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Streit um Gewinnbeteiligung neu

Volkspartei will Steuerbegünstigung - SPÖ befürchtet niedrigere Fix-Löhne

Gewinnbeteiligung Stockbild © Bild: Thinkstock

Die Regierungsparteien haben einen neuen Zankapfel im Wahlkampf gefunden: Die ÖVP hat am Samstag wieder ihre Forderung nach einer freiwilligen steuerbegünstigten Mitarbeitererfolgsbeteiligung ausgegraben - was der SPÖ so gar nicht passt. Während sich die ÖVP davon eine Senkung der Lohnnebenkosten verspricht, wie Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl in der "Presse" meinte, befürchtete die SPÖ dadurch längerfristig niedrigere Fix-Löhne.

"Motivierte Mitarbeiter sollen vom Erfolg des Unternehmens profitieren. Und diese Erfolgsbeteiligung muss natürlich steuerbegünstigt und von den Sozialversicherungsabgaben befreit sein", forderte Leitl in einem gemeinsamen Interview mit ÖVP-Chef Michael Spindelegger.

"Das ist einfach ein versteckter Angriff auf die Gehälter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich", zeigte sich daraufhin SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos im Ö1-"Mittagsjournal" überzeugt. Es bestehe die Gefahr, dass bei einer Gewinnbeteiligung die Fix-Löhne längerfristig sinken werden - denn es sei ja nicht zu erwarten, dass die Unternehmen die Gewinnbeteiligungen zusätzlich auszahlen. Und unter Berufung auf das Finanzministerium bezifferte er die zu erwartende Steuerersparnis der Unternehmer mit 3,5 Mrd. Euro. "Das kann's ja nicht sein. Wir brauchen die Steuerleistung der Unternehmen."

Gewerkschaft skeptisch

Sogleich rückten auch Darabos' Parteifreunde aus, um ihm per Aussendungen beizupflichten: Für Finanzstaatssekretär Andreas Schieder ist das ÖVP-Modell "von gestern" und außerdem "ein weiteres unfinanzierbares Wahlzuckerl". Auch SPÖ-Sozialsprecherin Renate Csörgits ortete eine herben Rückschlag für die Arbeitnehmer in dem ÖVP-Vorschlag und ein "Wahlzuckerl für Milliardäre und Konzerne" und forderte stattdessen einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.500 Euro. Mitarbeiterbeteiligung werde von den Gewerkschaften zwar nicht generell abgelehnt, sie sei aber kein Patentrezept für höhere Einkommen, meinte ÖGB-Präsident Erich Foglar. Dem Vorschlag, die Mitarbeiterbeteiligung solle steuerbegünstigt und von Sozialversicherungsabgaben befreit sein, erteilt er eine Abfuhr.

Für die ÖVP legten sich dann wiederum Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner und Parteimanager Hannes Rauch ins Zeug: Haubner warf der SPÖ vor, Leistung bestrafen zu wollen. "Österreichs Wirtschaft ist nur dann erfolgreich, wenn Unternehmer und Mitarbeiter eine Symbiose bilden. Da Herr Darabos nie in einem heimischen Betrieb gearbeitet hat, kann er das nicht wissen." "Die mutlose SPÖ verharrt leider in altbekannten Mustern, versagt im Einmaleins der Wirtschaftskunde und schürt die Angst vor international anerkannten Modellen - das ist ideenlos, mutlos und ahnungslos", findet Rauch. Die Erfolgsbeteiligung sei eine Win-Win-Situation für Mitarbeiter und Unternehmer.

Kommentare

planghammer melden

Auszug aus Frank Stronachs Programm:

Wir legen im Steuergesetz fest, dass ein Unternehmen die 10-prozentige Unternehmenssteuer (heute: 25 Prozent Körperschaftsteuer) alternativ als Gewinnbeteiligung an seine Mitarbeiter ausschütten kann.

Die Wahrscheinlichkeit, dass viele Unternehmer von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden, ist hoch, denn durch die Beteiligung der Mitarbeiter steigt deren Motivation.

Frank Stronach hatte schon in der „Magna-Unternehmensverfassung“ eine solche Gewinnbeteiligung für die 117.000 Beschäftigten mit 10% festgelegt. Als Vorbild gelten kann auch die deutsche Autoindustrie, die bereits seit Jahrzehnten solche Gewinnbeteiligungen als Prämien (ca. 8.000,- €/Jahr) an jeden Mitarbeiter auszahlt.

Ivoir
Ivoir melden

Tja! KANN! WAHRSCHEINLICH!

Ivoir

Das hab ich auch bis heute noch nicht verstanden, was die SV in der Erfolgsbeteiligung zu suchen hat. Auch in Weihnachts - und Urlaubsgeld hat die SV meiner Meinung nichts verloren.

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