Karina Sarkissova von

Sexyssovas Intim-Beichte

In ihrer Biografie legt sie einen Seelen-Strip hin und gesteht die Liebe zu Frauen.

Karina Sarkissova posiert © Bild: Roman Zach-Kiesling/NEWS

Das Engagement an der Staatsoper legt sie, zu deren grenzenlosem Nichtbedauern, mit 31. August 2013 zurück. Klar, dass sich Karina Sarkissova neue Erwebssegmente erschließen muss. "Auf spitzen Sohlen" (Primgeiger-Verlag, 22,90 Euro) lautet der Titel ihrer Lebenserinnerungen, die sie aus Anlass ihres unrunden 29. Geburtstags auf den Markt befördert. Die Konsequenzen sind kaum abzusehen, erhöhte Obacht ist angezeigt. Brachte die russische Ballerina bis dato vorwiegend sehr erfahrene Herren um den Verstand (einer klagte, NEWS hat berichtet, gar auf Rückerstattung von Spesen), so sollten sich ab sofort auch reifere Mitbürgerinnen vorsehen: Kurz vor ihrem 29. Geburtstag erklärt sich die zu vielem entschlossene Künstlerin für bisexuell. Radikal neue Perspektiven also, wenn sie ab 7. September für den ORF wieder die Jurorin gibt ("Die große Chance", Freitag, 20.15 Uhr). Aus dem druckfrischen Exemplar kann sich die rechtens stolze Mutter Sarkissova, derzeit auf Wien-Besuch, übersetzen lassen, wohin und wie weit es ihre Tochter gebracht hat. Lesen Sie vorab aus dem Buch, auf das die Welt gewartet hat.

"Ich bin bisexuell."

Ein Jahr dauerte es, ehe der Grazer Autor Eric Sebach das 144 Seiten starke Werk in Kooperation mit der Porträtierten finalisiert hatte. Im NEWS-Interview holt er weit aus: "Unsere Arbeit kann man von Komischer Oper bis hin zur griechischen Tragödie klassifizieren."

Wo aber ist da das detailfrohe Erotik-Kapitel "... und ewig lockt Karina" zu verorten?"Es hat mich gedanklich bisher nicht sonderlich beschäftigt, dass ich bisexuell bin", verrät Karina, "einmal ist das eine anziehend, und dann das andere." Es sei eine große Bereicherung des erotischen Lebens, findet Karina … Was eine Frau attraktiv macht? "Intelligenz, Gelassenheit, eine Spur Verruchtheit, aber auch das Aussehen – ich hab keine Vorliebe für einen bestimmten Typ, ein Mensch fasziniert mich als Ganzes. Eine Frau mit Glatze kann genauso erotisch sein wie eine mit Haaren bis zum Hintern."

Klopfenden Herzens lesen wir weiter: "Ich hatte vor meiner Heirat mit Wolfgang eine Beziehung mit einer Frau, aber es hat nicht wirklich funktioniert. Ich brauche einfach jemanden, bei dem ich mich anlehnen kann – den berühmten Fels in der Brandung. Und da ich selbst sehr stark bin, wünsche ich mir für meine Beziehung einen sehr maskulinen Partner."

Angelehnt hingegen ließ sie selbst nach zehn Jahren Ehe besagten Wolfgang Rudloff, 43. Frau Sarkissova, knapp bilanzierend: "Es war zwar nicht Liebe auf den ersten Blick, eher auf den hundertundersten", lächelt sie verschmitzt – "aber er hat es lange Zeit verstanden, mich so zu nehmen, wie ich bin, und mir eine starke Schulter zu bieten." Mit 17 hatte Karina den damaligen Bauunternehmer kennengelernt – "in einer Großdisco, wo ich mit kohlschwarzer Perücke abgetanzt hab." … Karina macht freilich keinen Hehl daraus, dass auch sie – ähnlich wie die männliche Linie ihrer Vorfahren – nicht allen Verlockungen des Lebens, auch während ihrer Ehe, widerstehen konnte.

Die Frage aller Fragen

Mit nachvollziehbar feuchten Händen setzt der Verfasser nach, und, ein Wunder, die in Privatangelegenheiten sonst so restriktive Künstlerin öffnet sich: Und nun die Frage aller Fragen: Mit wem macht es mehr Spaß – mit Männern oder Frauen? "Wenn man einen Menschen begehrt – vielleicht nur einen Moment –, gibt es keinen Unterschied im Genuss." Karina kann durchaus verstehen, warum Männer für ein Abenteuer mit einer tollen Lady auch in ein einschlägiges Etablissement gehen. "Warum nicht? Ich bin da ein wenig toleranter als die meisten Menschen in Österreich – nur die Doppelmoral unserer Gesellschaft verteufelt diese Lokalitäten."

Die Moral der Sarkissova.

