10 Millionen Euro Schwarzgeld

Simandl bezog offenbar Einkünfte aus Stiftungen in Liechtenstein

Die Affäre rund um den früheren BEGAS-Vorstand Rudolf Simandl erreicht neue Ausmaße: Der Ex-Manager soll insgesamt zehn Mio. Euro Schwarzgeld - Mittel, die nicht versteuert wurden - besessen haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "News" in seiner neuen Ausgabe. Der im April dieses Jahres fristlos entlassene Manager soll über zwei Stiftungen in Liechtenstein verfügt und Einkünfte aus ihnen bezogen haben. Die Informationen stammen laut "News" aus einer Selbstanzeige, deren Entwurf Ermittler im August bei einer Hausdurchsuchung in einem bereits gepackten Koffer des früheren BEGAS-Chef gefunden haben.

von Rudolf Simandl im Jahr 2010 © Bild: APA/Begas

Dem Schriftstück sei zu entnehmen, dass Simandl "zu Spitzenzeiten" bei der BEGAS auf einen Jahresbruttobezug von 483.000 Euro gekommen sei. Für die seit dem Jahr 2000 aufgelaufene Steuerschuld habe er dem Finanzamt Eisenstadt bereits fünf Mio. Euro bezahlt.

Laut Simandls Angaben in der Selbstanzeige soll der Manager Einkünfte aus zwei Liechtensteiner Stiftungen namens "Janira" und "Nonac" ebenso bezogen haben wie aus dem Verkauf dreier ausländischer Lebensversicherungen, deren Erlös nicht versteuert worden sein soll. Auch bei Gewinnen aus Anteilsverkäufen der Firma "Pöttschinger Edelputenholding" sowie bei erhaltenen "Provisionen" im Ausmaß von 1,36 Mio. Euro soll der Fiskus das Nachsehen gehabt haben.

Auch Puten-Verkauf nicht versteuert
Simandl habe angegeben, dass der Verkauf seiner Anteile an der Pöttelsdorfer Putenspezialitäten GmbH in die Janira-Stiftung geflossen sei und somit ebenfalls nicht versteuert worden sein soll, berichtet "News". Der Ex-BEGAS-Vorstand hatte die Putenfirma 2001 - damals mit 193 Mitarbeitern und einem Umsatz von 400 Mio. Schilling (29,1 Mio. Euro) - um einen symbolischen Euro zur Sanierung erstanden. Bis Anfang 2000 waren in die zuvor von der landeseigenen WiBAG (Wirtschaftsservice Burgenland AG) übernommene Firma öffentliche Förderungen und Beteiligungsgelder im Ausmaß von rund 200 Mio. Schilling (14,5 Mio. Euro) geflossen.

Simandl erhielt laut "News" zunächst für den Verkauf von 80 Prozent 1,48 Mio. Euro. Dieses Geld soll nicht versteuert worden sein. Für die übrigen 20 Prozent habe der Veräußerungsgewinn 970.000 Euro ausgemacht. In der Selbstanzeige habe Simandl außerdem festgehalten, dass er 2004 rund 760.000 Euro und 2007 dann etwa 600.000 Euro "Provisionszahlungen" erhalten habe, die weder Einkommens- noch der Umsatzsteuer unterworfen gewesen wären.

Geld fließt zwischen Stiftungen
2008 sei die Janira-Stiftung liquidiert worden. Ihr Vermögen sei ab 2007 auf die im September 2006 gegründete Nonac-Stiftung übertragen worden. Allein die Janira-Stiftung habe 2003 knapp 485.000 Euro an Spekulationseinkünften erzielt, schreibt "News". 1999 habe der Energiemanager ferner einen Prozess gegen eine Bank gewonnen und 2,4 Mio. Euro zugesprochen bekommen.

Nun sei unter anderem die Frage zu klären, ob Simandls Selbstanzeige rechtzeitig erfolgt sei. Waren bereits Verfolgungshandlungen eingeleitet, könnte es dafür zu spät gewesen sein.

Anzeige in Liechtenstein
Am 23. Juli hatte laut "News" die Liechtensteinische Landesbank Anzeige gegen Simandl wegen Geldwäsche erstattet. Der Ex-BEGAS-Vorstand soll nach seiner Entlassung Konten auf die Namen seiner Frau und seiner Kinder angelegt und Zahlungen in der Höhe von insgesamt 4,4 Mio. Euro auf die Konten angekündigt haben. Zahlungen als "Schadenersatz" an die BEGAS seien aus Liechtenstein gekommen, berichtete das Nachrichtenmagazin. Simandl habe versucht, den BEGAS-Schaden zu minimieren und Rückzahlungen in sechsstelliger Höhe geleistet sowie Privatkonten als Sicherstellung zur Verfügung gestellt.

Bereits 2005 habe die Staatsanwaltschaft gegen Simandl ein Ermittlungsverfahren geführt. Damals sei in einer anonymen Anzeige behauptet worden, dass sich der Manager private Anschaffungen durch die BEGAS habe zahlen lassen. Nach einer "umfassenden Stellungnahme" Simandls sei dieses Verfahren jedoch eingestellt worden.

Kommentare

planghammer melden

simandl, wanovits, graf mensdorff - das burgenland ist eine sumpfige korruptionslandschaft. überall wo sich rot & schwarz das land teilen, aber auch im orange/blauen kärnten können sich gauner frei bewegen.

waldgaenger melden

und Sie meinen dass Wien eine heile Welt ist weil dort Rot allein regiert?

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