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Keine Mundhygiene?
Diese Gefahr droht

Zahngesundheit - Keine Mundhygiene?
Diese Gefahr droht © Bild: iStockphoto.com

Regelmäßige Mundhygiene beim Zahnarzt sorgt nicht nur für saubere, sondern auch für gesunde Zähne. Warum professionelle Zahnreinigung wichtig ist, wie viel sie kostet und worauf man nach der Reinigung achten muss.

Warum weniger Bohren manchmal besser für die Zähne ist

Hand aufs Herz: Wie oft gehen Sie zur Zahnkontrolle? Mindestens einmal im Jahr? Genau so sollte es sein. Regelmäßige Kontrolle ist wichtig, um mögliche Zahnerkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Wer prophylaktisch agiert, kann nicht nur Nerven, sondern auch sehr viel Geld sparen. Im Zuge des Kontrolltermins lohnt es sich auch, einen Termin für eine professionelle Zahnreinigung zu vereinbaren.

Regelmäßig reinigen

Bei einer Mundhygiene werden Verfärbungen, Zahnstein und festsitzende Belege entfernt. "Wenn Zähne nie professionell gereinigt werden, können Zahnfleischentzündungen entstehen. Im schlimmsten Fall führt das in weiterer Folge zu Knochenabbau und der Zerstörung des Zahnhalteapparates, also zu Parodontitis", mahnt der ärztliche Leiter der Zahnklinik Josefstadt, Michael Müller. "Die Zähne können locker werden und verloren gehen." Müller rät Patienten ohne gröbere Zahnprobleme etwa ein-bis zweimal im Jahr zu einer professionellen Mundhygiene und Reinigung. "Wenn parodontale Erkrankungen, Zahnstein und Konkrement vorliegen, sollte öfter professionell gereinigt werden. Das ist jedoch individuell sehr verschieden und muss im Vorfeld mit einer Grunduntersuchung beim Zahnarzt geklärt werden." Die Kosten für eine Zahnreinigung belaufen sich auf etwa 70 bis 140 Euro. Nach der Mundhygiene sollte etwa zwei Stunden, im Idealfall aber 24 Stunden auf färbende, säurehaltige Nahrung und Getränke wie Energy- und Softdrinks, Tee, Orangensaft und auf Rauchen verzichtet werden.

»Wenn nie professionell gereinigt wird, können Zahnfleischentzündungen entstehen. Schlimmstenfalls führt das zu Knochenabbau«

Der regelmäßige Wechsel der Zahnbürste ist ebenfalls wichtig, denn ausgefranste Borsten können zu Verletzungen des Zahnfleisches führen. Viele Österreicher sind da nachlässig, meint der Mediziner und erklärt: "Im Idealfall wechselt man die Zahnbürste einmal pro Quartal. Bei Zahnbürsten mit sehr weichen Borsten empfiehlt es sich, diese öfter zu wechseln, da diese schneller die Form verlieren." Auch in der Putztechnik besteht bei vielen Österreichern Nachholbedarf -sie sollte vom Zahnarzt kontrolliert werden. Beim Putzen zählt Sorgfalt: "Im Idealfall putzt man Zahn für Zahn, also jeden Zahn einzeln: Zahnbürsten mit kleineren Köpfen sind genauer. Man vermeidet, zu große Putzbewegungen zu machen, bei denen man den einzelnen Zahn nicht gründlich genug säubern kann", erklärt Müller. Bei der Reinigung der Zahnzwischenräume sind viele Österreicher auch gerne schlampig. "Egal, wie gut die Zahnbürste ist: Die Zahnzwischenräume können nur mit Zahnseide oder speziellen Bürstchen gereinigt werden." Bei großen Zahnzwischenräumen sollten spezielle Bürstchen verwendet werden, ansonsten ist normale Zahnseide ausreichend. "Bei sehr engen Zahnzwischenräumen oder wenn der Patient viele Füllungen hat, empfiehlt sich bandartige oder gewachste Zahnseide. Unterstützend kann eine bakteriostatische Mundspülung verwendet werden", rät Müller.

Zähneputzen - Diese 5 Fehler sollten Sie vermeiden

Kommt es beim Putzen oder bei der Verwendung von Zahnseide zu Blutungen, sollte man diese abklären lassen. Sie könnten entweder auf kleine Verletzungen, lokale Entzündungen oder auf Gingivitis, also auf eine bakteriell verursachte Zahnfleischentzündung hindeuten.

Im Video: Tipps für die Pflege von (Kinder-)Zähnen.

© Video: News.at/B. Hammerschmied, M. Gamper

Schöner Schein

Weiße Zähne wirken ohne Zweifel attraktiv. Viele greifen deshalb zu aufhellenden Zahnpasten oder lassen ihre Zähne bleichen. "Früher enthielten aufhellende Zahnpasten Putzkörper mit sehr hohen Abrasionswerten", erklärt Müller, "der Scheueranteil war größer. Heute gibt es viele Produkte, deren chemische Inhaltsstoffe von Anfang an, also nach einer professionellen Reinigung, verhindern, dass sich Farbstoffe absetzen." Trotzdem sollten diese Zahnpasten nicht durchgehend verwendet werden. "Die alltäglich verwendete Zahnpasta sollte meiner Empfehlung nach einen Fluoridgehalt von etwa 1.200 bis 1.400 ppm (also parts per million) Fluorid enthalten: Fluorid remineralisiert den Zahn, es wirkt desinfizierend und bakteriostatisch und macht den Zahn weniger anfällig für Karies."

Bleichen sollte man ausschließlich beim Profi und nicht im Heimversuch. Zuerst sollte abgeklärt werden, wie empfindlich die Zähne sind und ob es undichte Stellen bei Füllungen gibt. Damit das Ergebnis schön einheitlich wird, empfiehlt der Experte vorher eine professionelle Reinigung. Eine Mundhygiene inklusive Bleaching kostet durchschnittlich 180 bis 500 Euro.