Axel Meister von

Hilft der Umwelt und auch der Polizei

Axel Meister - Hilft der Umwelt und auch der Polizei © Bild: Toyota

Der Toyota Yaris ist der einzige Kleinwagen mit Vollhybrid-Antrieb. Eine nicht immer leise, aber saubere Lösung, wie auch Carabinieri wissen.

Hybridfahrzeuge gelten als Wunderwaffe tonnenschwerer SUVs und PS-gespickter Sportwagen gegen gefährliche hohe CO2-Werte und horrenden Spritverbrauch. Toyota, Pionier auf dem Gebiet der Kooperation von Benzin-mit Elektromotoren, setzt diese Technik allerdings gesamtheitlich ein und hybridisiert auch Kleinwagen wie sein zweitkleinstes Modell, den Yaris. Die Offensive lohnt sich, denn der japanische Hersteller konnte im eher schwächelnden Markt in Europa dank der hohen Nachfrage nach Hybridmodellen Verkaufund Absatzzahlen steigern. Klar, dass rigide Abgasvorschriften und eine verstiegene Einstellung zu Autos allgemein Antriebe mit dem Doppelherz begünstigen.

© Toyota

Toyotas bereits erwähnter Yaris darf sich rühmen, der einzige Kleinwagen mit Vollhybrid-Antrieb zu sein (zumindest ist uns kein weiterer mit Elektro-Unterstützung bekannt). Und das bereits seit sieben Jahren; der Diesel flog 2017 aus dem Sortiment. Im Laufe des nächsten Jahres soll ein neuer Yaris, bereits in New York vorgestellt, das nach wie vor aktuelle Modell ablösen. Grund genug, den zuletzt minimal aufgefrischten Kleinen zu testen, solange er von den Bändern läuft.

Optisch gibt sich der Yaris weiter ganz nach Art des Hauses, nämlich eher unauffällig. Allerdings zeugen die markante X-förmige Front sowie die als Option erhältliche unterschiedliche Lackierung von Dach und übriger Karosserie doch für ein wenig Selbstbewusstsein. Das Cockpit ist in Sachen Optik und Haptik in Ordnung und die Armaturen eigentlich wegen eines Mankos gut im Blickfeld -das Lenkrad lässt sich in der Länge kaum verstellen. Das Kofferraumvolumen von 286 bis 768 Litern ist klassenüblich, allerdings sitzt man auch in Reihe zwei für einen City-Flitzer dieser Größe (3,94 Meter) unüblich entspannt. Genug der Innenbetrachtungen, jetzt geht es ans Essenziellere, nämlich ans Fahren.

© Toyota

Der 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner erarbeitet gemeinsam mit dem E-Motor eine Systemleistung von 100 PS, was eigentlich für einen Stadtstreicher mehr als ausreichend ist - sofern man nicht höhere Ansprüche stellt. Denn da wäre noch das stufenlose Automatikgetriebe, oft ein garstiger Spielverderber wegen seines sogenannten "Gummibandeffekts" (hohe Drehzahl, aber nur gemächliche Beschleunigung). Beim Yaris hält sich dies in Grenzen, auch weil man ohnedies meist verhalten fährt oder selbst beim Ampelstart nicht zu heftig aufs Gaspedal drückt. Will man rein elektrisch fahren (maximal zwei Kilometer), ist überhaupt ein Federfußerl gefragt.

Dass der Yaris, der einen auch auf der Autobahn nicht im Stich lässt, ein Stadtauto ist, haben auch Italiens Carabinieri erkannt. Die Ordnungshüter haben 250 Yaris für den Großstadteinsatz von Rom bis Palermo in Dienst gestellt.

Toyota Yaris 1,5 Hybrid

Preis: € 22.390,- (GR-S)
Motor: 4 Zylinder, Benziner, 1.497 ccm
Leistung: 100 PS (74 kW)
Spitze: 165 km/h
0-100: 11,8 Sek.
Verbrauch: 4,5 l/100 km
Emission: 107 g CO2/km
Fazit: Der Yaris Hybrid wurde fahrwerksmäßig aufgepeppt: hart, aber nicht unerbittlich und in Kurven jetzt dynamischer, als man es von einem Auto erwartet, dessen Anreiz vor allem darin liegt, ohne Einsatz des Benzinmotors voranzukommen.