Umweltverschmutzung von

EU-Umweltkommissar will Plastiksackerl verbieten lassen

Auch Untersagung von EU-konformen Behältnissen soll erlaubt sein

EU WILL VERBRAUCH VON PLASTIKSACKERL EIND€MMEN © Bild: APA/Fohringer

EU-Umweltkommissar Janez Potocnik will den Verbrauch von Plastiksackerl innerhalb der EU-28 drastisch reduzieren. Sämtlichen Mitgliedstaaten soll dabei freigestellt werden, welche Maßnahmen sie ergreifen wollen, um den stetig wachsenden Müllberg einzudämmen. Die ersten Reaktionen aus Österreich waren durchwegs positiv. Sowohl Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) als auch Grüne und SPÖ fordern ein Umdenken.

"Jedes Jahr landen in Europa mehr als acht Milliarden Plastiksackerl auf dem Müll und verursachen enorme Umweltschäden", appellierte Potocnik am Montag in Brüssel. Der Entwurf seines Vorschlags betrifft zwei Punkte der 1994 beschlossenen Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle. Neben Abgaben und nationalen Reduktionszielen sollen auch Marktbeschränkungen erlaubt sein. Als Option sollen diese laut Positionspapier auch abweichend vom Artikel 18 der Verpackungsrichtlinie möglich sein. Dieser Artikel untersagt das Verbot von Verpackungen, die dieser Richtlinie entsprechen.

Ebenfalls sollen die Mitgliedstaaten verpflichtet werden, Maßnahmen zu ergreifen, mit denen der Verbrauch von Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke unter 50 Mikron (1 Mikron = 1/1000 Millimeter) reduziert wird, da diese seltener wiederverwendet werden als Kunststofftaschen aus stärkerem Material. Derartige Gesetzgebungsverfahren, die bei einer Änderung der Richtlinie 94/62/EG notwendig wären, dauern in der Regel mehrere Monate, ein Beschluss vor der Europawahl im Mai 2014 könnte aber möglich sein, hieß es am Montag in EU-Parlamentskreisen in Brüssel.

Verbrauch von Plastiksackerln
© APA/Schmitt

Der Aufholbedarf bei den insbesondere die Meeresfauna gefährdenden Sackerl ist nicht für alle EU-Staaten gleich: "Einige Mitgliedstaaten waren bei der Reduzierung des Verbrauchs an Kunststofftaschen bereits sehr erfolgreich. Wenn andere Mitgliedstaaten folgen, könnten wir den derzeitigen Verbrauch insgesamt um bis zu 80 Prozent verringern", hoffte der Umweltkommissar. Die Bedrohung für die Gewässer sei jedenfalls enorm, allein im Mittelmeer würden mehr als 200 Milliarden Kunststoffteilchen mit einem Gesamtgewicht von 500 Tonnen treiben, hieß es zuletzt.

198 Sackerl pro Jahr

Laut den Zahlen der Kommission verbraucht jeder EU-Bürger durchschnittlich 198 Plastiksackerl pro Jahr - der größte Teil davon aus leichtem Kunststoff. Große Unterschiede gab es beim jährlichen Verbrauch, der zwischen vier Taschen in Dänemark und Finnland und 466 in Polen, Portugal und in der Slowakei liegt, so die Schätzungen. In Österreich liegt dieser Wert bei 51. Nach Angaben des Umweltministeriums beträgt das Gesamtgewicht des jährlichen Aufkommens an Kunststofftragetaschen zwischen 5.000 bis 7.000 Tonnen, was 0,01 Prozent aller Abfälle entspreche. Die Verwertung erfolge stofflich oder thermisch.

Positive Reaktionen

Die Reaktionen auf den Vorschlag Potocniks waren durchwegs positiv. "Jedes Plastiksackerl weniger ist ein Schritt hin zu mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Das Ziel muss sein: Weg vom Plastiksackerl", sagte Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP). Begrüßt wurde das Maßnahmenpaket auch von SPÖ und Grünen. Allerdings gab es auch Kritik an den politisch Verantwortlichen. So meinte etwa die Grüne Umweltsprecherin Christiane Brunner: "Während viele Länder bereits ein Verbot oder eine Steuer auf Plastiksackerl umgesetzt haben, hat sich die österreichische Bundesregierung bisher immer auf die EU ausgeredet und alle wirksamen Maßnahmen blockiert. Die Zeit der Ausreden ist jetzt endgültig vorbei."

Kommentare

Forest w.

Ist ja nur Ablenkung ! Typisch Medien

Ignaz-Kutschnberger

Die Politiker werden schon wissen warum...
Unter KGB Zeiten diente das nützliche Plastiksackerl nicht nur zum Einkaufen, sondern auch dazu unliebsame Mitbürger mit einem Sackerl über den Kopf...naja, das ist wohl eine andere Geschichte ;)
...wie gesagt, die Politiker werden schon ihre Gründe haben, weil sie gerade jetzt so gegen diese vielseitig verwendbaren Taschen sind...

