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Was man zu Pokemon Go wissen muss

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuesten Spiele-Hype fürs Smartphone

Wer es noch nicht mitbekommen haben sollte: Das Pokemon-Fieber greift wieder um sich. Grund dafür ist die Handy-App Pokemon Go und die damit verbundene Sammelsucht, die sich weltweit wie ein Virus über Smartphone-Nutzer ausbreitet. Auch in Österreich hat das Aufkommen an Monsterjägern rasant zugelegt. Sie verstehen nur Bahnhof? Kein Problem, wir erklären alles, was man dazu wissen muss.

Was bedeutet Pokémon?

"Pokémon" kommt aus dem Japanischen und bezeichnet die Kurzform von "ポケットモンスター Poketto Monsutā", was auf Deutsch ganz simpel mit "Taschenmonster" zu übersetzen ist. Die Marke Pokémon gibt es bereits seit 1996 und ist neben Super Mario das wichtigste Zugpferd des japanischen Spielegiganten Nintendo.

Pokemon Go ist eigentlich "nur" der nächste logische Höhepunkt einer gewaltigen Erfolgsstory. Pokémon-Spiele konnten sich bislang schon mehr als 200 Millionen Mal verkaufen und zählen zu den wenigen eierlegenden Wollmilchsäuen der Spieleindustrie. Hinter jeder Veröffentlichung steckte bislang ein Erfolg. Und ein "Fuji" an Merchandise-Produkten.

© Video: Zoomin

Was ist Pokemon Go überhaupt?

Pokemon Go ist eine neue Handy-App bzw. ein Handy-Spiel und basiert auf den ursprünglichen Pokémon-Spielen, die der Marke seit 1996 zu Weltruhm verholfen haben: Der Spieler sammelt, trainiert und züchtet kleine Monster, die er dann eintauschen oder gegen die Monster anderer Spieler antreten lassen kann.

© 2016 Getty Images Virtuelle Monsterjagd mit dem Handy? Spannend!

Neu an Pokemon Go ist, dass das Spielprinzip die geschlossene Welt der Nintendo-Konsolen verlässt und erstmals auf Smartphones zu spielen ist. Mithilfe standortbasierter GPS-Daten und Augmented Reality werden Monster, Hotspots und Kampfarenen in der realen Umgebung der Spieler angezeigt. Was mit dem freien Auge nicht sichtbar ist, zeigt sich erst, wenn man sich via Landkarte hinlotsen lässt und dann mit dem Handy-Bildschirm Ausschau nach den Monstern hält. Im Prinzip also nichts anderes als eine virtuelle Schnitzeljagd.

Welche Smartphone-Betriebssysteme werden unterstützt?

Pokemon Go ist für den Apple App Store und den Google Play Store konzipiert, unterstützt also die Betriebssysteme iOS (ab iPhone 5 und aufwärts) und Android (Tablet oder Smartphone ab Version 4.4). Die Unterstützung weiterer Betriebssysteme ist derzeit nicht geplant.

© The Pokémon Company/Niantic Labs Knuddelalarm! Schildkröle to go mit Pokémon Go.

Ferner sollte man bedenken, dass GPS aktiviert und eine regelmäßige Internetverbindung vorhanden sein sollte, um Pokemon Go spielen zu können. Die gesamte App benötigt rund 200 MB an Speicherplatz.

Wie funktioniert Pokemon Go?

Pokemon Go ist eine vereinfachte Version der gleichnamigen Videospiele. Die kleinen Monster verlassen allerdings die fiktive und geschlossene Welt der Konsolen und sind in die reale Umgebung eingebettet. Man geht im Prinzip mit seinem Handy in der "freien Wildbahn" auf Pokémon-Jagd: Ob eines der rund 200 fangbaren Monster an der nächsten Straßenecke, im Park, in der Straßenbahn oder überhaupt beim Ausflug nach Gramatneusiedl auflauert, wird auf der Landkarte der App angezeigt, die übrigens auf Google Maps zurückgreift.

