Verhütung von

Schafskondom und Co.

Skurriles aus dem Wiener Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch

Schafsdarmkondom, Schwangerschaftstest mit Fröschen oder Behelfe zur Abtreibung: Die Palette der Ausstellungsstücke im Wiener Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch reicht von unterschiedlichsten Instrumenten zur Abtreibung bis hin zu einer großen Bandbreite an - teilweise durchaus kreativen - Verhütungsmethoden, die einst angewendet wurden. NEWS.AT stattete dem Museum einen Besuch ab.

So soll im 18. Jahrhundert angeblich Casanova ausgepresste Zitronenhälften als Verhütungsmittel erfunden haben. Die umgedrehte Schale wurde wie eine Kappe über den Muttermund gestülpt. Auch Coca Cola diente einst als Verhütungsmittel. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Getränk zur Scheidenspülung verwendet. Bei Männern fanden bis ins 19. Jahrhundert Schafsdarmkondome Anwendung: "Diese wurden verwendet, gewaschen, zum Trocknen aufgehängt und wiederverwendet", berichtet Claudia Grammer. Neben historischen Möglichkeiten wird auch über aktuell gängige Methoden informiert.

Schwangerschaftstest mittels Frosch
Kreative Wege gab es auch, um eine Schwangerschaft festzustellen: Im alten Ägypten mussten Frauen einen Brei aus Bier und Datteln essen. Übergaben sie sich danach, galt dies als Schwangerschaftsnachweis. Gezeigt wird auch ein Film über den bis Mitte der 1960er Jahre eingesetzten "Froschtest". Einem lebenden Krallenfrosch wurde Harn der vermutlich Schwangeren unter die Haut gespritzt. Etwa drei Stunden später wurde Flüssigkeit aus dem Genitaltrakt entnommen und analysiert: Waren Spermien nachweisbar, so war die Frau guter Hoffnung.

Schauerlich: Schwangerschaftsabbruch
Ein eigener Raum widmet sich dem Schwangerschaftsabbruch. Dessen Geschichte wird bis in die heutige Zeit aufgearbeitet. Thematisiert wird dabei auch das Leid der Frauen, die, nachdem sie sich bei einer Engelmacherin auf den Küchentisch gelegt hatten, oft qualvoll verstarben. In den Vitrinen gibt es u.a. Instrumente zu sehen, die bei einer Abtreibung einst und heute zum Einsatz kamen bzw. kommen - von der Stricknadel bis zu Medikamenten wie Mifegyne.

Die Erfindung der Pille
Die Exponate wurden vom Museumsgründer und Gynäkologen Christian Fiala zusammengetragen. Einige Stücke sind Spenden. Zudem beherbergt das Museum auch das laut eigenen Angaben weltweit umfangreichste Knaus-Dokumentationsarchiv. Hermann Knaus ist jener österreichische Arzt, der erstmals den weiblichen Zyklus und Eisprung richtig beschrieben hat, zeitgleich mit dem Japaner Ogino. Ebenso gibt es umfangreiche Materialien zu den österreichischen Ärzten Otto Ottfried Fellner und Ludwig Haberlandt, die mit ihren Grundlagenforschungen die Erfindung der Pille ermöglichten.

Das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch feiert heuer sein fünfjähriges Bestehen. Weitere Infos unter Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch