Fahrtest von

Für einen richtig
rasanten Sommer

Fahrtest - Für einen richtig
rasanten Sommer © Bild: BMW AG/Bernhard Limberg

Der neue BMW Z4 ist wieder ein Roadster aus echtem Schrot und Korn. Mit Stoffverdeck, sechs Zylindern und Fahrspaß ohne Grenzen.

Der BMW Z4 hat seit seinen Anfängen als entspanntes Cabrio Z3 bis zur aktuellen, dritten Generation des Nachfolgers Z4 eine imposante Entwicklung hingelegt. Bei Kindern würde man vielleicht sagen: "Groß ist er geworden, der Kleine." Zum Z4 kann man getrost sagen: "Sportwagen ist er geworden, der Offene." Freilich machen solch rasanten Entwicklungsschübe Eltern wenig Freude, weil der liebe Nachwuchs schon wieder aus dem Gewand gewachsen ist. BMW-Fahrer mögen über die neue Preisgestaltung - der von uns gefahrene Z4 M 40i (340 PS) ist nicht unter 70.500 Euro zu haben -nörgeln, das Fahrfeeling, um es vorweg zu nehmen, ist einfach sensationell.

© BMW AG/Bernhard Limberg

Und noch eins: Der neue Z4 hat seinen Blechhut ab-und die Stoffmütze wieder aufgesetzt. Sehr zu unserem Gefallen! Da kommen, freilich der Optik halber, beinahe nostalgische Gefühle auf. Die vertreibt man freilich blitzschnell, wenn man sich in den Zweisitzer bei geschlossenem Verdeck reinfaltet. Die Sitze sind schön eng, das Lenkrad ein alter Bekannter, aber dann fällt unser Blick auf das "Live Cockpit Professional" genannte Digital-Cockpit. Gut, gegen die beiden 10,25-Zoll-Displays wäre per se ja nichts zu sagen, aber jener direkt hinter dem Lenkrad stellt die Armaturen dar. Natürlich digital und, als würde das nicht schon reichen, mit in einem Oval dargestellten, gegenläufigen Tacho und Drehzahlmesser. Letzterer läuft gegen den Uhrzeigersinn. Dafür tröstet ein wenig der zweite, mittig platzierte Bildschirm, der leicht zum Fahrer geneigt ist, mit frei individualisierbaren Anzeigen; alle Farben und Formen sind möglich.

Genug gemosert, jetzt geht es um wirklich Essenzielles. Also Fenster runtergesurrt, Verdeck in zehn Sekunden elektrisch zurückgeklappt, das Mini-Windschott zwischen den Überrollbügeln darf steckenbleiben, den jetzt in der Mittelkonsole platzierten Startknopf gedrückt, Wählhebel auf D, und los geht es. Der Sechszylinder meldet sich mit sonorem Klang zum Dienst, der Z4 legt mit Inbrunst ab. Der Motor hängt fein am Gas, das Fahrwerk federt grobe Unebenheiten weg, die Achtgang-Wandlerautomatik arbeitet so exakt, dass man gar nicht auf die Idee kommt, die Schaltpaddles zu bedienen.

© BMW AG/Bernhard Limberg

Freilich ist die Frischluftzufuhr grandios - da kommt kein Dyson-Föhn mit. Dann Dach zu, das funktioniert bis Tempo 50, und tatsächlich bläht sich das verstärkte Verdeck nicht die Spur auf.

Das ideale Terrain für den starken Z4 ist die Landstraße. Hier schalten wir den übereifrigen Spurhalteassistenten weg, aber den Fahrmodus "Sport" ein, genießen sogleich die obszöne Beschleunigung aus Drehzahltiefen und freuen uns auf die erste Kurve. Die wird dank Sportlenkung und Hinterradantrieb mit Sperrdifferenzial zum Fest, das erst ein kleiner Heckschlenzer krönt.

BMW Z4 M40i

Preis: € 72.500,-
Motor: 6 Zylinder, Turbobenziner, 2.998 ccm
Leistung: 340 PS (250 kW)
Spitze: 250 km/h
0-100: 4,5 Sek.
Verbrauch: 9,8 l/100 km
Emission: 233 g CO2/km Fazit: Der Z4 ist eigentlich ein Österreicher. Na, sagen wir, ein halber. Denn er wird für alle Märkte dieser Welt in Graz bei Magna produziert, und die Motoren kommen allesamt aus Steyr. Das macht schon stolz!