Fahrtest von

Ein bühnenreifer Auftritt

Fahrtest - Ein bühnenreifer Auftritt © Bild: Hersteller

Der Škoda Scala will in der Klasse der Kompakten ganz vorne mitspielen. Was noch zur ganz großen Nummer fehlt, hat dieser Test aufgespürt.

Gratulation für den Namen, auch wenn er anders gemeint ist! Denn die Tschechen haben beim Nachdenken für eine passende Typenbezeichnung für ihr neues Kompaktmodell vielleicht davon geträumt, eine Karte für die nächste Premiere zu ergattern, gedacht haben sie an das weltberühmte Mailänder Opernhaus jedoch nicht. Denn Scala kommt diesfalls aus dem Lateinischen und bedeutet Stufe. Und mindestens so eine will Škoda mit dem Nachfolger des Rapid Spaceback raufklettern; imagemäßig, größenmäßig und überhaupt. Mit 4,36 Metern Länge legt der Scala einen bühnenreifen Auftritt hin -in der Kompaktklasse hat er somit seinen hervorstehenden Kühlergrill weit vorne. Vor allem um zehn Zentimeter weiter als der VW Golf, obgleich er auf der Plattform des kleineren Polo steht. Dieses Längenplus spürt man auch im Innenraum. Der Platz hinter dem Volant ist, sofern man für Selbiges die passende Justierung gefunden hat, anständig. Ebenso im Fond. Der riesige Kofferraum mit 467-1.410 Litern Volumen stellt platzmäßig alles in den Schatten. Der - wichtige - variable Ladeboden war bei uns serienmäßig an Bord. Lustig in dem Zusammenhang ist vielleicht, dass der Scala ein bisschen wie ein Kombi aussieht, vor allem in der Seitenansicht, aber eben keiner ist.

© Hersteller

Das Cockpit wirkt mit seinem freistehenden Bildschirm modern, allerdings bremst das Hartplastik ein klein wenig den guten Eindruck. Wirklich ärgern muss man sich allerdings über die Menüführung. Wenn man beispielsweise den Spurhalte-Assistenten deaktivieren will, was zugegeben nicht jeder will, braucht man schon zwei Schritte ins Untermenü zum Ausschalten. Richtig nervig ist hingegen die Bedienung der Klimaanlage, denn beim Surfen ins Untermenü kommt man noch mehr ins Schwitzen als bei all der Affenhitze, die während des Testeinsatzes (und auch darüber hinaus) herrschte. Und vom Verkehrsgeschehen abgelenkt wird man obendrein. Also, liebe Škoda-Techniker: schnell einen einfachen Drehknopf ehebaldigst nachrüsten!

© Hersteller

Topmodell der Scala-Baureihe ist der 1,5-Liter-TSI mit 150 PS, und den haben wir auch für den Test ausgewählt. Eine geschickte Wahl, denn der Vierzylinder tritt engagiert an und dreht willig hoch. Das klingt zwar nicht nach Mailänder Scala, aber stört weiter nicht. Ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ist immer mit und an diese Motorisierung gekoppelt und schaltet schnell und problemlos, ruckelt allerdings manchmal beim zu abrupten Anfahren ein wenig. Kurven nimmt der Scala gelassen, allerdings würde man sich gerade im Serpentinengeschlängel eine nicht ganz so leichtgängige Lenkung wünschen. Doch in der Stadt freut man sich, wie locker und problemlos man den Scala durch dichtes Verkehrsgewühl dirigieren kann.

Škoda Scala 1.5 TSI DSG

Preis: ab €26.480,- (Style)
Motor: 4 Zylinder, Turbodiesel, 1.498 ccm
Leistung: 150 PS (110 kW)
Spitze: 219 km/h
0-100: 8,4 Sek.
Verbrauch: 7,3 l/100 km
Emission: 174 g CO2/km
Fazit: Er sieht gut aus, besonders sein Heck mit der weit heruntergezogenen Scheibe, fährt sich agil und schluckt sensationell viel Gepäck. Allerdings ist er wiederum auch nicht ganz billig