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Wann der Chef sauer ist

Studie: Ärger bei männlichen Vorgesetzten leichter erkennbar als bei weiblichen

Fakten - Wann der Chef sauer ist © Bild: istockphoto.com

Untergebene können den Ärger des Chefs besser von dessen Gesicht ablesen als jenen der Chefin. Das zeigt eine Studie mit Beteiligung von Forschern der Webster Vienna Private University, in der Einflüsse von Geschlecht und beruflicher Stellung auf die Wahrnehmung von Gesichtsausdrücken untersucht wurden. Die Studie wurde im Fachblatt "International Public Management Journal" veröffentlicht.

Vorgesetzte führen auch durch ihren Gesichtsausdruck. Wie dieser wahrgenommen wird, hängt aber von der beruflichen Position und dem Geschlecht ab. "Unser Gesicht drückt nicht nur Emotionen aus, sondern ist auch ein wichtiges Steuerungsinstrument für den Umgang mit Mitmenschen", erklärte Marc Mehu vom Department of Psychology der Webster Uni, der mit US-Kollegen die Studie durchgeführt hat, in einer Aussendung der Webster Uni. Die Mimik beeinflusse damit auch das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen und wirke sich so auf Jobzufriedenheit, Einsatz, Krankenstand, etc. aus.

In der Untersuchung wurden rund 100 Probanden Bilder verschiedener Gesichter von Männern und Frauen mit unterschiedlichen Emotionen (Überraschung, Freude, Traurigkeit, Furcht, Ärger, Ekel) vorgelegt, die mit bestimmten Job-Beschreibungen, Verantwortungen und Ausbildungen gepaart waren. Dabei zeigte sich, dass Gesichtsausdrücke von Vorgesetzten tendenziell besser und eindeutiger identifiziert wurden als jene von Untergebenen.

Freude am leichtesten erkennbar

"Freude" wurde am deutlichsten erkannt, unabhängig von der beruflichen Stellung und dem Geschlecht. Deutliche Geschlechterunterschiede zeigten sich bei einer "Ärger" ausdrückenden Mimik: Dies konnte bei männlichen Chefs klar eindeutiger identifiziert werden als bei weiblichen Chefs.

"Hierarchien und Wettbewerb sind für Männer wichtige Dimensionen ihrer sozialen Interaktion. Der Ausdruck von Ärger ist dabei ein bedeutendes Mittel", erklärte Mehu dieses Ergebnis. Frauen seien dagegen in ihren sozialen Interaktionen mehr auf die Stabilität des sozialen Umfelds fokussiert - dabei Ärger auszudrücken, helfe wenig dabei.

Hohe Unterschiede bei Untergebenen

Diese Konzepte würden entsprechend die Erwartungshaltung beeinflussen: "Wir erwarten den Ausdruck von Ärger ganz einfach eher von einem männlichen als von einer weiblichen Vorgesetzten - und interpretieren deren Gesichtsausdrücke entsprechend", so Mehu, der sich in dieser Interpretation durch ein weiteres Ergebnis bestätigt sieht: Der Ausdruck von "Traurigkeit" - ein Signal für Empathie und Sorge - wurde völlig unabhängig vom beruflichen Status bei Frauen eindeutig klarer identifiziert.

Geschlechterunterschiede bei der Interpretation zeigten sich am ehesten, wenn die Bilder von Untergebenen gezeigt wurden. So wurde "Angst" bei männlichen Untergebenen eindeutiger identifiziert als bei weiblichen, "Missfallen" war dagegen bei weiblichen Untergebenen klarer erkennbar als bei männlichen.

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