Missbrauch von

Skandal um Harvey
Weinstein weitet sich aus

Drei Frauen werfen Filmmogul sogar Vergewaltigung vor - Obama "angewidert"

Harvey Weinstein © Bild: Reuters/Andrew Kelly

Der Skandal um den Hollywoodmogul Harvey Weinstein zieht immer größere Kreise. Inmitten von Vorwürfen über sexuelle Belästigungen und sogar Vergewaltigungen hat sich auch Ehefrau Georgina Chapman (41) von dem 65-jährigen Weinstein, wie verschiedene US-Medien übereinstimmend berichteten.

Sie leide mit allen Frauen, die "nach diesen unverzeihlichen Aktionen" unermesslichen Schmerz erlitten hätten, schrieb Chapman nach Angaben des Magazins "People". Sie äußerte sich, nachdem drei Frauen dem Filmmogul vorgeworfen hatten, sie vergewaltigt zu haben. Unter ihnen ist der italienische Filmstar Asia Argento. Sie gab an, vor 20 Jahren in einem Hotel in Frankreich von Weinstein zu Oralverkehr gezwungen worden zu sein. Der Schauspielerin Lucia Evans widerfuhr Ähnliches im Jahr 2004 im New Yorker Büro des Filmstudios Miramax.

»Ich weiß, dass er schon viele Menschen zerschmettert hat«

Argento sagte, sie gehe mit ihren Anschuldigungen erst jetzt an die Öffentlichkeit, da sie Angst gehabt habe, Weinstein würde sie "zerschmettern": "Ich weiß, dass er schon viele Menschen zerschmettert hat."

Paltrow und Jolie äußern sich

Zahlreiche weitere prominente Weggefährten warfen dem Produzenten am Dienstag (Ortszeit) unter anderem sexuelle Belästigung vor. Weinstein habe sie als 22-Jährige angefasst und massieren wollen, sagte Schauspielerin Gwyneth Paltrow der "New York Times". Sie habe sich aber geweigert.

»Dieses Verhalten gegenüber Frauen ist in jeder Branche und in jedem Land inakzeptabel«

Auch ihre Kollegin Angelina Jolie berichtete der Zeitung von einer "schlechten Erfahrung" mit Weinstein in ihrer Jugend. "Als Ergebnis habe ich mich entschieden, nie wieder mit ihm zu arbeiten, und andere vor ihm zu warnen. Dieses Verhalten gegenüber Frauen ist in jeder Branche und in jedem Land inakzeptabel."

Obama zeigt sich "angewidert"

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle zeigten sich "angewidert" von dem Verhalten des Großspenders der Demokratischen Partei. "Jeder Mann, der Frauen in solcher Art erniedrigt und herabsetzt, muss verurteilt und zur Rechenschaft gezogen werden, unabhängig von seinem Reichtum oder Status", erklärten die beiden. Zugleich lobten sie den Mut der Frauen, die mit ihren "schmerzhaften Geschichten" an die Öffentlichkeit gegangen seien.

»Jeder Mann, der Frauen in solcher Art erniedrigt und herabsetzt, muss verurteilt und zur Rechenschaft gezogen werden«

Auch die frühere US-Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zeigte sich entsetzt. "Ich war schockiert und entsetzt von den Enthüllungen", teilte Clinton über ihren Sprecher auf Twitter mit. Weinsteins Verhalten könne nicht hingenommen werden. "Ihr Mut und ihre Unterstützung anderer ist entscheidend dabei, derartiges Verhalten zu beenden."

Weinstein hatte US-Demokraten in verschiedenen Wahlkämpfen nach CNN-Angaben insgesamt Zehntausende Dollar gespendet. Darunter waren neben Hillary Clinton und Ex-Präsident Barack Obama auch Senatoren wie Elizabeth Warren und Chuck Schumer. Einige Senatoren kündigten nach den Enthüllungen an, Spenden Weinsteins für wohltätige Zwecke zu spenden.

Weggefährten gehen auf Distanz

Zuvor waren bereits Weggefährten wie Meryl Streep, George Clooney, Lena Dunham, Judi Dench, Kate Winslet, Mark Ruffalo und Christian Slater auf Distanz zu Weinstein gegangen. Die Frauenrechtsanwältin Gloria Allred forderte Weinstein am Dienstag auf, an einem Mediationsverfahren teilzunehmen. "Wenn er ein Verfahren zulässt, das Gerechtigkeit möglich macht, würde ihm das sehr dabei helfen, seinen Ruf zu reparieren", sagte Allred bei einer Pressekonferenz in Los Angeles.

Nach Berichten der "New York Times" soll der einflussreiche Produzent jahrzehntelang junge Talente und Mitarbeiterinnen sexuell belästigt und mit Abfindungen zum Schweigen gebracht haben. Weinstein hatte daraufhin erklärt, eine Auszeit nehmen zu wollen. Am Sonntag erhielt er von seinem Filmstudio The Weinstein Company (TWC), das er zusammen mit seinem Bruder Bob gegründet hat, die Entlassung.

Der ältere Weinstein-Bruder Harvey hatte mit seinem Bruder Bob 1979 das Studio Miramax gegründet. 1993 veräußerten sie das Unternehmen an Walt Disney Co., führten es aber aktiv weiter. Im Jahr 2005 gründeten die beiden eine neue Firma, The Weinstein Company (TWC). An dieser hielten sie zuletzt einen Anteil von 42 Prozent.

Kommentare

ja alle kommentare stimmen, der gehört zur rechenschaft gezogen, auf nie mehr wieder, baba....

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