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Tierschutz:
Leiden ohne Ende

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Leiden ohne Ende © Bild: APA/dpa/Peter Steffen

In Österreich ist es erlaubt, neugeborene Schweine bis zu ihrem siebenten Lebenstag ohne Betäubung zu entmannen.

Seit einigen Jahren ringen Tierschutzorganisationen, allen voran Vier Pfoten, darum, dass Ferkel nicht mehr ohne Betäubung kastriert werden dürfen. Denn in Österreich ist es erlaubt, neugeborene Schweine bis zu ihrem siebenten Lebenstag ohne Betäubung zu entmannen. Der Vorgang wird vom österreichischen Tierschutzverein genau beschrieben. "Um die Kleinen an der Flucht zu hindern, werden sie mit Hilfe eines speziellen Gerätes fixiert oder einfach festgehalten. Im Anschluss werden der Samenstrang durchtrennt und die Hoden mittels Skalpell oder Quetschzange entfernt." Die Schmerzen seien etwa mit jenen zu vergleichen, die ein Mensch verspürt, wenn er sich ohne schmerzlindernde Spritze einen Zahn ziehen lässt. Für die kleinen Schweine ist zwar eine postoperative Schmerzbehandlung gesetzlich vorgeschrieben, aber die Qualen, die diese Wesen erleiden müssen, werden ihnen damit nicht erspart.

Vergangene Woche brachte die Liste Jetzt im Parlament einen Fristsetzungsantrag zum Thema "Ferkelkastration ohne Betäubung" ein. Das Verbot dieser Barbarei sollte endlich diskutiert werden. Doch ÖVP und FPÖ lehnten ab. Noch vor der Wahl 2017 antwortete der Tierschutzsprecher der FPÖ, Josef Riemer, auf News-Anfrage, ob die Partei gegen die betäubungslose Kastration von Ferkeln sei, wie folgt: "Ja, insofern es eine praxistaugliche Lösung gibt -auch hier wird es wahrscheinlich zu finanziellen Hilfestellungen kommen müssen."

Übrigens: In Deutschland will der Bund die Betäubung bei der Ferkelkastration finanziell unterstützen. Das ist vorbildlich und sollte auch für die künftige Regierung ein Ansporn sein.

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