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IV: Neuer Präsident

53-jähriger Georg Kapsch gilt als gesellschaftspolitisch liberal und weltoffen

Industriellenvereinigung - IV: Neuer Präsident © Bild: Apa/Techt

Georg Kapsch steht an der Spitze eines Familienunternehmens, ist leidenschaftlicher Maserati-Fahrer und wird sich künftig um die Geschicke der Industriellenvereinigung kümmern. Er folgt Veit Sorger nach.

Der neue IV-Präsident Georg Kapsch steht an der Spitze der Wiener Kapsch Group, die weltweit 5.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der 1892 gegründete Familienbetrieb hat seine Wurzeln im Telekommunikationsbereich (Telefonapparate), er bietet heute aber vorwiegend Verkehrstelematik an (Mautsysteme, digitaler Zugfunk). Teile des Konzerns notieren an der Börse. Georg Kapsch wird das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Gruppe beibehalten.

Maserati-Fahrer
Der neue IV-Chef wurde am 10. Juni 1959 geboren, er ist studierter Betriebswirt. Er arbeitet seit 1989 im Vorstand der Kapsch AG und ist seit 1987 im Vorstand der IV Wien, deren Präsident er seit 2008 war. Der Maserati-Fahrer ist verheiratet und Vater zweier Söhne. Er gilt gesellschaftspolitisch als bei weitem liberaler als sein Vorgänger Veit Sorger. Anders als dieser, der von Mondi/Frantschacher gekommen war, stammt er aus einem Familienunternehmen, ebenso wie zwei seiner drei Vizepräsidenten (Hubert Bertsch und Otmar Petschnig). Lediglich Peter Untersperger (Lenzing) ist angestellter Manager. "Die IV macht da aber überhaupt keinen Unterschied", sagte Kapsch.

Auf die Frage, was ihn von seinem Vorgänger unterscheiden werde, meinte der Neue, dies könnte vielleicht eine "offensivere Haltung" etwa bei Steuern und Abgaben sein. Er werde mit der IV "mit Sicherheit an einem neuen Steuersystem arbeiten", mit dem Ziel einer Entlastung - nicht nur für die Unternehmer. Gleichzeitig betonte Kapsch, dass "bestimmte Verschuldungskennzahlen nicht überschritten werden" dürften.