Steht man nahe genug beim Monster, kann man es auf der Karte antippen und muss es dann via Handy-Kamera in der Umgebung suchen. Hat man es entdeckt, muss man das Tierchen solange mit Pokébällen bewerfen, bis man es getroffen und eingefangen hat. Das Werfen der begrenzt verfügbaren Bälle erfolgt über Wischgesten am Handydisplay und erfordert besonders am Anfang ein wenig Finesse.

© The Pokémon Company/Niantic Labs Die GPS-basierte Karte zeigt das nächste Monster an.

Neben den Monsterverstecken gibt es sogenannte Pokéstops und Arenen an interessanten Schauplätzen (Denkmäler, größere Plätzen oder Sehenswürdigkeiten). Bei den Pokéstops kann man sich kostenlos Pokébälle und andere Items holen, die die Monsterjagd erleichtern. In den Arenen wiederum kann man seine gefangenen Pokémons gegen die Monster anderer Spieler antreten lassen und Kampferfahrung sammeln.

Welche Technik steckt hinter Pokemon Go?

Pokemon Go kombiniert standortbezogene Daten und die GPS-Lokalisierung des Spielers mit Augmented Reality Elementen. Für die konkrete Umsetzung zeichnet sich das US-Unternehmen Niantic verantwortlich, das auf diesem Gebiet mit dem Spiel Ingress bereits einige Erfahrung machen konnte und für Pokemon Go teils direkt auf diese Infrastruktur zurückgreifen kann.

Wann erscheint das Spiel in Österreich?

Offiziell ist das Spiel erst in den USA, in Australien und in Neuseeland erschienen. Da die Server aufgrund des enormen Andrangs überlastet waren, ist der geplante Start für weitere Länder verschoben worden. Offiziell soll das Spiel aber noch diese Woche für Europa, Großbritannien und Japan erscheinen, also auch in Österreich noch diese Woche in den Stores verfügbar sein.

© The Pokémon Company/Niantic Labs In den Arenen kann man gegen andere Spieler antreten.

Wie kann ich Pokemon Go trotzdem schon spielen?

Wer seine Neugier nicht in den Griff bekommen sollte, kann sich Pokemon Go seit ein paar Tagen jetzt schon über Umwege runterladen. Und das sogar als komplett deutsche Version. (Die Umsetzung beider Anleitungen erfolgt auf eigene Gefahr, es wird keinerlei Haftung dafür übernommen!)

Download für Android (ab Version 4.4):

  • In den Geräte-Einstellungen des Smartphones unter dem Punkt "Sicherheit" und "Geräteverwaltung" die "Installation von Apps aus unbekannten Quellen zulassen" deaktivieren .
  • Installationsdatei, eine sogenannte APK (Android application package), downloaden , am besten bei APK-Mirror.
  • Besagte Installationsdatei starten
  • In den Geräte-Einstellungen des Smartphones unter dem Punkt "Sicherheit" und "Geräteverwaltung" die "Installation von Apps aus unbekannten Quellen zulassen" wieder aktivieren .

Download für iOS (iPhone 5 und aufwärts):

  • App Store öffnen , ganz nach unten scrollen und Apple-ID auswählen.
  • Österreichischen Account abmelden .
  • Wieder die Apple-ID anwählen und neuen Account erstellen .
  • Wichtig: Australien oder Neuseeland als Heimatland angeben
  • Pokémon Go sollte nun ganz normal im App Store auftauchen.

Was kostet Pokemon Go?

Die gute Nachricht: Pokemon Go kostet prinzipiell gar nichts, der Download der App ist kostenlos. Man braucht auch keinen Cent zu investieren, um regelmäßig spielen zu können. Die schlechte: Wer nach der Monsterjagd süchtig wird, kommt früher oder später nicht um In-App-Käufe herum. Soll heißen: Zusätzliche Bälle, Items, Eier und große Upgrades für eine effektivere Monsterjagd müssen gegen Pokémünzen eingetauscht werden, die man wiederum mit realen Euro-Beträge erwirbt. Offen ist freilich auch, welche entgeltlichen "Schmankerl" sich der Betreiber in Zukunft einfallen lassen könnte.

© The Pokémon Company/Niantic Labs Die Monster lassen sich auch trainieren.

