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Elfriede Jelinek nimmt
für Handke Partei

Kultur - Elfriede Jelinek nimmt
für Handke Partei © Bild: APA/Roland Schlager

Im Disput um den Literaturnobelpreis für Peter Handke meldet sich nun via news.at endlich eine unstrittig kompetente Stimme: Nobelpreis-Kollegin Elfriede Jelinek hatte sich schon am Tag der Bekanntgabe begeistert geäußert. Da die Diskussion allmählich am Abklingen sein dürfte, kann der Appell der Nobelpreisträgerin wohl als eine Art Schlussakkord verstanden werden.

„Ich würde sagen, daß mir, als ich den Preis bekommen hatte, Mitglieder der Akademie erklärt haben, daß der Preis für nichts andres als die literarische Qualität der jeweiligen Arbeit vergeben wird. Für nichts sonst. Daran halte ich mich (und hält sich die Akademie hoffentlich derzeit immer noch). Der große Dichter Handke hat den Nobelpreis zehnmal verdient. Man müßte sonst einem antisemitischen Ungeheuer wie Céline jeden literarischen Rang absprechen, und er ist doch zweifellos einer der Bedeutendsten. Die Beispiele sind ja bekannt: Hamsun, Ezra Pound (es gibt heute sogar eine neofaschistische Bewegung, die Casa Pound, samt dazugehörigem Haus). Pounds Werk könnte man dafür doch vielleicht in den Käfig sperren? Das wär doch mal was.

Wenn alle in eine Richtung rennen, müssen die Künstler als einzige in die andre, das ist nicht nur ihr Recht, sondern ihre Pflicht, auch wenn ihnen dabei noch so viele entgegenkommen, die keineswegs entgegenkommend zu ihnen sind. Das muß man dann halt aushalten."

Elfriede Jelinek

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