Morgengymnastik für unsere Bauarbeiter: Dehn- & Kräftigungsübungen für harte Jungs

"Baufit-Programm" soll Arbeitsunfälle verhindern AUVA will das Programm österreichweit etablieren

Morgengymnastik für unsere Bauarbeiter: Dehn- & Kräftigungsübungen für harte Jungs

Bauarbeiter im Halbkreis bei der Morgengymnastik auf Österreichs Baustellen sollen bald kein ungewohntes Bild mehr sein. Das "Baufit-Programm" der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) soll die Arbeiter Dehn- und Kräftigungsübungen lehren, um Arbeitsunfälle zu verhindern, erklärte die AUVA.

Bereits 70 österreichische Baufirmen hätten das im Jahr 2000 wissenschaftlich entwickelte Programm absolviert und dadurch die Unfälle und Krankenstände um ein Drittel reduziert, sagte Erich Bata von der Abteilung für Unfallverhütung und Berufskrankheitenbekämpfung. Ziel sei es, unter Anleitung eines Sportwissenschafters den Kreuzschmerzen der Arbeiter vorzuwirken, damit sie sich besser auf ihre Tätigkeit konzentrieren könnten. Nach zwölf Einheiten soll der Polier die Aufgabe des Vorturners übernehmen und das Programm weiterführen.

AUVA-Programm
Seit 2003 stehen drei verschiedene Pakete zwischen 6.480 Euro und 37.000 Euro mit integriertem Sicherheitscheck der Baustelle zur Auswahl. 60 Prozent der Kosten übernehme die AUVA. Die Kosten für die halbe Stunde Arbeitsausfall würden sich die Firmen und die Versicherung teilen. Je nach Paket werde auch ein Arbeitsmediziner und Arbeitspsychologe integriert. Nach der Gymnastikeinheit bleibe der Sportwissenschafter weitere vier Stunden auf der Baustelle, um den Arbeitern zu helfen das Erlernte im Alltag umzusetzen.

Pilotprojekt in Tirol
Ziel sei es, das Projekt zum Selbstläufer und auf seine Langzeitwirkung aufmerksam zu machen. Doch in der momentanen Wirtschaftslage und der schlechten Auftragslage für Baufirmen sei es eher "ein Kampf gegen Windmühlen". Nur größere Firmen würden das Programm buchen. In Tirol startete die Firma Lang kürzlich als erste Firma ein Pilotprojekt mit rund 20 Arbeitern auf einer Innsbrucker Baustelle. Die Firma Lang zählt nach eigenen Angaben mit rund 385 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 52,5 Millionen Euro zu den zehn größten Firmen im Bezirk Schwaz. (APA/red)