Gruppe H von

Fußball-WM 2014: Algerien feiert 4:2-Sieg gegen Südkorea

Algeriens "Wüstenfüchse" haben damit die Chance auf erstmaliges Achtelfinale

Algeriens Rafik Halliche jubelt über seinen Treffer gegen Südkorea. © Bild: APA/EPA/ARMANDO BABANI

Algeriens "Wüstenfüchse" haben am Sonntag ihren ersten Sieg bei einer Fußball-WM seit 32 Jahren gefeiert und damit gute Chancen auf einen historischen Einzug ins Achtelfinale. Die Nordafrikaner gewannen in Porto Alegre gegen Südkorea verdient mit 4:2 (3:0) und können höchstwahrscheinlich schon mit einem Remis zum Abschluss gegen Russland am Donnerstag den Aufstieg aus der Gruppe H schaffen.

Islam Slimani (26.), Rafik Halliche (28.) und Abdelmoumene Djabou (38.) sorgten gegen das in der ersten Halbzeit ganz schwache Südkorea für eine klare Führung. Yacine Brahimi legte nach der Pause nach (62.), womit Algerien als erste afrikanische Mannschaft in einem WM-Spiel vier Tore erzielt hat. Son Heung-Min zum 1:3 (50.) und Koo Ja-Cheol (72.) erzielten die Tore der Südkoreaner.

Algerien vs. Südkorea
© APA/EPA/ARMANDO BABANI Islam Slimani besorgt die 1:0-Führung für Algerien.

Es war der erste Sieg von Algerien bei einer WM seit dem 3:2 gegen Chile bei der Spanien-WM 1982. Damals scheiterten die Algerier wegen der "Schande von Gijon" (Nichtangriffspakt von Deutschland und Österreich) am Aufstieg, in Brasilien haben sie es nun selbst in der Hand. Algerien liegt mit drei Punkten auf Rang zwei hinter Fix-Aufsteiger Belgien. Aufgrund der besseren Tordifferenz würde dem Team von Vahid Halilodzic wohl schon ein Remis gegen Russland reichen, um bei der vierten WM-Teilnahme erstmals das Achtelfinale zu erreichen.

Algerien setzt Südkorea von Beginn an unter Druck

Halilodzic, der sich mit algerischen Medien in den vergangenen Tagen einige Scharmützel geliefert hatte, stellte seine Elf gegenüber dem Auftakt (1:2 gegen Belgien) an fünf Positionen um. Das brachte viel Schwung in das Spiel der Algerier, die von Beginn an die Südkoreaner unter Druck setzten. In der 4. Minute hatten sie noch Pech, dass der kolumbianische Schiedsrichter Wilmar Roldan ein klares Elferfoul von Y.G. Kim an Feghouli nicht gab.

Son Heung-min trifft gegen Algerien
© APA/EPA/ARMANDO BABANI Son Heung-min trifft für Südkorea.

Doch davon ließen sie sich nicht bremsen. Slimani setzte sich in der 26. Minute nach einem langen Ball gegen zwei Verteidiger durch und spitzelte den Ball zur Führung ein (26.). Nur zwei Minuten später nützte Halliche einen Torhüter-Fehler nach einem Eckball, um per Kopf auf 2:0 zu stellen (28.).

Südkoreaner zeigen sich überfordert

Südkorea, mit der selben Startelf wie beim 1:1 gegen Russland, war in allen Belangen überfordert und zeigte in der ersten Halbzeit die wohl schlechteste Leistung einer Mannschaft bei dieser WM. Offensiv wurde der WM-Vierte von 2002 kein einziges Mal gefährlich, defensiv leistete sich die Auswahl von Hong Myung-Bo krasse Stellungsfehler und verlor auch die meisten Zweikämpfe. Djabou nützte diese Schwächen zum 3:0 (38.).

Jubel bei Algerien
© APA/EPA/ARMANDO BABANI Jubel bei Algerien

In der Pausenansprache dürfte Teamchef Hong aber die richtigen Worte gefunden haben. Die Südkoreaner kamen wie verwandelt aus der Kabine und verkürzten durch Son auf 1:3 (50.). Das beflügelte die Asiaten weiter, die nun um ihre Chance kämpften. Torhüter Mbolhi verhinderte bei einem Ki-Schuss den Anschlusstreffer (60.), im Konter erhöhte Brahimi auf 4:1 (62.). Doch die Koreaner gaben sich noch nicht geschlagen, mehr als das 2:4 durch Koo (72.) gelang aber nicht mehr.

Stimmen zum Spiel

Hong Myung-Bo (Südkorea-Teamchef): "Das Resultat ist nicht ideal. Unsere Strategie war nicht richtig. Algerien war sehr gut organisiert und strukturiert und unsere Defensive hat leider nicht den besten Tag erwischt. Wir waren nicht konzentriert genug. Wir werden bis zum Schluss unser Bestes geben, das ist die einzige Option, die uns noch bleibt."

Madjid Bouguerra (Algerien-Abwehrspieler): "Natürlich sind wir zufrieden. Es ist lange her, dass Algerien ein WM-Match gewonnen hat. Wir haben sehr gut gespielt in der ersten Hälfte, in der zweiten haben wir in den ersten 20 Minuten etwas Probleme gehabt. Am Ende haben wir aber verdient gewonnen. Jetzt hängt alles vom Spiel gegen Russland ab. Die Mannschaft ist noch sehr jung, sie muss noch sehr viel lernen."

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