Ein Schritt in die richtige Richtung, dennoch pure Augenwischerei. Wenn man einen Supermarkt betritt und sich ansieht was da alles unnötig in Plastik eingepackt ist, da machen die Sackerl nicht gerade einen hohen Prozentsatz aus.

Am schlimmsten finde ich persönlich ja Plastikflaschen. Komplett unnötig und soll sogar gesundheitsschädlich sein.
Deswegen trinke ich meine Getränke fast ausschließlich aus Glasflaschen! Wasser, Fruchtsäfte, Bier, Wein sogar Limonade findet man noch in Glasflaschen. Also einfach etwas auf das eigene Kaufverhalten achten und man kann eine Riesenmenge (!) Müll einsparen. Und das bei nur einer einzelnen Person.

Wer Plastic planet gesehen hat, weiß wie sich dieses Dreckszeug auswirkt. Nur eine Augenauswischerei ist's trotzdem und bezeichnend, denn Millionen Produkte kommen in bunten unnötigen Plastikverpackungen daher, in der Mehrheit völlig dysfunktional und nur dem Werbeaufdruck dienend, da ändert man nichts, obwohl das den größten Dreck ausmacht, aber das Sackerl muss weg.
Naja, Umweltschutz Marke EU halt.

11223344 melden

wie wäre es wenn wir aus kostengrnden die eu und ihre kommisare einsparen? da würde auch die umwel profitieren, die ewigen hin- und herflüge von den parlamentarier würden wegfallen und jedes land könnte sich erholen und die überzähligen beamten endlich zur arbeit einteilen.

christian95 melden

WIR verdienen nichts anderes! "WIR" haben mit 2/3 JA zu dieser EU gesagt - nun haben wir sie! Die Schweizer müssen sich biegen vor lachen.

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Ja, aber nur deshalb, dass wir heute Griechenland, Rumänien, Bulgarien und....fördern dürfen :))

heinz49 melden

200 Milliardeen Teilchen im Mittelmeer mit einem Gewicht von 500 tonnen, entspricht
einer Teilchengröße von ca. 3 mm3, irgendwie glaube ich das die Zahlen nicht stimmen

wintersun melden

Viele dieser Kunststoffteile sollen ja ziemlich winzig sein, in Millimetergröße. Aber zu den angeführten Zahlen kann ich ich auch nichts genaueres sagen.

Jedes Monat ein neuer Rekord bei den Arbeitslosen! Aber die hochbezahlten Bonzen in Brüssel kümmern sich um Plastiksackerl.

mawi67 melden

Haun wir eine Steuer drauf und alles ist wieder gut !

christian95 melden

Ich kenne da eine andere Meldung: Der Internationale Währungsfonds schlägt eine Zwangsabgabe auf Sparguthaben in der Höhe von zehn Prozent vor. Damit würden Sparer in Österreich erneut Milliarden verlieren. Die Zinsen auf Sparguthaben sind niedrig. Das bedeutet, dass Sparer sukzessive Geld verlieren, während die Staaten ihre Schulden bequem abbauen können.

christian95 melden

Pro Jahr entgehen den österreichischen Sparern dadurch 3,5 Milliarden Euro......

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Ja, das habe ich auch schon gehört. Und nach dem Tabubruch in Zypern, wo man die Banken das erste Mal mit dem Geld der Sparer rettete, wirds jetzt scheinbar zur Norm, denn ist das "Prinzip" mal ruiniert lebt sich's völlig ungeniert. Und man bringt sein Geld ja nicht zur Bank damit es einigermaßen sicher sei, sondern damit die sich bedienen können, wenn sie sich wieder trottelig verzockt haben. Die Staaten sind schon ausgeblutet, jetzt kommt halt das Privatvermögen dran ,aber man wurstelt weiter in Richtung Konzentration, denn kein Opfer ist uns zu groß für den freien Finanzmarkt und bevor nicht alle in Unterhosen dastehen gibts keine Kandare ins Maul.
Die Pest an ihren Hals.

wintersun melden

http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/tid-34471/sparer-sollen-bluten-irre-iwf-idee-zehn-prozent-sonderabgabe-auf-deutsche-sparguthaben_aid_1147912.html

Meine Meinung: Zypern war mit Sicherheit ein Test. Und dieser ist zu unserem Leidwesen positiv verlaufen weil sich der Aufstand dagegen stark in Grenzen hielt. Nun bestiehlt man alle auf scheinbar ganz legale Weise. Die müssen über Bankräuber nur so lachen dort "oben".

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Was regts euch auf??...die GRIECHISCHEN Pleitebanken sind für deren Inhaber ein super Geschäft....die Mafia streitet sich untereinander wegen Anteilsrechten daran...
Was denkt ihr, warum EU Handys überwacht werden...man will wissen, wann die nächste Rettungszahlung überwiesen wird, sonst nix...

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Bei diesem Kommissar war offenbar noch kein Plastiklobbyist mit einem vollen Plastiksackerl........

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

:) ...keine Sorge, kommt schon noch...

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