermittwoch
die Fastenzeit beginnt

Eine Zeit des Verzichts für christliche Gläubige

Fastenzeit © Bild: Istockphoto.com/sterlsev

Mit dem Aschermittwoch - er fällt heuer auf den 1. März - beginnt die kirchliche Fastenzeit. Warum? Die Buß- und Fastenzeit an diesem Tag hat eine lange Tradition.

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Antike Vorläufer

In der Einführung in das römische Messbuch heißt es: "Am Aschermittwoch, der überall als Fastentag zu halten ist, wird das Aschenkreuz erteilt." Das Zitat aus dem Messbuch weist auf einen weiteren Brauch dieses Tages hin, den Aschenritus. In der Antike war die Asche nicht nur Zeichen der Vergänglichkeit, sondern auch Waschmittel und Grundlage für die Seifenherstellung. So ist die Asche gleichzeitig Symbol der Trauer und der Reinigung.

Die Aschensegnung

Im Mittelalter wurden am Aschermittwoch die öffentlichen Büßer mit einem Bußgewand bekleidet und mit Asche bestreut. Danach wurden sie - in Erinnerung an die biblische Vertreibung aus dem Paradies - aus dem Gotteshaus gewiesen. Besonders in Gallien war dieser Brauch verbreitet. Auf der Synode von Benevent im Jahr 1091 schrieb Papst Urban II. den Aschenritus für alle Gläubigen vor. Männern wurde solche auf das Haupt gestreut, Frauen zeichnete man ein Aschenkreuz auf die Stirn. Seit dem 11. Jahrhundert findet sich ein eigenes Gebet für die Aschensegnung. Der Brauch, die Asche aus den verbrannten Palmzweigen des vergangenen Jahres zu gewinnen, entstand im zwölften Jahrhundert.

"Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst" oder "Bekehrt Euch und glaubt an das Evangelium" lauten die Sätze aus dem Messbuch, die der Priester beim Auflegen des Aschenkreuzes am Aschermittwoch spricht.

1.000 Jahre alt ist der Brauch, am Aschermittwoch das Altarbild mit einem Fastentuch zu verhüllen. Die Fastentücher sollen mit ihrer biblischen Bilderfolge auf Ostern einstimmen. Mehr als die Hälfte der österreichweit erhaltenen Fastentücher befindet sich in Kärntner Pfarren. Das älteste Fastentuch stammt aus dem Jahr 1458, befindet sich im Dom zu Gurk und ist auch das größte in Österreich.

Beginn der 40-tägigen Bußzeit

Mit dem 1. Fastensonntag beginnt die 40-tägige Bußzeit als Vorbereitung auf Ostern, das höchste Fest im Kirchenjahr. Im zweiten Jahrhundert noch auf ein zweitägiges Trauerfasten beschränkt, war es bereits im vierten Jahrhundert fester Brauch, sich 40 Tage auf das Hochfest von Ostern vorzubereiten. Dieses Zeitmaß leitet sich von der Bibel ab, vor allem von der 40-tägigen Zeit des Betens und Fastens, die Jesus Christus nach der Taufe im Jordan in der Wüste auf sich nahm. Weil früher an Sonntagen nicht gefastet wurde, werden diese auch heute nicht bei der Zählung der 40 Tage berücksichtigt.

Aufgepasst beim Heringsschmaus

Ein opulenter Heringsschmaus verträgt sich eigentlich nur schwer mit dem Fastentag. Da am Aschermittwoch auf den Genuss von Fleisch traditionell verzichtet werden soll, ist der Heringsschmaus aber eine beliebte Alternative. Um ihn mit reinem Gewissen genießen zu können, rät die Umweltschutzorganisation Greenpeace, auf das Etikett zu achten und nachhaltig zu konsumieren. Der Hering sei zwar noch empfehlenswert, doch gibt es auch Ausnahmen: Fische aus bestimmten Subfanggebieten des Nordost- und Nordwestatlantiks sollte man meiden.

Nicht nur die Art des Fisches, auch Herkunft und Fangmethode seien entscheidend. Schließlich sind bereits 90 Prozent der globalen Fischbestände entweder bis an die Grenze genutzt oder überfischt. Mit einem bewussten Konsum kann man hier entgegenwirken. "Zum Schutz unserer Meere empfiehlt Greenpeace, soweit wie möglich auf Fisch zu verzichten. Wer trotzdem mit gutem Gewissen Fisch essen will, der sollte auf den Greenpeace-Fischratgeber zurückgreifen", empfiehlt Sprecherin Hanna Simons. Dieser bietet eine Übersicht, welche Fischarten und Fischbestände noch empfehlenswert sind. Ebenso sind die konkreten Ausnahmen des Herings im Fischratgeber zu finden.

Die Arbeiterkammer wiederum hat 20 Frisch-Fischarten und Meeresfrüchten sowie fünf Tiefkühl-Fischarten in Wien und Köln unter die Lupe genommen. Die Donaumetropole ist um durchschnittlich 35,7 Prozent teurer als die Stadt am Rhein. Die größte Preisdifferenz orteten die AK-Tester bei Makrelen. Sie kosten in Köln durchschnittlich 9,55 Euro pro Kilogramm, in Wien 20,78. Aber auch Miesmuscheln sind in Wien im Schnitt um 115 Prozent teurer.

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