Erster Lieferengpass bei Gas in Europa:
Gazprom erhebt Vorwürfe gegen Ukraine

Ungarusche MOL berichtet über sinkenden Druck "Technische Gründe" für Differenz verantwortlich

Erster Lieferengpass bei Gas in Europa:
Gazprom erhebt Vorwürfe gegen Ukraine © Bild: APA/EPA/Tibor Olah

Nach dem Lieferstopp von russischem Gas an die Ukraine gibt es in Westeuropa erste Liefereinschränkungen. Der ungarische Energiekonzern MOL berichtete, der Druck in den über die Ukraine laufenden Gas-Leitungen habe sich verringert. Allerdings sei die Lage noch nicht kritisch. Der russische Energiekonzern Gazprom teilte mit, einige Balkan-Länder litten bereits unter verringerten Gaslieferungen.

Russland hatte zuvor vor möglichen Versorgungsausfällen in Westeuropa gewarnt. Die Ukraine habe sich geweigert, die von Russland geforderte Gasmenge durchzuleiten, erklärte Gazprom. Zudem habe die Ukraine eingeräumt, für Europa bestimmtes Gas abgezweigt zu haben.

Streit um die Durchleitung
Gazprom hat der Ukraine vorgeworfen, für Empfänger in Westeuropa bestimmtes Gas zu "stehlen". Dies werde von ukrainischer Seite offen zugegeben, sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow. Statt der von russischer Seite geforderten Durchleitung von 303 Millionen Kubikmetern Gas habe die Ukraine für die kommenden 24 Stunden nur den Transport von 296 Millionen Kubikmetern zugesagt.

Das ukrainische Energieunternehmen Naftogaz wies den Vorwurf umgehend zurück. Es werde lediglich aus technischen Gründen eine gewisse Menge zurückgehalten, teilte der Konzern in Kiew mit. Dabei handle es sich um 21 Millionen Kubikmeter Gas innerhalb von 24 Stunden.

Russland hatte am Neujahrsmorgen wegen des Streits um Lieferbedingungen und Preise seine Gaslieferung an die Ukraine eingestellt. Beide Länder hatten aber zugesichert, weiter Gas für die europäischen Länder einzuspeisen beziehungsweise durch die Pipelines nach Westen weiterzuleiten. Europa bezieht etwa ein Fünftel seines Gases über Leitungen durch die Ukraine. Vor drei Jahren war bei einem ähnlichen Streit zwischen Russland und der Ukraine zeitweise weniger Gas nach Deutschland gelangt.
(apa/red)