Selbstversuch von

Fastenzeit:
40 Tage fleischlos

Wie mich die Fastenzeit zur Vegetarierin machen soll

Selbstversuch - Fastenzeit:
40 Tage fleischlos © Bild: shutterstock

Die Autorin liebt Fleisch aller Art; will es jetzt aber nicht mehr essen. In der Fastenzeit wagt sie den Selbstversuch

Ich liebe Fleisch. Ich liebe den Geschmack. Roh. Gekocht. Gebraten. Gedämpft. Geschnetzelt. Faschiert. Am Stück. Ich habe in Südafrika gummiartige Hühnerfüße probiert, in Ghana habe ich Ziege gegessen – und zwar nicht nur sprichwörtlich mit Haut und Haar. Heuschrecken standen schon auf meinem Speiseplan und das panierte Hühnerherz vom Sonntagshendl gebührt ohnehin seit jeher mir.

So sehr ich Fleisch liebe, so schlecht ist aber gleichzeitig mein Gewissen. Schon über Jahre. Ich weiß ja, woher es kommt. Ich kenne die Bilder von Nutztieren, die unter Qualen verwurstet werden. Ich kenne die Videos, in denen kleine Schweinchen, in ihrem eigenen Dreck liegend, langsam verenden.

Auch wenn ich das alles ganz gut verdrängen kann, sobald Papas Bratl vor mir steht, so ist auf meinem Teller seit längerem auch immer eine unschöne Beilage: Reue.

Mein Vorsatz also : In der Fastenzeit zu evaluieren, wie es sich denn so ohne Fleisch lebt.

14. Februar - Tag 1

Was ich gerade am meisten bereue: Mir gestern keine „Henkersmahlzeit“ mehr gegönnt zu haben. Trotzdem – ich bin bereit. Mein Mittagessen ist vorgekocht und sogar vegan. Die letzten Tage habe ich mich außerdem mit dem Buch Tiere essen , das sich mit Massentierhaltung beschäftigt, auf mein Vorhaben vorbereitet. Der Autor schwankte ebenfalls lange zwischen Fleischkonsum und Vegetarismus. Freunde und Familie sind ebenfalls informiert; und meinem Freund konnte ich zumindest das Versprechen entlocken, sich im Restaurant die nächsten 40 Tage kein Beef Tatar neben mir zu bestellen. Es kann also nichts schief gehen. Quasi.

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