Börsencrash hat nun Österreich erreicht:
4 ATX-Titel in neuer 'Handelsunterbrechung'

Nach neuer Regelung kurzfristig auf 'hold' gesetzt Freier Fall der Aktienkurse nach verspäteter Öffnung

Börsencrash hat nun Österreich erreicht:
4 ATX-Titel in neuer 'Handelsunterbrechung' © Bild: APA/Hans Klaus Techt

Freier Fall an der Wiener Börse. Nachdem aufgrund der internationalen Lage erst um 12.00 Uhr der Handel eröffnet wurde rasselt der ATX nun um über acht Prozent ins Minus. Die Erste Bank muss einen Verlust von 16,6 Prozentpunkten verkraften, die Raiffeisen um sogar 21,7 Prozent.

Um 14:30 Uhr konnten heute, Freitag, an der Wiener Börse vier ATX-Titel wegen einer Handelsunterbrechung nicht gehandelt werden. Sie waren von der Wiener Börse aufgrund der seit heute geltenden neuen Handelsregeln auf "hold" gesetzt. Raiffeisen International (RI) steht bereits seit 12:31 Uhr auf "Hold", bis dahin hatte die Aktie 21,7 Prozent an Wert verloren. Der Handel in Vienna Insurance-Group (Wiener Städtische) ist seit 12:37 Uhr unterbrochen. Sie liegt 18,2 Prozent im Minus.

Der Handel unterbrochen war zu diesem Zeitpunkt auch für die Strabag-Aktien (minus 14,25 Prozent) und die RHI-Papiere (minus 20,7 Prozent). Für die Aktien der Erste Group Bank wurde zur Preisfindung gerade eine untertägige Auktion durchgeführt. Sie steht seit 12:31 Uhr bei minus 16,6 Prozent.

Gleichzeitig gab es um 14:30 Uhr Volatilitätsunterbrechungen bei den Aktien von AUA, bwin, Post, Palfinger Verbund und Wienerberger. Fortlaufend gehandelt wurden zu diesem Zeitpunkt nur Andritz, Flughafen Wien, Intercell, Mayer-Melnhof, OMV, Telekom Austria, voestalpine und Zumtobel.

Neue Handelsregeln
Die seit heute geltenden neuen Handelsregeln erlauben der Wiener Börse, bis auf weiteres bei Kursänderungen von mehr als 10 Prozent den Handel in diesem Wertpapier befristet oder bis auf Widerruf aussetzen. Weiters kann sie "Short-Selling" in einzelnen oder allen gehandelten Wertpapieren mit sofortiger Wirkung befristet oder bis auf Widerruf untersagen.

Volatilitätsunterbrechungen waren schon bisher möglich, wenn sich die Preise außerhalb eines gewissen Volatilitätskorridors bewegten. Es gibt drei Volatilitätskorridore: ein statischer, ein dynamischer und eindoppelt dynamischer Korridor. Die Volatilitätskorridore werden monatlich für jedes einzelne Wertpapier berechnet.

Daneben gibt es noch die Handelsaussetzung bzw. Suspendierung. Diese erfolgt in Fällen, in denen zum Beispiel entscheidende Unternehmensmitteilungen oder Übernahmeangebote den Preis eines Wertpapiers beeinflussen könnten sowie bei Kapitalmaßnahmen. Die Aktie kann vom Handel ausgesetzt werden. Das hat immer zur Folge, dass alle im allgemeinen Auftragsbuch befindlichen Orders automatisch gelöscht werden.

Internationale Tendenz
Auch an anderen Börsen in Europa ging es dramatisch nach unten. Der Deutsche DAX fiel bis dato um 9,6 Prozent, der Euro-Stoxx-50 verlor 9,6 Prozent.

(apa/red)