Motor von

Klein sein ist nicht alles

Noch nie war ein Mini so groß wie der Countryman. Und so familientauglich

Mini Countryman © Bild: Mini

Das Schlimmste, das man dem Countryman antun kann, ist, ihn des Hochverrats an der Grundidee eines Minis zu zeihen. Doch die Beweislage ist erdrückend: Der erste SUV der Marke, seit Kurzem in zweiter Generation auf den Straßen, ist beinahe eineinhalbmal so lang und gut doppelt so schwer wie das Mini-Urmeter aus dem Jahre 1959. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass sich der Countryman zum 1,5-Tonner mit Gardemaß vier Meter dreißig aufgeschwungen hat. Fazit: Größer war ein Mini noch nie.

Schuld an seiner Existenz sind die Produktmanager von Mini, die den Namen ausgruben, der einst die Kombimodelle von Austin schmückte - eben Countryman. Sie wollten die Marke durch Kreation eines XL-Minis mit Sicherheit nicht beschädigen. Im Gegenteil: Durch Einstieg in das boomende Segment der Kompakt-SUVs sollten Stückzahlen und Profit gemacht werden. Was auch gelang - von der ersten Auflage wurden mehr als 350.000 Stück abgesetzt. Der Countryman verkauft sich aktuell vor allem bei jungen Müttern ausgezeichnet, fast so gut wie die Pampers-Monatsbox. Der Einstiegspreis für den Countryman (One, 102 PS) liegt bei 26.000 Euro, und die erste Generation wird auf dem Gebrauchtwagenmarkt nicht gerade verschleudert -ein weiteres Argument, dass der Maxi-Mini angekommen ist.

Mini Countryman
© Mini

Auf den hinteren Sitzen geht es nicht nur für den Nachwuchs bequem zu, die Heckbank lässt sich verschieben und natürlich auch umlegen. So entsteht ein nutzbarer Laderaum von bis zu 1.390 Litern.

Bei Vätern punktet vor allem die stärkste Version aller Minis, so auch beim Countryman der John Cooper Works, kurz JCW. Das auf 231 PS aufgespritzte Sportmodell, an den zwei (!) Streifen leicht identifizierbar, ist mit Sicherheit der schnellste Landmann zwischen dem holländischen Born (dort wird er gebaut) und dem englischen Oxford (dort steht die Wiege des Mini neu). Der Motor sorgt für ordentlichen Vortrieb, Fahrwerk und die direkte Lenkung für ausgelassenes Handling. Obgleich: Der JCW könnte noch einen Tick unmittelbarer loslegen, die Acht-Gänge-Automatik einen Zacken schneller schalten. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau.

Mini Countryman
© Mini

Der Allradantrieb All4 legt den Countryman an die lange Leine (das ESP ebenfalls), und so werden auch heftig angegangene Kurven mit sauberem Schieben über die Vorderräder absolviert. Dass der Allrad aus dem Countryman keinen Geländegänger macht, bedarf bei einer Bodenfreiheit von 165 Millimetern keiner weiteren Erklärung. Beim herzhaften Beschleunigen jedoch ist All4 ein Segen.

Daten

Mini Countryman JCW All4

Preis: € 38.890,-(Lounge)
Motor: 4 Zylinder, Turbobenziner, 1.998 ccm
Leistung: 231 PS (170 kW)
Spitze: 234 km/h 0-100: 6,5 Sek.
Verbrauch: 8,6 l/100 km
Emission: 199 g CO2/km
Fazit: Der Countryman JCW ist auch bei den Fahrleistungen alles andere als mini. Und der Auspuffsound ist nicht Prolo-like.