Axel Meister von

Der Prinz in der Golfklasse

Axel Meister - Der Prinz in der Golfklasse © Bild: Mazda

Der Mazda 3 sieht verdammt gut aus, ist cool eingerichtet und fährt sich spritzig. Aber der japanische Beau hat auch kleine Schönheitsfehler.

Nicht nur "Codo" (Sie wissen schon, der dritte aus der Sternenmitte) war 1983 ein Megahit für die Blödelcombo DÖF. Auch Mazda hat mit Kodo (allerdings mit K geschrieben) einen Volltreffer gelandet. Das gleichnamige Designkonzept ist nämlich Garant für herrlich attraktive Modelle des japanischen Autobauers, die dem Mainstream mit Andersaussehen gekonnt trotzen. Gerade ist mit dem Mazda 3 wieder so ein gelungenes Exemplar erschienen (obgleich Attraktivität natürlich immer im Auge des Betrachters liegt), das wir im News-Test natürlich nicht allein nach Schönheitskriterien bewerten wollen.

© Mazda

Eine kleine Bemerkung zum Thema sei aber gestattet: Die lange Front mit dem großen Kühlergrill, die glatten Flanken und das bullige Heck (allerdings mit viel zu kleiner Scheibe) - das hat tatsächlich was. Innen dominiert eine von Sachlichkeit bestimmte Aufgeräumtheit, es gibt wenige Knöpfe, die aber alle für die diversen Assistenzsysteme oder das Infotainmentsystem zuständig sind. Der allerwichtigste Knopf ist der Controller in der Mittelkonsole, denn der Bildschirm für erwähnte Funktionen ist eben kein Touchscreen, ergo gibt es keine hässlichen Fingertapser am Display. Und die Sendersuche im Radio gestaltet sich auch um Welten leichter.

© Mazda

Bevor wir uns hinter das Lenkrad (aus feinem Leder) klemmen, machen wir noch den Sitzcheck im Fond. Und der fällt ziemlich mager aus, zumindest für Passagiere von nicht zu kleiner Gestalt, denn denen drückt das Dach doch auf den Scheitel. Der Fußraum hingegen ist okay, der Kofferraum mit 351 Litern Volumen so halbwegs. In Reihe eins herrschen richtig feine Verhältnisse, denn zum einen hat man alles in Griffweite und gut im Blick, andererseits sind die (in unserem Fall) Ledersitze ausgezeichnet. Also auf gerühmtem Sitz Platz genommen und den Startknopf gedrückt. Bevor es losgeht aber noch ein paar Worte zur ebenso wie das Designkonzept ungewöhnlichen Motorentechnologie namens Skyactiv: Der Benziner arbeitet mit hoher Verdichtung (13 :1), viel Hubraum (zwei Liter) und ohne Turbo. Also gekuppelt, ersten Gang manuell eingelegt (herrlich, wie früher!) und los geht's. Das passiert zwar ziemlich leise, aber auch kraftlos - das sind die weniger lustigen Auswirkungen dieses Motorensystems. Weil im Drehzahlkeller nix los ist, muss der Motor gedreht werden. Das hört man auch (stört nicht weiter), aber dafür kommt ab rund 3.000 Touren richtig Stimmung auf: spontane Gasannahme, gleichmäßige Kraftentfaltung und rasante Beschleunigung. In der Stadt ist jedoch häufiges Gangwechseln gefragt, um den Motor bei Laune zu halten.

Weil die Schaltung knackig, die Lenkung zielgenau und das Fahrwerk ausbalanciert ist, fährt sich der 3er wie einer aus der Sternenmitte.

Mazda 3 Skyactiv - G122

Preis: € 29.590,- (Style)
Motor: 4 Zylinder, Benzin- Sauger, 1998 ccm
Leistung: 122 PS (90 kW)
Spitze: 197 km/h
0-100: 10,4 Sek.
Verbrauch: 6,9 l/100 km
Emission: 164 g CO2/km
Fazit: Sein Erfolgsrezept lautet: Anders als die anderen sein. Das funktioniert beim Design ausgezeichnet, beim Motor in sehr hohem Maße