Schneiders Rat von

Weniger
jammern

Schneiders Rat - Weniger
jammern © Bild: Privat

Probleme, kenn ich nicht...

Ach, wie schön wäre es doch, das von sich selbst behaupten zu können. Früher hab ich oft gelacht, wenn mich Personen, die schon etwas älter waren, um meine unbeschwerte Jugend beneidet haben. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich jemals wirklich unbeschwert war. Bei der Verteilung des Pflichtbewusstseins habe ich nämlich leider mindestens zweimal "Hier!" gerufen. Ganz laut und deutlich, damit ich auch wirklich genug davon mitbekomme. Während meiner Schulzeit hat man davon zwar ehrlicherweise noch gar nicht soooo viel gemerkt. Seit ich erwachsen bin, oder zumindest in der Postadoleszenz, dafür (leider) um so mehr. Eine meiner besten Freundinnen, groß geworden in der früheren DDR, hat einmal zu mir gesagt: "Du bist noch deutscher als deutsch." Ich denke, an dieser Stelle muss ich meine Ausführungen jetzt nicht mehr weiter fortführen

Warum machen wir (ich erlaube mir jetzt einfach, in der Mehrzahl zu schreiben) uns aber eigentlich selbst so gerne Probleme? Nämlich im Endeffekt in den meisten Fällen wegen irgendwelcher Kleinigkeiten? Liegt das an unserer Mentalität, dass der Österreicher an sich einfach gerne jammert? Im Sommer ist uns zu heiß, im Winter zu kalt. Dazwischen zu windig, zu schwül, zu viel/zu wenig Schnee Unendlich Was das Wetter angeht, haben wir in unserem Land sichtlich ein Dauerproblem. Auch sonst sind wir Erwachsenen Spitzenklasse darin, Dinge zu finden, die wir als "Problem" bezeichnen. Damit sollten wir jetzt aber endlich aufhören, wie ich finde. Was würden Sie denn von einem gemeinsamen Experiment halten? Jedes Mal, wenn einer von uns an das Wort "Problem" denkt, muss er/sie einen Euro in ein "Anti-Problem-Sparschwein" werfen. Und wenn das Wort gar ausgesprochen wird, zwei Euro. Selbst wenn sich das Sparschwein schnell füllt, haben Sie dann zumindest ein Problem weniger. Sie haben nämlich definitiv wieder Erspartes. Und dieses Geld sollten Sie dann völlig problemlos ausgeben und einfach unbeschwert verpulvern. So haben Sie zumindest einen Teilerfolg zu verzeichnen. Das wäre, wie ich finde, doch zumindest einmal einen Versuch wert. Oder was meinen Sie?

www.dr-sabine-schneider.at, facebook.com/gluecklicherleben

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