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Brasilien baut Schrott-AKW

In Brasilien wird ein Atomreaktor mit 30-jähriger Technologie gebaut

Atomkraft - Brasilien baut Schrott-AKW © Bild: Reuters / Moraes

Seit 1984 lagert ein altes deutsches Kernkraftwerk in Einzelteile verpackt im brasilianischen Angra dos Reis und harrt der Weiterverwendung. Nun, Jahrzehnte später, sollen die Einzelteile zusammen gebaut und das Kraftwerk errichtet werden.

Im brasilianischen Angra dos Reis gibt es ein AKW, das wohl selbst für erklärte Gegner der Atomkraft als absolut sicher gilt. Denn die letzten 28 Jahre lagerte es in Einzelteile verpackt und wurde nie in Betrieb genommen. Das soll sich nun ändern.

Bald in Betrieb
Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, ist der Reaktor mit dem deutschen AKW Broksdorf ident. Ein Reaktor, der in Deutschland aus Sicherheitsgründen nicht mehr aktiv ist und der dennoch in Brasilien erst jetzt den Betrieb aufnehmen soll.

In Deutschland wird der Deal heftig kritisiert, wurde doch dem Betreiberkonsortium rund um Siemens/Areva eine Exportbürgschaft über 1,3 Milliarden Euro gewährt. Diese würden fällig, falls die brasilianische Regierung, die das AKW in Auftrag gegeben hat, in Zahlungsverzug gerät. Greenpeace kritisiert, dass der Reaktor nicht mehr den aktuellen Sicherheitsanforderungen entspreche und die Lehren aus Fukushima nicht berücksichtige.

Naturgemäß völlig anders sieht das Leonam dos Santos Guimares, ein Berater des Betreiberkonsortiums in Brasilien. Es werde hier mit der Angst gespielt, die Vorbehalte gegen das Projekt seien nur ideologischer Natur. Trotz aller Vorbehalte ist geplant, dass das AKW 2015 in Betrieb gehen soll.