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Immobilien in Österreich:
Der Markt kühlt ab

Die Studie ImmoSpiegel zeigt ein abflachendes Wachstum des Wohnungsmarkts

Wohnen - Immobilien in Österreich:
Der Markt kühlt ab © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Der Immobilienmarkt in Österreich verändert sich: 2016 war ein Rekordjahr, was die Anzahl und den Wert der verkauften Immobilien angeht. Doch in 2017 scheint sich der Markt etwas abzukühlen.

Im Jahr 2016 wurden 121.436 Immobilien in Österreich verkauft. Gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2015 ist das eine Steigerung um 8,3 Prozent. Das zeigt die Studie ImmoSpiegel des RE/MAX Immobiliennetzwerks, das Verbücherungen nach dem amtlichen Grundbuch auswertet. Der Wert der verkauften Immobilien stieg gegenüber dem Vorjahr um 14,2 Prozent und beträgt 26,9 Milliarden Euro.

Bernhard Reikersdorfer, Geschäftsführer von RE/MAX Austria, erklärt den Boom mit der ununterbrochen guten Nachfrage, mehr Immobilien auf dem Markt und einem historisch niedrigen Zinsniveau, dem ein Mangel an sicheren Geldanlagen gegenübersteht. Auch für 2017 erwartet er ein gutes Jahr für die österreichische Immobilienbranche.

Halbjahresvergleich signalisiert Abkühlung

Der Vergleich der Verbücherungen im ersten Halbjahr 2016 mit denen im ersten Halbjahr 2017 deutet allerdings auf eine leichte Abkühlung des Immobilienmarkts hin: Im ersten Halbjahr 2017 wurden nur 1,4 Prozent mehr Wohnungen verbüchert als im ersten Halbjahr 2016. Der Wert der verkauften Wohnungen stieg um 6,2 Prozent.

Während in Wien, dem umsatzstärksten Immobilienmarkt Österreichs, die Eigentumsübertragungen von 2015 auf 2016 um 14,6 Prozent wuchsen, stieg der Wert der Verbücherungen vom ersten Halbjahr 2016 zum ersten Halbjahr 2017 nur um 2,7 Prozent an. Auch bei der Anzahl der gehandelten Immobilien hat sich die Steigerungsrate verringert: Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2016 acht Prozent mehr Immobilien verkauft. Im Halbjahresvergleich gab es nur eine Steigerung von 2,7 Prozent.

Auch ein Vergleich der von RE/MAX erhobenen Zahlen zu den einzelnen Bundesländern deutet größtenteils auf eine Abkühlung des österreichischen Immobilienmarkts hin:

© immowelt.de/Zahlen: RE/MAX
© immowelt.de/Zahlen: RE/MAX

Prozentual gesehen fällt die Steigerung der Immobilienverkäufe in allen Bundesländern beim Vergleich des ersten Halbjahres 2016 mit dem ersten Halbjahr 2017 deutlich geringer aus als beim Vergleich der Jahre 2015 und 2016. In den Bundesländern Burgenland, Oberösterreich und Vorarlberg wurden sogar weniger Immobilien verkauft.

Was den Verkaufswert angeht, zeigt sich ein uneinheitliches Bild: In Kärnten, Niederösterreich, Tirol und im Burgenland ist die prozentuale Preissteigerung im Halbjahresvergleich 2017/2016 höher als im Vergleich der Gesamtjahre 2015/2016. In den restlichen Bundesländern fiel die prozentuale Steigerung des Verkaufswerts niedriger aus. Oberösterreich und Vorarlberg stechen sogar durch einen deutlichen Rückgang der durchschnittlichen Verkaufspreise heraus.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt im zweiten Halbjahr entwickelt. Ein Rekordjahr wie 2016 wird es wohl nicht geben.