Zeit des Vergessens von

Demenz-Formen

Was genau ist Demenz und welche Arten gibt es? Die Symptome im Überblick.

Alter, trauriger Mann © Bild: Thinkstock

Die Zahl der Demenzpatienten in Österreich wird sich bis 2050 verdoppeln. Doch was genau ist Demenz? Der Begriff beschreibt keine einheitliche Krankheitsform, sondern ein Syndrom oft verschiedener Symptome. Sie treten bei Alzheimer-Krankheit, bei Gefäßerkrankungen des Gehirns oder bei anderen Grunderkrankungen auf. Es gibt auch Mischformen.

Die Alzheimer Erkrankung (Morbus Alzheimer) ist eine degenerative Erkrankung des Gehirns von noch nicht gänzlich verstandener Ursache mit charakteristischen Veränderungen im Gehirn. Ihr Beginn wird lange vor dem Auftreten erster Symptome angenommen. Erst mit ihrem Auftreten spricht man von Demenz bei Alzheimer Erkrankung. Diese beginnt zumeist kaum merklich und schreitet über mehrere Jahre langsam fort. Das episodische Gedächtnis (Kurzzeitgedächtnis) ist meistens als erstes betroffen.

Zerebrovaskuläre Erkrankungen (Gefäßerkrankungen des Gehirns) umfassen das Spektrum von Erkrankungen der kleineren und größeren Gefäße des Gehirns. Eine Folge davon ist die vaskuläre Demenz, meistens nach Gehirninfarkten (Schlaganfällen). Typische Merkmale zu Beginn sind beeinträchtigte Exekutivfunktionen (Handlungsplanung) und verlangsamte kognitive Leistungen.

Die Demenz bei Morbus Pick nimmt eine Sonderstellung ein. Bei dieser Demenzform ist primär die Handlungsplanung beeinträchtigt. Verhaltensauffälligkeiten treten vor den kognitiven Störungen auf.

Die Lewy Body Demenz beginnt mit kognitiven Störungen. Besondere Merkmale sind: schwankende Bewusstseinslage, schwankende kognitive Leistungen; Parkinsonsymptome treten relativ früh im Verlauf auf.

Die Parkinson-Demenz entwickelt sich bei Patienten mit fortgeschrittener, gewöhnlich schwerer Parkinson-Erkrankung.

Risiko steigt mit Alter

Das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, steigt mit dem Lebensalter - es gibt einen hohen Altersbezug. Menschen vor dem 60. Lebensjahr erkranken seltener an einer Demenz. In Europa gab es im Jahr 2000 rund 1,9 Millionen neue Demenzpatienten (eine Million neu an Morbus Alzheimer Erkrankte). Für 2020 wird mit 2,6 Millionen neu diagnostizierten Demenzkranken (1,4 Millionen Alzheimerpatienten) gerechnet. Der Neuzuwachs im Jahr 2050 dürfte bei 4,2 Millionen Patienten liegen (Morbus Alzheimer-Neudiagnosen: 2,4 Millionen Patienten).

Zahl der Betroffenen steigt dramatisch an

In Europa gab es im Jahr 2001 insgesamt 7,7 Millionen Demenzpatienten. 2020 werden 10,8 Millionen Personen betroffen sein, im Jahr 2040 15,9 Millionen. Für Österreich wurde für das Jahr 2000 eine Zahl von 90.500 von Demenz Betroffenen errechnet. 2010 waren es bereits 112.600 Patienten. Bis 2050 soll die Zahl auf 262.200 Betroffene steigen.

Kommentare

Baguio melden

Vor zehn Jahren fand ich Schwierigkeiten, mich zu erinnern. Als Witwer bin ich nun glücklich, dass mit mir eine Pflegering "älter" geworden ist, und mich versteht. Oft kann ich die Worte nicht mehr finden.
Vor kurzem fragte ich: wo ist mein Essen?
Sie lächelte: Du hast es schon gegessen!

manicmonday melden

Ich wünsche Ihnen alles erdenkliche Gute!

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