Studie von

Sinnhaftigkeit des Jobs
für Österreicher enorm wichtig

Plus: Was sind die Beweggründe, um zu Arbeiten - außer dem Geld?

arbeit büro © Bild: iStockphoto

Um den Lebensunterhalt bestreiten zu können, ist Arbeit für essentiell. Was aber sind darüber hinaus deren Beweggründe, um sich tagtäglich auf den Weg ins Büro zu machen? Gibt es neben dem Gehalt noch weitere Faktoren – etwa Selbstverwirklichung oder Spaß am beruflichen Schaffen? Diesen Fragen ging eine aktuelle Studie nach.

Wieso stehen die Menschen in Österreich jeden Tag auf und gehen ihrer Arbeit nach? Genau ein Viertel der Befragten ist der Meinung, dass Arbeitstätigkeit ein wichtiges Statussymbol sei. Besonders stark ausgeprägt ist diese Sichtweise bei jungen Menschen (33,7 %). Außerdem fällt auf, dass Frauen (27,9 %) ihren Status stärker über Berufstätigkeit definieren als Männer (22,5 %). Das besagt die aktuelle repräsentative Studie „Kompass Neue Arbeitswelt“ von marketagent.com, präsentiert von Xing, in deren Rahmen 1.001 Erwerbstätige in Österreich zwischen 18 und 65 Jahren befragt wurden.

Jutta Perfahl-Strilka, Director New Business Sales DACH und Prokuristin bei XING E-Recruiting in Österreich, sieht in den Ergebnissen gesellschaftliche Entwicklungen: „Die Bedeutung von Frauen in der Arbeitswelt ist seit einigen Jahren ein großes Thema. Wenig verwunderlich möchten sich Frauen dadurch auch stärker über ihren Beruf und nicht nur über ihre Rolle in der Familie definieren. Bei jungen Menschen ist die Tatsache, Arbeit zu haben, von großem Status, der durch den Namen des Arbeitsgebers und die Position nochmals steigt.“

60 % sehen Arbeit als menschliches Grundbedürfnis

Darüber hinaus ist für sechs von zehn ArbeitnehmerInnen in Österreich Arbeit ein menschliches Grundbedürfnis. Die größte Zustimmung findet die Aussage in den Altersgruppen der 18- bis 24-Jährigen (30,4 %) und der Generation 50+ (28,3 %). Im Gegenzug empfindet insgesamt nur jede/r Zehnte (10,2 %) Arbeit als die „Geißel der Menschheit“. Weiters gibt rund jede/r Fünfte (21,5 %) an, nur zu arbeiten, um Geld zu verdienen. Hier zeigen die Studienergebnisse allerdings einen deutlichen Schnitt: Ab einem monatlichen Bruttolohn von EUR 2.500,- sinkt dieser Anteil erheblich.

Jede/r Dritte hat Spaß im aktuellen Job

„Für viele ist Arbeit ein Mittel zum Zweck, nämlich um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Sobald für diesen gesorgt ist, folgen jedoch bald Spaß an der Arbeit und eine spannende Tätigkeit als Motivation. Die Studie zeigt auch, dass eine spannende Tätigkeit mit steigendem Alter, Einkommen und Bildungsgrad immer mehr an Bedeutung gewinnt. Wir sehen also, dass mit steigender Lebenserfahrung immer klarer wird, was einem wichtig ist und das ist die Arbeit an sich und der tiefere Sinn darin. Es zeigt damit auch schön, Arbeit muss nicht weh tun, sie darf auch begeistern“, interpretiert Perfahl-Strilka die Studienergebnisse.

Sinnhaftigkeit enorm wichtig

Des Weiteren wünschen sich fast neun von zehn Befragten Sinnhaftigkeit im Job, unabhängig von Geschlecht und Alter. „Sinnhaftigkeit spielt im Job für Berufstätige eine zentrale Rolle. Zudem unterstreichen unabhängige Studien, dass Sinn-getriebene Unternehmen wirtschaftlich besser performen und Mitarbeiter loyaler und engagierter sind. Für Firmen sollte das ein doppelter Anreiz sein, potenziellen Kandidaten und Mitarbeitern noch besser aufzuzeigen, warum ihre Tätigkeit wichtig ist und welchen Beitrag jeder einzelne erbringt", so Perfahl-Strilka.

6 von 10 ÖsterreicherInnen beschäftigen sich auch in der Freizeit mit Arbeit

Je größer die Identifikation mit dem Beruf – sei es durch Spaß an der Arbeit, Sinnhaftigkeit oder einfach ein angenehmes Betriebsklima – desto eher beschäftigen sich Arbeitnehmer auch in der Freizeit mit beruflichen Themen. 19,3 % geben an, das häufig zu tun, weitere 40,5 % zumindest gelegentlich. Mehr als ein Viertel (28,5 %) beschäftigt sich außerhalb der Arbeitszeit nur selten mit arbeitsbezogenen Fragen. Wichtigste Ansprechpartner sind dabei die Partnerin bzw. der Partner, ArbeitskollegInnen im privaten Umfeld sowie Freunde. Je höher die Position im Unternehmen, desto höher auch der Anteil an „sonstigen Personen“, mit denen man sich austauscht. Darunter fallen etwa auch Coaches und Mentoren.