G-Punkt-Aufspritzung von

Irre Intim-OP

Experten warnen: Kann zu Schmerzen beim Sex bis hin zum Libidoverlust führen

Frau nur mit einem Höschen bekleidet auf dem Bett liegend. © Bild: Corbis

Was man nicht alles um der Lust Willen tut. Manch Frau lässt sich sogar - in der Hoffnung, wieder mehr Schwung in ihr Sexleben zu bringen - den G-Punkt aufspritzen. Experten warnen allerdings eindringlich vor einem solchen Eingriff. Die Risiken könnten höher sein als der erhoffte Erfolg.

Das Aufspritzen des G-Punktes soll nicht - wie bislang häufig angepriesen - das Sex-Leben in Schwung bringen, sondern kann genau das Gegenteil bewirken. Viele Ärzte und Forscher warnen nun vor dem Eingriff, da das Spritzen der Hyaluronsäure in diesen besonders sensiblen Bereich gefährlich ist. Mögliche Folgen sind der Libido-Verlust, Taubheit oder die Zerstörung des Gewebes. Ein positiver Effekt wurde zudem nie wissenschaftlich nie unterstützt, wie die "Dailymail" berichtet.

Injektion bedenklich

"Eine Lustlosigkeit, die in erster Linie psychisch bedingt ist, kann nicht technisch gelöst werden, indem ein künstliches Mittel in die Vagina-Innenwand gespritzt wird", erklärt der österreichische Sexualtherapeut Bernhard Moritz. Zusätzlich sei die Injektion insofern bedenklich, da die Lage des G-Punktes individuell ist und in der Wissenschaft die Meinungen auseinandergehen, inwieweit der G-Punkt überhaupt bei jeder Frau vorhanden ist.

Risiko: Vaginismus

"Um eine G-Punkt-Injektion vorzunehmen, müsste eine Frau ihre G-Punkt selber finden." Allerdings bestehe wie bei allen Schönheitseingriffen auch hier die Gefahr, etwas zu zerstören, das bislang funktioniert hat. Eine der möglichen Folgen sei Vaginismus, ein mit Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs verbundenes Leiden. Der äußerst sensible weibliche Bereich könne zudem durch den Eingriff gereizt und die Lustempfindsamkeit infolgedessen gänzlich abtötet werden.

Vermeintliche Norm

"Diese Art von Body-Modification entsteht häufig aus einem Druck heraus, sich der Norm anzupassen und der individuellen Körperlichkeit zu entfliehen", erklärt Moritz. Bevor sich eine Frau für diesen Eingriff entscheidet, sollte sie sich darüber Gedanken machen, warum sie dies will, die Risiken abwägen und sich die Frage stellen, was sie dadurch tatsächlich gewinnt.

Der Experte empfiehlt

Wesentlich lustvoller, sinnlicher und gleichzeitig risikoarmer als das "Tunen" des weiblichen Gewebes mit einem synthetischen Mittel ist der Zugang zu Sexualität und Lust durch das Erkunden des eigenen Körpers - zusammen mit dem Partner ebenso wie im Alleingang.

Kommentare