Tiere von

Heuschrecken:
Bedrohung und Nutzen

Tiere - Heuschrecken:
Bedrohung und Nutzen © Bild: News/Ian Ehm

Das Aufkommen von Heuschrecken bedeutet traditionell nichts Gutes. Vor wenigen Wochen verwüstete ein Schwarm dieser Insektenspezies mehr als 25 Quadratkilometer Weideland auf der italienischen Insel Sardinien. Italienische Medien berichteten von einem "biblischen Albtraum", der Bauernverband Coldiretti sprach von der schlimmsten Heuschreckenplage seit 70 Jahren. Zurückzuführen sei dieses Massenaufkommen auf den rasanten Temperaturanstieg, erklären Experten.

Eine Katastrophe wie jene auf Sizilien sei in Österreich jedoch nicht zu befürchten. Die letzte wurde im Jahr 1947 verzeichnet. Seither sei die Wanderheuschrecke von hier verschwunden, erklärt Harald Gross, Biologe der Umweltschutzabteilung der MA 22 der Stadt Wien. In Österreich werden derzeit 140 Heuschreckenarten verzeichnet. Keine von ihnen richtet auf unseren Feldern und in unseren Gärten Schäden an, meint Gross. Im Gegenteil sie seien für das Gleichgewicht in der Natur unverzichtbar. Reduziert sich der Bestand dieser Insekten, verlieren viele Vogelarten ihre Nahrung. "Wer einen Wiedehopf oder eine Blauracke schützen will, muss auch Grashüpfer in Kauf nehmen", erklärt Gross. Die beste Grundlage ist ein Naturgarten. Ideal ist es, wenn man zumindest auf ein paar Quadratmetern das Gras nur einmal im Jahr mäht und vor dem Winter die langen Halme belässt, damit Insekten dort überwintern können.

Gartenbesitzer sollten für jede einzelne Eichenschrecke dankbar sein: Diese hellgrüne Grashüpferart ernährt sich hauptsächlich von Blattläusen. Wer will schon auf diesen natürlichen Schutz verzichten?

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