Sonnenaufgang am Falkert

Stimmungsvoll den Tag beginnen

Sonnenaufgang am Falkert © Bild: Georg Khittl

Es ist 03:40 Uhr, es nieselt und es hat 14 Grad. Hätte ich nicht doch noch eine Fliesjacke einpacken sollen? Während die Scheibenwischer im Shuttlebus sich träge hin- und herbewegen, beschreibt Stefan, unser Wanderführer, den Weg, der vor uns liegt. „Wir gehen den Falkertspitz rauf“, erklärt er. „Zirka 350 Höhenmeter. Reine Gehzeit: 1,5 Stunden. In der Dunkelheit rechnest du besser mit 2 Stunden. Um 05:26 Uhr soll die Sonne aufgehen. Bis dahin sind wir leicht oben.“

„Gemma’s an“, sagt er beim Aussteigen und acht Gestalten, von denen nur die Umrisse zu erkennen sind, setzen sich in Bewegung.
Stefan versteht es nicht nur, eine sehr unterschiedliche Gruppe bei der Stange zu halten, er kann sich auch im Gehen ihrem Tempo anpassen, was gar nicht so leicht ist.

Der Boden fühlt sich weich an wie ein Teppich. Die Regentropfen klopfen auf die Kapuze meiner Jacke, ich höre den eigenen Atem und das Knirschen der Schritte, als wir von der Wiese auf den Schotterweg wechseln.
Das Interessante am Gehen im Dunkeln ist, dass man Geräusche stärker wahrnimmt, als wenn das Auge beteiligt wäre. Ups! Im Finstern einen Bach zu überqueren will auch geübt sein!

  • Bild 1 von 8 © Bild: Irene Hanappi
  • Bild 2 von 8 © Bild: Irene Hanappi

Der Himmel ist grau, eine Spur heller als die sich abzeichnenden „Nocken“. Die bilden ein Muster aus Wellenlinien und wirken wie riesige ruhende Tierkörper. Man sieht, woher der Name „Nockberge“ kommt: rundliche Formen sind es, sanft geschwungene Hügel. Wandern hat hier in der Region Bad Kleinkirchheim weniger mit Kraftanstrengung zu tun als anderswo. Es geht ums Natur-Erleben.

Jeder Windhauch bringt eine Art Gesichtsdusche. Die Stirnlampen erzeugen Lichtkegel, in denen die Schritte sich wie Scherenbewegungen abzeichnen. Der Rhythmus findet sich wie von selbst. Die Dämmerung kommt unmerklich. Der Himmel ist jetzt fliederfarben. Am Gipfel begrüßt uns ein „Steinmandl“, eine Tafel mit den Namen sämtlicher „Nocken“, und natürlich das Gipfelkreuz. Die Bergspitzen rundum, ja die ganze Landschaft, kann man nur erahnen. Das macht die Szene so geheimnisvoll: Alles ist in Weiß gehüllt. Die Nebelschwaden reißen auf und im nächsten Moment umhüllen sie die Berge wieder. Mit etwas Fantasie lässt sich, dort wo Osten ist, ein roter Schimmer erkennen.
Als wir den Falkertsee erreichen, bricht der Tag an. In den Hotels und Pensionen schläft alles noch. Ein Bauer trägt die Melkmaschine vom Haus in den Stall und grüßt verschlafen. Seine Kühe kommen den Weg herunter, ohne dass jemand sie gerufen hätte. In der kleinen Jausenstation ist der Tisch für uns gedeckt. Alle wollen die selbst gemachte Brombeermarmelade kosten und Stefan erzählt, dass seine Oma den Kärntner Reindling immer ohne Nüsse – nur mit Zimt und Zucker – gemacht hat.

Noch zu Hause habe ich diesen Geschmack im Mund.

www.badkleinkirchheim.at

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