Konjunktur von

Europas Top-Unternehmen:
Österreich mit dabei

Drei heimische Firmen unter den 300 umsatzstärksten Unternehmen

Ein Ausblick auf das OMV-Gebäude in Wien. © Bild: dinkaspell/Thinkstock

Unter den 300 umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen Europas befinden sich mit dem Öl- und Gaskonzern OMV, dem abwanderungsfreudigen Stahlkonzern voestalpine und dem steirischen Maschinenbauer Andritz drei österreichische Firmen, zeigt eine vom Berater EY am Montag veröffentlichte Studie. US-Unternehmen entwickeln sich demnach im Vergleich zu europäischen Konzernen deutlich besser.

Die OMV lag 2013 im Europa-Ranking auf Platz 37, die Voest auf Platz 162. Beide verbesserten sich gegenüber dem Vorjahr um zwei Plätze. Der Maschinenbauer Andritz war 2012 noch gar nicht unter den Top 300 und schaffte 2013 den Sprung auf Platz 283, so Pressesprecherin Kristin Posch auf APA-Anfrage. Auf den ersten drei Plätzen gab es mit den Ölriesen Royal Dutch Shell und BP sowie Volkswagen auf Platz drei keine Veränderung. Bei der Reihung der US-Unternehmen gab es einen Wechsel. Der Handelskonzern Wal-Mart verbesserte sich vom zweiten auf den ersten Platz, gefolgt vom Ölkonzern Exxon Mobil und dem Energiekonzern Chevron.

US-Konzerne sind profitabler

Die US-Konzerne haben umsatz- und gewinnmäßig die Nase vorn: Während die Top 300 Unternehmen Europas 2013 den Umsatz nur um 0,5 Prozent steigern konnten und beim Gewinn einen Rückgang von drei Prozent erlitten, stiegen bei den US-Firmen die Umsätze um vier Prozent und die Gewinne um fünf Prozent.

Dazu würden US-Unternehmen mit weniger Umsatz deutlich mehr Gewinn erwirtschaften, so EY. Der Gewinn der US-Unternehmen lag im Vorjahr bei leicht niedrigerem Umsatz um 188 Mrd. Euro über dem der europäischen Konzerne.

Starker Euro und schwache Konjunktur bremsen

Die US-Unternehmen profitierten von der guten Entwicklung auf dem Heimatmarkt, dem schwachen US-Dollar und den niedrigeren Energiekosten. Im Jahresdurchschnitt habe sich der Dollar gegenüber dem Euro um drei Prozent verteuert. "Die europäische Wirtschaft kommt nur mühsam in Fahrt und bietet derzeit wenig Wachstumspotenzial", so Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich, in einer Aussendung.

Ein weiterer Grund für das bessere Abschneiden der US-Wirtschaft sei der unterschiedliche Branchenschwerpunkt: "In Europa dominiert nach wie vor die 'Old Economy', also Industrie- und Rohstoffkonzerne", sagte Schwartz. Im Gegensatz dazu herrsche in den USA die IT-Branche vor: Unter den zehn gewinnstärksten Unternehmen befinden sich in den USA drei IT-Konzerne, während man in Europa keinen einzigen findet. Die Vormachtstellung der USA in der IT-Branche könnte sich zu einem massiven Standortnachteil Europas entwickeln, so Schwartz.

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