Siegerehrung von

Hirscher nimmt
Goldmedaille in Empfang

Siegerehrung - Hirscher nimmt
Goldmedaille in Empfang © Bild: Kirill KUDRYAVTSEV / AFP

Ski-Superstar Marcel Hirscher hat am Dienstag seine erste Olympia-Goldmedaille erhalten.

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Bei der Siegerehrung für seinen Erfolg Stunden davor in der alpinen Kombination der Winterspiele von Pyeongchang wurde ihm das begehrte Stück auf der Medal Plaza im Olympischen Park von Willi Kaltschmitt Lujan, Mitglied des IOC-Exekutivkomitees aus Guatemala, überreicht.

© APA/HANS KLAUS TECHT Alexis Pinturault (FRA/2. Platz), Marcel Hirscher (AUT/1. Platz) und Victor Muffat-Jeandet (FRA/3. Platz)

Ebenso bei der Feier offiziell dabei war ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel als Mitglied des FIS-Councils und beobachte damit aus nächster Nähe einen lächelnden, gelösten Hirscher. Mit einem noch kräftigeren Luftsprung als zwei Tage davor der Tiroler Rodel-Olympiasieger David Gleirscher sprang der 28-Jährige auf das Siegespodest, mit dazu passender Jubelpose. "Saucool, dass das jetzt funktioniert hat. Gleich bei der ersten Chance. Unbeschreiblich", sagte Hirscher in seinem ersten Interview nach der Zeremonie.

Marcel Hirscher im Interview: "Das Schlimmste verhindert"

Bei den wenigen Zuschauern im Zielraum und beim Rennen sei man sich des Ganzen gar nicht so bewusst. "Man kann das gar nicht so realisieren, dass das Olympia ist", erklärte der Annaberger. Bei der Siegerehrung entdeckte er unter den Zuschauern immerhin eine Flagge abseits der Kollegen aus dem ÖOC-Team. Und der jeweils sechsfache Weltmeister und Gesamtweltcupsieger wusste das auch zu schätzen: "Toll, wenn man soweit von zu Hause das auf sich nimmt und hierherkommt."

»Eine ideale G'schicht«

Noch einmal betonte Hirscher, dass er besonders mit seiner Abfahrtsleistung zufrieden sei. "Da war auch viel von Überwinden und unbedingten Wollen dabei. Von dem her ist es eine ideale G'schicht." Die Medaille hatte sich Hirscher noch auf dem Siegespodest kurz angesehen. "Sie ist gar nicht so leicht, ein halbes Kilo wird es schon haben. Der ideelle Wert ist natürlich unermesslich hoch."

Hirscher meinte, er wäre gerne mit einer Lederhose zur Siegerehrung einmarschiert, habe aber keine dabei. "Das ist das einzige, das nicht aufgegangen ist." Sollte sie ihm aber noch nachgeschickt werden, würde er sie bei einer eventuellen weiteren Teilnahme an einer Siegerehrung in Pyeongchang anziehen.

Lautstarker Empfang im House Austria

Wie jeder österreichische Medaillengewinner der Winterspiele hat auch Kombi-Olympiasieger Marcel Hirscher seinen lautstarken Empfang im House Austria in Pyeongchang bekommen. Auf die Frage, wie er sich fühle, meinte der Salzburger. "Müde." Er freue sich nun auf sein Schnitzel. Gratulanten waren für das ÖOC Präsident Karl Stoss und Generalsekretär Peter Mennel, für den ÖSV Boss Peter Schröcksnadel.

© APA/HELMUT FOHRINGER Marcel Hirscher bei der Medaillenfeier im House Austria

Zuvor hatte der 28-jährige Hirscher nochmals den Medien Rede und Antwort gestanden, der Interview-Marathon war dann aber für den Dienstag vorbei. Auch die starke Abfahrtsleistung war nochmals Thema. "Wir haben gestern noch ein Straftraining eingelegt und den Schlüssel für eine schnelle Abfahrt gefunden. Am Materialsektor haben wir ordentlich zulegen können, das Wohlbefinden war wie ausgewechselt. Dementsprechend hatte ich die Courage, die Dinge laufen zu lassen."

Und natürlich ging es auch darum, wie ein Olympiasieger Hirscher so feiert. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es mordsdramatisch wird. Vielmehr habe ich die Hoffnung, dass mein Team das ordentlich feiert. Mein Team kann morgen unter Anführungszeichen frei machen, und sie werden mich tatkräftig vertreten", versprach er lachend.

»Wenn Laura hier ist, macht das Zuhause aus. Und dann ist Zuhause in dem Fall jetzt hier«

Sein Vater Ferdinand ist wegen der Flugangst nicht mit in Südkorea, telefoniert haben die beiden bald nach dem Rennen. "Papa hat gerade eine Kindergruppe, er ist happy", sagte der Ski-Superstar über den Skilehrer-Vater. Freundin Laura indes ist als Unterstützung dabei. "Wenn sie hier ist, macht das Zuhause aus. Und dann ist Zuhause in dem Fall jetzt hier. Ich bin sehr dankbar. Es ist sicher nicht selbstverständlich, dass man drei Wochen ans andere Ende der Welt hinfährt. Daumen hoch."

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