Fit mit Dungl von

Durchfall

Wenn der Darm nichts mehr hält

Claudia Dungl © Bild: Matt Observe

Gestern noch Genuss, und heute geht es rund im Darm? Das passiert im Sommer häufiger, als man denkt. Zumeist sind Infektionen mit Viren oder auch Bakterien Auslöser von Durchfallerkrankungen. Potenzielle Gefahrenquellen für diese Erreger: im Warmen gestandener Salat, Keimlinge und Sprossen, Fisch oder Hühnerfleisch sowie geschnittenes Obst und zu gering gekühltes Eis oder Desserts mit rohem Ei. Üblicherweise werden die Keime durch die Magensäure abgetötet und haben daher keine schädigende Wirkung. Bei warmen Temperaturen vermehren sie sich allerdings in Speisen schlagartig und können so unser Schutzsystem überfordern. Dies besonders bei geschwächter Verdauungsaktivität, die auch durch Medikamente, zum Beispiel Säureblocker, verursacht sein kann. Im Darm führen die Krankheitserreger verstärkt zu Wasser- und Mineralstoffeinstrom und bewirken so wässrigen Stuhlgang und auch Elektrolytverlust. Austrocknung, Kreislaufkollaps und im schlimmsten Fall sogar auch Nierenversagen sind gefährliche Folgen.

Die besten Tees gegen Durchfall enthalten Gerbstoffe, zum Beispiel Schwarztee oder Brombeerblättertee. Diese fällen frei gewordenes Eiweiß, lassen die Schleimhäute abheilen und bremsen den Wasserverlust. Ebenso helfen Abkochungen aus getrockneten Heidelbeeren bei Kleinkindern. Wichtig ist, die Flüssigkeit in kleinen Schlucken zuzuführen, damit sie besser resorbiert wird. Bei Schwindelgefühl und Abgeschlagenheit empfehle ich, folgende Lösung über mehrere Stunden verteilt ergänzend zum Tee zu löffeln: vier gestrichene Esslöffel Zucker und ¾ Teelöffel Salz mit ½ Liter Orangensaft und ½ Liter stillem Mineralwasser mischen und trinken. Dieser einfache, aber klassische Elektrolyttrunk hilft rasch, den Kreislauf zu stabilisieren. Ergänzend in den nächsten beiden Tagen auf lange gekochten, gesalzenen Risottoreis und geschälte, geschabte Äpfel setzen. Wird der Durchfall nicht innerhalb von drei Tagen besser, empfiehlt sich ein Arztbesuch, bei Kleinkindern spätestens nach 24 Stunden.