Mordfall von

Arzt-Sohn in Wien getötet

Zerstückelte Leiche in Ungarn deponiert

Polizei Straße Feature © Bild: APA/ROBERT PARIGGER

Ein 32-Jähriger, Sohn einer international verzweigten Arztfamilie, soll vor mehr als einem Monat in Wien von seiner Freundin im Zuge eines Streits getötet worden sein.

Laut der Gratiszeitung "Heute" wurde seine Leiche mit Säure übergossen, zerstückelt und von der 27-Jährigen in ihrer Heimat in Ungarn deponiert. Die Wiener Polizei konnte die Bluttat zunächst nicht bestätigen.

Schauplatz der Bluttat war die Wohnung des 32-Jährigen, bei dem es sich laut "Krone" um einen Tunesier handeln soll. Das Paar hatte dort seit Herbst in der Nähe des Gürtels gewohnt. Bei einem Frühstück am 24. Februar sei es zu dem verhängnisvollen Streit gekommen, bei dem die 27-Jährige mit einem Küchenmesser zugestochen habe.

Leichenteile in Koffern transportiert

Die Ungarin habe Kopf, Hände und Beine vom Rumpf des Opfers abgetrennt und in Koffern und per Mietwagen in ihre Heimat gebracht, wo sie sich ihrer Mutter anvertraute. Gemeinsam kamen sie auf die Idee, die Leiche mit Salzsäure aufzulösen und besorgten zehn Liter in einem Baumarkt.

Doch dieser Plan scheiterte und die beiden Frauen verpackten die teilweise zersetzte Leiche in mehrere Müllsäcke, die sie in einem Bewässerungskanal in Jaszalsoszentgyörgy, rund 350 Kilometer von Wien entfernt, deponierten. Einen Monat konnte die 27-Jährige ihre Freiheit genießen, bis Burschen bei einem Radausflug sahen, dass eine Hand aus den Säcken ragte.

Bei der Leiche befanden sich auch Handtücher eines Wiener Hotels und der 32-Jährige konnte dank eines auffälligen Skorpion-Tattoos und Europol rasch identifiziert werden. Zudem meldete sich der Verkäufer der Salzsäure bei den Ermittlern. Mit den Vorwürfen konfrontiert, habe die 27-Jährige ein Geständnis abgelegt, so "heute". Mittlerweile gab es bereits eine Tatrekonstruktion, die auf Video festgehalten wurde.

StA Wien leitete Verfahren ein

Ein Inlandsverfahren wurde eingeleitet, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Nina Bussek, am Dienstag auf APA-Anfrage. Allerdings lagen der Behörde zunächst keine Informationen vor.

Wo sich die 27-Jährige letztlich vor Gericht verantworten wird müssen, kann man noch nicht sagen, dafür sei nicht ausschließlich der Tatort ausschlaggebend. "Ungarn kann das Verfahren weiter führen", meinte Bussek. Die Verdächtige sei ungarische Staatsbürgerin, zudem seien auch strafbare Handlungen in Zusammenhang mit der Tat in Ungarn gesetzt worden.

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