Spitzentöne von

Das letzte Jahr der
vertrauten "Burg"

Heinz Sichrovsky © Bild: NEWS

Am Burgtheater beginnen früh die ersten Premieren der neuen Saison - der letzten, für die Karin Bergmann die Verantwortung trägt. Aus der tollkühnen Einspringerin in der Krise anno 2014 wurde eine souveräne, mit dem vorjährigen Schwerpunkt auf die österreichische Gegenwart sogar vordenkende Theaterleiterin. Der Blick auf die Besetzungen der Klaus-Mann-Dramatisierung "Mephisto" und der Horváth-Produktion "Glaube Liebe Hoffnung" macht zudem bewusst, dass das Abschiednehmen ein noch umfassenderes ist: In beiden Produktionen sind mehrere der 19 Schauspieler beschäftigt, die vom designierten Direktor Martin Kušej an die Luft befördert werden. Zunächst sollten es noch mehr sein, doch konnten besonders widersinnige und kontraproduktive Entscheidungen wegverhandelt werden. Ein über vier, womöglich fünf Direktionen zusammengewachsenes Ensemble löst sich also im Sommer 2019 auf. Außerdem müssen sehr viele Personen aus dem administrativen Bereich gehen. Zum Beispiel die komplette Presseabteilung, die dem Haus seit den Tagen des Direktors Bachler ein exzellentes Netz geschaffen und die Krise anno Hartmann mit Bravour durch die Öffentlichkeit manövriert hat. Wie unklug, wie selbstüberschätzend! Die Hinterbliebenen aller Formationen sind nämlich nach wie vor in mächtiger Überzahl. Und auf zertrampelter Erde ist schon mancher Feldherr glorios untergegangen.

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