Wenn's kracht von

Wie umgehen mit
Konflikten im Job?

Wenn's kracht - Wie umgehen mit
Konflikten im Job?
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Konflikte am Arbeitsplatz sind manchmal unvermeidbar. Doch wie soll man mit ihnen am besten umgehen?

Ein kleines Missverständnis, verschiedene Ansichten zu einem Thema, das fragwürdige Zeitmanagement des Kollegen – und schon ist der Auslöser für manch Streitigkeit perfekt. Wie Konflikte, ihre Folgen und der Umgang mit ihnen in Österreichs Unternehmen ablaufen, hat nun das digitale Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent näher untersucht. In einer repräsentativen Studie in Kooperation mit dem Kommunikationstrainer Thomas Douschan wird den häufigsten Auslösern ebenso wie den Belastungen für die Mitarbeiter auf den Grund gegangen.

Die Ergebnisse zeigen, wie weitreichend sich Unstimmigkeiten am Arbeitsplatz auswirken können und wie unterschiedlich Frauen und Männer mit ihnen umgehen. Konflikte im Arbeitsumfeld stellen mitunter eine große Belastung dar. Die Folgen sind nicht nur am Arbeitsplatz selbst spürbar. Auch vor dem Privatleben machen sie nicht halt. Zwar bleibt die Hälfte der Befragten von Auseinandersetzungen im Job in der Freizeit eher unberührt, allerdings berichten 17 Prozent doch von starken Belastungen, unter den Frauen sogar über 23 Prozent.

Die Folgen der Belastungen

Nicht jeder Mitarbeiter kann sich hier gleich gut abgrenzen. Wird im Job gezankt, schleichen sich bei mehr als der Hälfte der Befragten beim Gedanken an die Arbeit zumindest gelegentlich negative Emotionen ein. Hinzu kommen oft Überforderung oder das Empfinden von Hoffnungs- und Sinnlosigkeit. Auch das Gefühl, im Job nichts richtig zu machen, ist jedem Zweiten bekannt. Dabei machen sich firmeninterne Spannungen nicht nur auf psychischer Ebene bemerkbar. Einige Arbeitnehmer haben infolge von Konflikten zumindest hier und da mit körperlichen Folgen wie Kopfschmerzen (50%), Magenschmerzen (46%) oder hohem Blutdruck (38%) zu kämpfen.

© iStockphoto.com Die Unstimmigkeiten im Job können sich körperlich auswirken

Vier von fünf berichten, aufgrund der Auseinandersetzungen bereits schlecht geschlafen zu haben. Knapp jeder Fünfte erlebt dies einmal pro Woche oder häufiger. Frauen sind diesbezüglich besonders sensibel. Sie leiden stärker unter Konflikten am Arbeitsplatz als Männer. Bedenklich ist auch, dass das eigene Burnout-Risiko von 23% der Befragten als (eher) hoch eingeschätzt wird, wenn zumindest mehrmals pro Monat Konflikte im Arbeitsalltag aufkommen. Zum Vergleich: Gibt es selten Spannungen im Job, fühlen sich nur knapp 13% von einem Burnout gefährdet.

Nicht zuletzt wirken sich Konflikte auch auf die Arbeitshaltung und –leistung aus. Besonders die Motivation nimmt ab (41%) und es wird häufiger Dienst nach Vorschrift gemacht (37%). Die Mitarbeiter bemerken einen Leistungsabfall (27%) und es fällt ihnen schwer, sich zu konzentrieren (17%). Über einen Abteilungs- oder gar Firmenwechsel hat in solchen Fällen knapp die Hälfte der österreichischen Arbeitsnehmer zumindest schon einmal nachgedacht. Ein Teil von ihnen hat diesen Schritt auch gewagt.

So wird im Job gestritten

Wie häufig stehen Konflikte am Arbeitsplatz nun tatsächlich auf der Tagesordnung? Ein Drittel der heimischen Arbeitnehmer erlebt zumindest wöchentlich Spannungen, unter den 18- bis 39-Jährigen sind es sogar 4 von 10. In erster Linie kriegen sich die Österreicher mit Kollegen des eigenen Teams (33%) in die Haare, gefolgt von Kunden (32%) und Kollegen aus anderen Abteilungen (31%). Über ein Viertel erlebt zudem Meinungsverschiedenheiten mit dem Vorgesetzten.

© iStockphoto.com Frauen leiden besonders unter Konflikten am Arbeitsplatz

Während Männer eher mit anderen Teams im Clinch liegen, kommt es bei Frauen öfter in den eigenen Reihen zu Konflikten. Ursache für solche Auseinandersetzungen sind vor allem Schwierigkeiten im Bereich der Kommunikation, aus denen Missverständnisse folgen. Konfliktpotenzial bergen auch unterschiedliche Zielvorstellungen, Ansprüche und Erwartungen bei der Erledigung von Aufgaben oder Unklarheiten bei der Kompetenzverteilung.

Den Zwist am Arbeitsplatz zu beseitigen, liegt dem Großteil der Befragten am Herzen. Dabei versuchen sie vor allem Kompromissen zu finden (45%) oder das Gespräch mit den Beteiligten zu suchen (43%). Knapp 3 von 10 gehen einen passiveren Weg und ziehen es vor, Abstand zu halten, um eine Eskalation zu verhindern. Andere wiederum bitten im Sinne der Konfliktlösung neutrale Personen um Rat, etwa Kollegen (24%), Vorgesetzte (17%) oder externe Berater (6%).

Wer schlichtet den Streit?

Mit persönlichem Engagement allein ist es aber oft nicht getan. Mitunter müssen auch konkrete Maßnahmen her. Die Häufigkeit von Konflikten und Streitigkeiten am Arbeitsplatz, verbunden mit den beträchtlichen Auswirkungen, machen klar: Konfliktmanagement, egal in welcher Form, ist unverzichtbar. Allerdings gibt es bei weitem nicht in jedem Unternehmen konkrete Programme oder Ansprechpersonen für die Lösung innerbetrieblicher Spannungen. In nur 3 von 10 Firmen stehen derartige Angebote zur Verfügung.

© iStockphoto.com Über ein Zehntel wünscht sich einen Mediator zur Konfliktlösung

In kleinen Betrieben fungieren in erster Linie Führungspersonen als Ansprechpersonen und Streitschlichter (64%). In rößeren Unternehmen ab 50 Mitarbeitern liegt die Zuständigkeit hierfür nicht nur beim Chef (37%), sondern auch bei der Stabstelle Personal (33%). Auch externe Mediatoren oder Berater (19%) werden hier in Anspruch genommen. Knapp die Hälfte der Befragten hat in ihrem Unternehmen keinerlei Stelle, an die man sich im Falle des Falles wenden kann. Drei Viertel würden sich eine Unterstützung zur Bewältigung von Konflikten aber wünschen.

Bevorzugte Maßnahmen wären regelmäßige Gespräche mit dem Führungspersonal (27%), (Team-)Supervisionen (24%) und Kommunikationstrainings (22%). Auch externe Personen wie Mediatoren (14%) oder Psychologen (13%) sind vorstellbar.