FORMAT über den Gewinner im Gaskrieg: Dmytro Firtash plant Firmenzentrale in Wien

Will außerdem Joint Venture mit OMV in Kasachstan Ukrainer verdient Hunderte Millionen im Gashandel

FORMAT über den Gewinner im Gaskrieg: Dmytro Firtash plant Firmenzentrale in Wien © Bild: FORMAT/Wolak

Am 20. Dezember 2007 war es wieder einmal so weit: Die Aktionäre der Centragas Holding AG trafen sich in der Wiener Löwelstraße zur vorweihnachtlichen Bescherung. Außer Kaffee und Kuchen wurde an diesem Tag vor allem eines verteilt: Kohle - konkret 245,2 Millionen Euro Cash. Exakt 90 Prozent davon, also 220,7 Millionen Euro (in alter Währung: drei Milliarden Schilling), flossen auf das Konto eines einzigen Mannes: Dmytro Firtash.

Der öffentlichkeitsscheue Ukrainer, der stets mit gepflegtem Dreitagebart auftritt, Business-Flüge in seiner privaten Embraer Legacy 600 (Kennzeichen: OE-IDB) absolviert und mit einem Vermögen von rund vier Milliarden Euro zu den Reichsten seines Landes zählt, scheffelt aber nicht nur Hunderte Millionen Euro in Österreich. Firtash plant laut FORMAT exklusiv vorliegenden Kaufverträgen und Sitzungsprotokollen auch die Errichtung seiner Firmenzentrale in Wien und ein Joint Venture mit dem Ölkonzern OMV in Kasachstan.

4 Milliarden Euro Konzernumsatz unter einem Dach
Unter dem Dach der Firtash Group of Companies (Group DF) werden Centragas - sie hält 50 Prozent am Schweizer Gasverteiler Rosukrenergo -, der ungarische Gashändler Emfesz, die Ostchem AG (Metallurgie & Chemie), die Zangas GmbH (Pipeline) und die DF Real Estate AG (Gasfelder, Immobilien) zusammengefasst - vier Milliarden Euro Konzernumsatz; 24.000 Mitarbeiter weltweit.

Das Bekenntnis des 42-jährigen Multimilliardärs zu Wien ist ernsthaft. Immerhin gibt es bereits einen Standort für die neue Zentrale der Group DF. Ohne großes Aufsehen zu erregen, krallten sich die Ukrainer im Herbst ein Gründerzeithaus in der Wiener Innenstadt. Firtash, der über Treuhänder agierte, zahlte der Wüstenrot Versicherung rund 16,6 Millionen Euro für das Objekt in der Nibelungengasse 15.

Schnäppchen
"Ein Schnäppchen für Dmytro", wie ein Vertrauter freizügig erzählt. Die Immobilie verfügt über eine Nutzfläche von 4.100 Quadratmetern und soll nun für weitere 2,5 Millionen Euro generalsaniert werden. Derzeit rittern mehr als zehn Architekten um den Millionenauftrag. Rechtsanwalt Peter Jandl - er vertritt die Interessen des Gas-Oligarchen in Österreich - will die Zahlen gegenüber FORMAT weder bestätigen noch dementieren: "Das Haus soll der Group DF als Firmensitz dienen." Mehr gebe es dazu nicht zu sagen.

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