Kristall-Kult: FORMAT über das neue Image der Tiroler Traditionsmarke Swarowski

Nach 'Kristallwelten' auch Märchenraum in Innsbruck 'Maquin': Anfang Juni eröffnet neues Designer-Lokal

Kristall-Kult: FORMAT über das neue Image der Tiroler Traditionsmarke Swarowski

Die Marke Swarovski steht schon lange nicht mehr nur für Glitzersteine. Nach den "Kristallwelten" in Wattens hat das Familienunternehmen einen Märchenraum in Innsbruck installiert, Anfang Juni wird ein neues Design-Lokal eröffnet.

Ein Schritt durch eine Pforte, die über und über mit kristallinen Blumen, Weinlaub und Phantasievögeln bestückt ist, und man steht mitten im "Winter Wonderland", dem neuesten Erlebnisraum aus dem Hause Swarovski. Im mittelalterlichen Gewölbegang der "Crystal Gallery", dem weltweit größten Swarovski-Shop mit angeschlossenem Ausstellungsraum in Innsbruck, hat der internationale Design-Shooting-Star Tord Boontje im Auftrag des Kristallkonzerns seine zeitgeistige Präsentation einer kristallinen Märchenwelt geschaffen. Mit seinen floralen Farben und Symbolen wird der gebürtige Niederländer als der "New Romantic Prince of Design" gefeiert. Der stark gebuchte Industrie-und Möbeldesigner, der seine Aufträge in einem kleinen Studio in Südfrankreich kreiert, hat keine Berührungsängste und setzt in seiner Arbeit auf Emotionen. Damit passt Boontje ideal in die neue Strategie des Konzerns, die, so Markus Langes-Swarovski, "auf die Herzen der Menschen zielt und am Sentiment rühren" will. Der 31-jährige Chef des erfolgreichen wie multifunktional agierenden Familienunternehmens will neben den Kernsegmenten Mode und Interieur verstärkt "den universalen romantischen Aspekt der Marke Swarovski" betonen.

Damit verfolgt das Unternehmen einen Weg, der bereits im Jahr 1995 in Wattens höchst erfolgreich begonnen wurde. 15 Millionen Euro ließ sich damals der Kristallkonzern die Gestaltung von Erlebnisräumen durch André Heller kosten. 2003 wurden diese um weitere 15 Millionen Euro erweitert. Ein Investment, das der Konzern innerhalb von zwei Jahren wieder eingespielt hatte. Die Kristallwelten rangieren gleich hinter Schloss Schönbrunn auf Platz 2 der Top-Tourismusdestinationen. Mehr als 700.000 Menschen haben allein im Vorjahr die weitläufige Anlage neben dem Firmensitz besucht.

Erneuerte Kristallwelt
"Dieser Ort lebt natürlich wie jede solche betretbare Unternehmensbühne von der Veränderung", betont Swarovski-Geschäftsführer Andreas Braun. Daher wird man 2007 einen weiteren Investitionsschub starten und die in die Jahre gekommenen zehn Wunderkammern von Brian Eno bis Susanne Schmögner in enger Absprache mit "Erfinder" André Heller runderneuern und ausbauen. Unter den zukünftigen Künstlern finden sich Namen wie Silvie Fleury oder der heimische Künstler Heimo Zobernig.

Wachstumsmarkt China
Zudem sei man auch, so Braun, in China, wo Swarovski den am stärksten wachsenden Absatzmarkt verzeichnet, auf Standortsuche für eine weitere kristalline Erlebniswelt. Der Plan von Stararchitekt Ron Arad für ein von Swarovski finanziertes Hotel in der Bannmeile der Kristallwelten in Wattens bleibt vorerst allerdings in der Lade liegen.

Wie in Wattens oder bei "Winter Wonderland" wolle man in Zukunft verstärkt auf "die richtige Mischung von Poesie und Präzision setzen, die nicht nur Eliten anspricht", unterstreicht Markus Langes seine Linie, die von intelligentem Crossmarketing mit angesagten Designern und Marken getragen wird: "Eine Gratwanderung, bei der es wirklich auf die richtigen Künstler ankommt. Denn wir sind ja auch nach wie vor ein Industriebetrieb, wenn auch ein romantischer." Romantik, die man sich im Hause Swarovski leisten kann: Mit den Sparten Optik, Tyrolit und Kristall konnte sich das Unternehmen, das weltweit 480 Shops betreibt, im vergangenen Jahr über einen stolzen Umsatz von 2,14 Milliarden Euro freuen.

Neues Swarovski-Lokal in Innsbruck. Anfang Juni will auch Markus' Schwester Diana Langes buchstäblich Appetit auf Kristall schüren: Sie eröffnet in Innsbruck das "maquin". Ein nach ihren Kindern Maria und Joaquin benanntes Designlokal mit innovativem Gastrokonzept, das auf 680 Quadratmetern ein Restaurant, Catering, Bar, Bäckerei sowie eine Zigarrenlounge bietet. Auch ein Einstieg ins Parfumgeschäft ist geplant. Die Diskussion über etwaige Heilkräfte der künstlichen Kristalle ist ebenfalls im Gange, plaudert Andreas Braun über weitere Projekte aus dem Brainpool des Hauses. Eines sei allerdings sicher auszuschließen, so der Chef der swarovski tourismus gmbh: "Bordell bauen wir keines."

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