Gute Nacht! von

Warum wir in fremden
Betten schlechter schlafen

US-Forscher haben das Geheimnis um die schlaflose erste Nacht gelüftet

Gute Nacht! - Warum wir in fremden
Betten schlechter schlafen © Bild: Istockphoto.com/Martin Dimitrov

Warum schlafen wir in fremden Betten meist schlechter als im eigenen. Ist die Matratze schuld? Oder die ungewohnte Situation? US-Wissenschafter haben die Antwort gefunden. Kurz und gut: Es liegt daran, dass eine Hirnhälfte aktiv bleibt.

Manche schlafen überall gleich gut. Andere wiederum wälzen sich in fremden Betten die ganze Nacht von einer auf die andere Seite. Wie US-amerikanische Forscher nun herausgefunden haben, liegt das daran, dass unser Gehirn, wenn wir uns in einer fremden Umgebung befinden, in der Nacht nicht wie gewohnt in den Schlafmodus schaltet, sondern weiterarbeitet. Das heißt: Nicht das ganze Gehirn, sondern nur eine Hälfte, genauer gesagt die linke, bleibt aktiv.

Linke Hirnhälfte bleibt aktiv

Für diese Erkenntnis wurden 35 Personen in ein Schlaflabor gebeten. Während sie schliefen, wurden ihre Hirnaktivitäten gemessen. Außerdem wurden die beiden Hirnhälften einzeln stimuliert. Es zeigte sich, dass die Versuchspersonen eher erwachten, wenn die linke Hirnhälfte stimuliert wurde, während sie auf eine Reizung der rechten Hemisphäre weniger reagierten.

Schlecht schlafen
© Istockphoto.com/demaerre

"Wir wissen, dass Meerestiere und manche Vögel einen solchen Ein-Hemisphären-Schlaf haben, bei dem eine Hirnhälfte wach bleibt und die andere schläft", erklärt die Studienleiterin Yuka Sasaki von der Brown University im Fachjournal "Current Biology". "Wir scheinen im Kleinen das Gleiche im Kopf zu haben wie Wale und Delfine", schließt die Psychologin laut "sueddeutsche.de".

Evolutionär bedingt

Doch warum wacht die linke Hirnhälfte, während die rechte ruht? Dieses Phänomen dürfte evolutionär bedingt sein. Während wir uns in einer ungewohnten Umgebung befinden, ist unser Gehirn quasi in Alarmbereitschaft. In grauen Urzeiten war das wohl überlebensnotwendig, um potenzielle Angreifer rechtzeitig abwehren zu können.

Bei dem Versuch wurde allerdings nur die erste Schlafphase gemessen. So ist nicht auszuschließen, dass im Laufe der Nacht die rechte Hirnhälfte übernimmt. Das Gute an der Sache: Haben wir uns erst mal an die neue Umgebung gewöhnt, wird auch wieder unser Schlaf tiefer und erholsamer. Und für die Zwischenzeit empfiehlt Sasaki, den eigenen Polster mit auf Reisen zu nehmen.

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