Ende Juli soll noch ein Zusatzgerät namens Pokemon Go Plus erscheinen: Dahinter steckt eine Art Armband, das sich via Bluetooth mit dem Smartphone verbindet und den Spieler mit LED- und Vibrationssignalen über Spielereignisse auf dem Laufenden hält. Durch das simple Drücken eines Knopfes sollen unterwegs sogar Pokémon eingefangen werden können. Der Preis dafür ist noch nicht bekannt.

Ist die Software eigentlich sicher?

Die von News.at getestete Android-Version funktioniert in der Praxis einwandfrei, lediglich das GPS-Signal wird manchmal nicht sofort von der Software erkannt. Bedenken gibt es aber hinsichtlich der Zugriffsrechte. Loggt man sich nämlich via Google-Konto in Pokemon Go ein, gewährt man der App nahezu den Zugriff auf sämtliche Handy-Dateien, inklusive Kontakte, abgespeicherte Medien, Browser-Verlauf und mehr. Alternativ dazu kann man sich auch beim Hersteller registrieren, die Anmeldung wird allerdings erst nach geraumer Zeit freigeschaltet.

Entwickler Niantic beteuert bereits, dass es sich bei den ausufernden Zugriffsrechten via Google-Konto um ein Versehen handle und der Betreiber mittels Fix bald ohnehin das abfrage, was er bislang auch von den bereits angemeldeten Nutzern verwende: nämlich nur Google-ID und E-Mail-Adresse. Wer Zweifel daran hegt, sollte zumindest bis zum Fix oder überhaupt gleich auf die offizielle Version in den App Stores warten.

© 2016 Getty Images Wer sich nicht sicher ist, sollte auf die offizielle Version in den App Stores warten.

Aufpassen sollte man auch beim Download der APK-Installationsdatei für Android-Smartphones: Im Internet kursieren angeblich manipulierte Versionen von Pokemon Go, die Android-Smartphones mit Malware infizieren können. Auch hier gilt: Wer sich unsicher ist, sollte besser auf die offizielle Version warten.

Worauf sollte man bei Pokemon Go achten?

Wer die derzeitigen technischen Sicherheitsbedenken beiseite legt und jetzt schon mit dem Smartphone auf Monsterjagd gehen will, sollte noch drei simple Tipps für den Anfang beherzigen:

  • Zuerst umsehen, dann auf den Handybildschirm schauen: Geil auf das Sammeln von Monstern? Sehr gut! Aber bitte nicht um jeden Preis. Bevor man wie ein Zombie durch die Stadt wankt, Passanten anrempelt und/oder seine eigene Gesundheit beim Überqueren befahrener Straßen gefährdet, sollte man sich vergewissern, dass man sich am Standort des Interesses in Ruhe nach Monstern umsehen kann. Ohne sich oder andere dabei in Gefahr zu bringen.
  • Möge der Akku mit Dir sein! Das größte Manko von Pokemon Go ist bislang der enorm hohe Akkuverbrauch. Wer unterwegs keine bösen Überraschungen erleben möchte, sollte also einen externen Akku bei der Hand haben. Denn: Der nächste Anruf kommt bestimmt. Oder eben das nächste Monster.
  • Gemeinsam macht es auch mehr Spaß: Mit anderen Spielern auf Monsterjagd gehen ist immer noch am lustigsten. Die Pokemon-Community organisiert bereits erste Events, in Österreich etwa einen Nightwalk in Wien, der am 16. Juli stattfinden wird.

Dranbleiben: Die besten Tipps und Tricks zu Pokemon Go erfahren Sie in Kürze auf News.at.

Kommentare

Laura Germoth

Ein sehr guter und wahrhafter Artikel!
Mein Sohn (er ist 11 Jahre alt) ist wie Homer. Er spielt immer in Pokemon GO, und natürlich habe ich Angst für seine schulische Leistungen, Hausaufgaben und überhaupt sein Leben, weil er allerwege spielt. Aber nun kann ich mein Kind leicht kontrollieren – ich habe eine gute Spion Software heruntergeladen. Auf http://besthandyspy.com/pokemon-go-gefahren gibt

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