Ursprünglich, so ist zu erfahren, hätte das Werk "Der weiße Schwan" heißen sollen, ehe die spitzsohlige Körperkünstlerin auf den mehrdeutigen Titel umdisponierte. Profitieren können wir in jedem Fall vom Erfahrungsschatz, den die lebensfrohe Künstlerin schon in vergleichsweise jungen Jahren gesammelt hat. "Und was ist nun die Moral von der Geschicht’? Ich würde nie von Anfang an eine offene Beziehung vereinbaren – für mich gehört schon eine gute Portion Tradition dazu, aber ein unabwendbarer Seitensprung ist kein Grund für Scheidung." Eine lustvolle Frau wie Karina ist eben auch eine tolerante – "vielleicht auch deshalb, weil mich das Leben verwöhnt hat".

Match mit Sido im ORF.

Qualifiziert sie sich solcherart als Nachfolgerin des jüngst verstorbenen "Bravo"-Sexualratgebers Dr. Sommer, so stellt sie ihren aktuellen Erfolg auch als Resultat konsequenter Arbeit dar: Wie es scheint, hat sie sich klug in Verhaltensauffälligkeit vervollkommnet, während sich die Kolleginnen an der Ballettstange marterten. "Man muss hart dafür arbeiten, um so zu polarisieren", gibt sich Karina cool. "Es kann der Quote jeder Show nur guttun, wenn die einen mich lieben und andere es lieben, mich zu hassen. Solange sie nicht mit rohen Eiern werfen." Dass Publikumsliebling und Ko-Juror Sido zur ungalanten Diagnose "notgeil" gelangte, will Autor Sebach so nicht stehen lassen. Er kontert vielmehr mit einer Enthüllung, die wie eine Bombe einschlagen wird: Sido raucht! Dass Herr Sido hinter den Kulissen mit seiner Rapper-Clique den Ruheraum vollqualmt (...), ist für Karina auch nicht so schwer zu ertragen. Im Gegenteil – Zigarettenrauch hat eine beruhigende Wirkung auf die Nichtraucherin, die sich davon an ihre Eltern erinnert fühlt.

Ohne Schmerzgrenze.

Der ORF engagiere sie wohl, "weil ich nicht verberge, was ich mir denke". Sie wolle sich immer treu bleiben, droht sie im Buch gefährlich. Karina schafft das meistens, weil sie nur so und nicht anders leben kann. Ohne Bock darauf, sich zähmen zu lassen, und (fast) ohne Schmerzgrenze. "Es gab im Laufe meiner Karriere kaum Vorgesetzte, die nicht mit teilweise plumpen Andeutungen versucht hätten, die gemeinsamen Geschäftsbeziehungen etwas zu erweitern", plaudert Karina aus dem Nähkästchen einer Tänzerin. Namen sind Schall und Rauch, aber man mag an dieser Stelle gerne über Choreografen, Direktoren und Regisseure spekulieren.

Jetzt zittern aber alle, die sie entweder nicht oder nicht mehr beschäftigen wollten.

Die Angst der Skandal-Ballerina.

In dem Kapitel "Keine stirbt so schön wie Karina ..." schließlich geißelt sie die enthemmten Massen, die ihr im Gefolge einer Aktfotoserie für das Fachperiodikum "Penthouse" zu Leibe rückten: "Wenn dein Auto wochenlang mehrmals mit ein- und demselben Anfangsbuchstaben zerkratzt wird, ist das nicht nur lästig, sonden es bereitet einem, gelinde gesagt, Unbehagen." Wer dahinterstecken könnte? "Keine Ahnung, vielleicht ein gekränkter Mann, der sich falsche Hoffnungen gemacht hat und danach Macht und Trotz demonstrieren wollte." Genauso kann es Karina nicht verstehen, dass jemand via Facebook – natürlich anonym – abseits des guten Geschmacks wandelt – und ihr in irgendeiner Form nachspioniert. "Als du heute Vormittag über die Straße gingst, schienst du traurig zu sein – doch am Abend beim Verlassen des Hauses hast du hinreißend ausgesehen." Solche Geschichten sind auch Grund genug für eine Anzeige. "Ich hatte einfach Angst", gesteht Karina, "du schaust daheim 30 Mal nach, ob du auch wirklich abgesperrt hast, und verbarrikadierst die Balkontür."

Und so pflügt sich Dichter Sebach unverdrossen durch die schon für dokumentationswürdig befundenen 29 Jahre. In stundenlangen Gesprächen gelangte der feinsinnige Literat zur Erkenntnis, dass Frau Sarkissova das Gefühl der Peinlichkeit schlicht fremd sei: "Ich kenne niemanden, der narzisstischer ist als sie." Sein Ziel sei es gewesen, dem Hollywood-Blockbuster "Black Swan" auf Österreichisch zu begegnen. "Ich glaube, das ist mir auch gelungen", sagt er, und in der Tat: Die filmische Umsetzung in der Karlich-Show kann nur eine Frage der Zeit sein.

Die ganze Geschichte lesen Sie im aktuellen NEWS 36/2012!

Kommentare

Urlauber2620

Aber jeder nervende Möchtegern-Promi wird beim ORF beschäftigt.Ob Sido oder andere Prahler,Hauptsache man wird als Juror bezeichnet.Zu allem fähig aber zu nichts zu gebrauchen.

Hoffentlich kauft keiner dieses Buch! Es gibt leider viel zu viele C-D-Promis die nerven !!!

die geht mir schon soooooo auf die nerven, diese frau.....

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