Kurzarbeit als Antwort auf die Finanzkrise?
In Österreich steigen Zahlen dramatisch an

Im ersten Quartal 2009 26.000 davon betroffen Kosten werden auf 80 Millionen Euro explodieren

Die Kurzarbeit in Österreich steigt dramatisch an. Das Arbeitsmarktservice rechnet damit, dass im ersten Quartal 2009 rund 26.000 Beschäftigte kurzarbeiten werden. Jüngster Fall ist der Aluminiumhersteller Amag, wo 1.000 Mitarbeiter betroffen sind. Das AMS schätzt die Kurzarbeitskosten auf rund 80 Millionen Euro, das Sozialministerium geht von 135 Millionen Euro aus.

Kurzarbeit als Antwort auf die Finanzkrise?
In Österreich steigen Zahlen dramatisch an © Bild: APA/Federico Gambarini

Der Arbeitsmarkt-Experte in der Arbeiterkammer, Gernot Mitter, hält die AMS-Kostenschätzung für Kurzarbeiten für "zu optimistisch". In Anbetracht der ständig steigenden Kurzarbeitszahlen gehe er eher von 135 Millionen Euro aus. Allerdings seien aus dem AMS-Fördertopf derzeit lediglich die geschätzten 80 Millionen Euro darstellbar. Die fehlenden 55 Millionen Euro müssten daher auf Kosten anderer Förderprogramme finanziert werden, fürchtet die AK. Dem Vernehmen nach wird nun überlegt, Kurzarbeit nicht wie bis jetzt aus dem Budget für Arbeitsmarktförderung zu finanzieren, sondern in das Budget der Arbeitslosenversicherung umzuschichten. In diesem Fall muss ein Defizit vom Finanzminister ausgeglichen werden.

Laut AMS werden voraussichtlich Ende Jänner 19.000 Kurzarbeiter gemeldet sein, Anfang Februar werden weitere 4.000 Personen dazukommen. In diesen Zahlen enthalten sind bereits die rund 2.500 von Kurzarbeit betroffenen Voest-Mitarbeiter, nicht berücksichtigt sind hingegen die 1.000 Amag-Beschäftigten, die erst ab März kurzarbeiten werden.

Flexibilisierung ab Februar
Per 1. Februar wird Kurzarbeit in Österreich flexibler. Unternehmen können künftig statt maximal ein Jahr 18 Monate kurzarbeiten, darüber hinaus kann Kurzarbeit mit Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen gekoppelt werden. Mit der Flexibilisierung der Kurzarbeit sollen vorzeitige Kündigungen vermieden werden, denn ein Arbeitsloser kostet so viel wie drei Kurzarbeiter.
(apa/red)