Eintropfen & fertig, so einfach geht's nicht:
Für Behandlung der Augen den Arzt zuziehen

"Weißmacher" beheben nicht Ursache des Problems Auch trockene Augen können eine Krankheit sein

Eintropfen & fertig, so einfach geht's nicht:
Für Behandlung der Augen den Arzt zuziehen

Bei Augenerkrankungen helfen in vielen Fällen Medikamente, die direkt ins Auge getropft werden. Sie haben den Vorteil, dass der Wirkstoff direkt dorthin kommt, wo er benötigt wird. Allgemeine Nebenwirkungen treten in diesem Fall selten auf. Dennoch sind Augentropfen Medikamente, deren Einsatz eine Diagnose und den sachverständigen Rat des Augenarztes voraussetzen.

Das trockene Auge beispielsweise ist keine bedeutungslose Bagatelle. Jeder Patient mit dieser Erkrankung benötigt eine fachgerechte Therapie durch einen Augenarzt, da die Erkrankung einen beträchtlichen Einfluss auf die Lebensqualität ausübt. "Augenärzte können heute zwei Formen des Trockenen Auges unterschieden, die unterschiedlicher Therapieansätze bedürfen, nämlich einen sekretorischen Tränenmangel sowie eine verstärkte Verdunstung und Störung des Tränenfilmaufbaues" erläutert Prof. Dr. Horst Brewitt, vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA).

Besser keine Weißmacher
Da es derzeit eine Vielzahl von Tränenersatzmitteln auf dem Markt gibt, kann nur nach sorgfältiger Diagnostik für jeden Patienten eine individuelle und erfolgreiche Therapie zusammengestellt werden, die die unterschiedlichen Formen des trockenen Auges berücksichtigt. Dr. Georg Eckert vom BVA rät zudem davon ab, bei geröteten Augen ohne fachärztlichen Rat so genannte Weißmacher einzusetzen. Sie verengen die Blutgefäße in der Bindehaut und reduzieren damit die Blutzufuhr. Die Augen werden dadurch zwar kurzfristig wieder weiß, aber der Effekt ist nur kosmetisch.

Das Problem an der Wurzel anpacken
Nach wenigen Stunden weiten die Gefäße sich wieder. Da die Bindehaut unterversorgt war, strömt nun besonders viel Blut heran und das Auge wird wieder erst recht rot. Dabei ist die Ursache der Reizung nicht beseitigt worden. Bei langfristiger Anwendung von Weißmachern kann der Verlust von Becher-Zellen, die für die Bildung des Tränenfilms wichtig sind, eine Folge sein. Ein "rotes Auge" kann immer Symptom einer ernst zu nehmenden Augenerkrankung sein. Deshalb ist auch hier vor einer Behandlung stets die augenärztliche Diagnose anzuraten.