Gruppe H von

WM 2014: Team-Check Südkorea

Der vierte Platz bei der Heim-WM ist zwölf Jahre her. Nun treten die Erben an.

Südkorea bei der Hymne © Bild: imago/ANE Edition

Heute beginnt die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Um sich auf das Sportereignis des Jahres gebührend einzustimmen, stellt NEWS.AT jeden Tag einen WM-Teilnehmer im Porträt vor. Alle Erfolge, Stars und die Aussichten bei der Endrunde im Check. Heute: Südkorea.

Gruppe A: Brasilien - Kroatien - Mexiko - Kamerun

Gruppe B: Spanien - Niederlande - Chile - Australien

Gruppe C: Kolumbien - Griechenland - Elfenbeinküste - Japan

Gruppe D: Uruguay - Costa Rica - England - Italien

Gruppe E: Schweiz - Ecuador - Frankreich - Honduras

Gruppe F: Argentinien - Bosnien und Herzegowina - Iran - Nigeria

Gruppe G: Deutschland - Portugal - Ghana - USA

Gruppe H: Belgien - Algerien - Russland - Südkorea

SÜDKOREA

Steckbrief

Verband: Korea Football Association
WM-Teilnahmen: 8 - zuletzt 2010
Erfolge: Vierter 2004
Teamchef: Hong Myung-bo

Die Qualifikation

Nur aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber Usbekistan sicherte sich WM-Dauergast Südkorea sein Ticket für Brasilien. Dass das direkte Duell gegen die ehemalige Sowjet-Republik nur durch ein Eigentor gewonnen werden konnte, passte ebenso zur wankelmütigen Performance. Grund genug, die gezeigten Leistungen zu hinterfragen. Das tat der Verband dann auch und entschied sich, Teamchef Choi Kang-hee zu entlassen. Zwei 0:1-Niederlagen gegen den Iran und Remis gegen Usbekistan und den Libanon kosteten den 55-Jährigen somit den Job. Sein Nachfolger, Rekord-Teamspieler Hong Myung-bo, darf nun die Früchte der holprigen Qualifikation ernten und offenbarte schon in den ersten Testspielen eine deutliche Verbesserung der "Taegeuk Warriors".

Der Superstar

Son mit einem Pokal auf dem Kopf
© GEPA pictures/ AMA Sports

Pfeilschnell, trickreich, beidbeinig, gefährlich bei Distanzschüssen und eiskalt vor dem Tor. Mit diesen Attributen ist die Spielweise von Heung-min Son in wenigen Worten beschrieben. Den Eigenschaften hinzuzufügen ist noch blutjung. Denn Son ist erst 21 Jahre alt und dennoch die größte Hoffnung im südkoreanischen Team. Als 16-Jähriger kam der Flügelspieler in die Akademie des HSV und schaffte zwei Jahre später den Sprung in die erste Mannschaft. 2012/13 qualifizierte sich der Sohn eines ehemaligen Teamspielers mit 12 Toren in der Bundesliga für höhere Aufgaben. Soll heißen: Weg vom Krisenklub HSV und hin zu Bayer Leverkusen. Für die Werkself durfte Son in der Champions League auflaufen und konnte in acht Einsätzen immerhin zwei Assists verbuchen. Der Weg des Youngsters zeigt weiter steil nach oben und laut Teamchef Hong Myung-bo sei seine Form "beineidenswert". Kann Son seine Leistungen auch auf der WM-Bühne bringen, wird Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler in diesem Sommer wohl ein paar Telefongespräche mehr führen müssen.

Der Kader

PositionNameVerein
TorJung Sung-RyongSuwon Bluewings
-Kim Seung-GyuUlsan Hyundai
-Lee BumyoungBusan IPark
AbwehrKim Chang-SooKashiwa Reysol
-Yun Suk-YoungQueens Park Rangers
-Kwak Tae-HwiAl-Hilal Riad
-Kim Youn-GwonGuangzhou Evergrande
-Hwang Seok-HoSanfrecce Hiroshima
-Lee YongUlsan Hyundai
-Hong Jeong-HoFC Augsburg
-Park Joo-HoMainz 05
MittelfeldKim Bo-KyungCardiff City
-Ha Dae-SungBeijing Guoan
-Son Heung-MinBayer Leverkusen
-Han Kook-YoungKashiwa Reysol
-Park Jong-WooGuangzhou R&F FC
-Ki Sung-YuengSunderland
-Lee Chung-YongBolton Wanderers
-Ji Dong-WonFC Augsburg
AngriffPark Chu-YoungWatford FC
-Lee Keun-HoSangju Sangmu
-Koo Ja-CheolFSV Mainz 05
-Kim Shin-WookUlsan Hyundai

Fünf Mal Kim, vier Mal Lee, drei Mal Park. Für etwaige Verwechslungen entschuldigen wir uns gleich im Vorfeld.

Vergessene Legenden

Bum Kun Cha im Anzug
© imago sportfotodienst

"Bum-kun Cha! Freund aus dem Osten! Fremdling bist Du nicht länger", heißt es in einem Gedicht von Eckhard Henscheid. Es soll uns als Zeichen dafür dienen, welchen Stellenwert sich der Südkoreaner in seiner langjährigen Wahlheimat Deutschland erarbeitet hat. Dabei war sein erstes Engagement noch mit reichlich Problemen verbunden. Für den SV Darmstadt, der den Angreifer 1978 verpflichtete, spielte Cha nur ein einziges Match, da er in die Heimat zum Militärdienst gerufen wurde. Diesen absolviert, ließ der Erfolg jedoch nicht lange auf sich warten. Sowohl bei seiner nächsten Station Eintracht Frankfurt (1980) als auch mit Bayer Leverkusen (1988) gewann "Tscha-Bumm", wie der Angreifer von den Medien genannt wurde, den UEFA-Cup und hatte mit starken Leistungen und Treffern großen Anteil daran. Seine Torgefährlichkeit bewahrte der heute 61-Jährige auch im Nationalteam, wo er in 121 Partien 55 Mal einnetzte und sich so Rekord-Torjäger nennen darf. Die Legende Bum-kun Cha lebt nicht nur in Gedichtform in Deutschland sondern auch in Südkorea weiter. Und im Frankfurter Untergrund...

Die Chancen

Teamchef Hong Myung-bo wird als Zögling von Guus Hiddink hoch geschätzt. Der Niederländer war der Vater des Erfolgs bei der WM 2002 im eigenen Land, wo Südkorea mit Platz vier das beste Ergebnis der Geschichte erzielen konnte. Von derartigen Leistungen kann Myung-bo nur träumen, gilt doch schon die Vorrunde als große Hürde. Auch die letzten Ergebnisse (0:1 gegen Tunesien und 0:4 gegen Ghana) lassen wenig Optimismus aufkommen. Vor allem gegen die robusten Belgier und Russen werden es die trickreichen aber physisch unterlegenen "Tigers" schwer haben.

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