Anklage gegen OMV-Chef Ruttenstorfer:
Staatsanwalt geht von Insiderhandel aus

Aktienkauf vor MOL-Ausstieg im Visier der Justiz ÖIAG-Chef Michaelis von Entscheidung "überrascht"

Anklage gegen OMV-Chef Ruttenstorfer:
Staatsanwalt geht von Insiderhandel aus © Bild: APA/Pfarrhofer

OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer steht kurz vor seinem geplanten Ausscheiden aus dem Mineralölkonzern Ende März 2011 unter Insiderverdacht. "Die Staatsanwaltschaft hat sich der Meinung der FMA angeschlossen", erklärte der OMV-Chef. Dabei ging es um einen Aktienkauf des OMV-Chefs vor rund eineinhalb Jahren unmittelbar vor dem Ausstieg der OMV beim ungarischen Konkurrenten MOL. Über den Verbleib Ruttenstorfers an der OMV-Spitze soll der Aufsichtsrat entscheiden, der dem Vernehmen nach turnusgemäß am 25. November tagen soll.

"Ich bin überzeugt, dass der Aktienkauf damals korrekt und im Einklang mit den Vorschriften erfolgte", sagte Ruttenstorfer weiter. Er gab sich überzeugt, dass er trotz Anklage im Amt bleiben werde. Sein Vertrag läuft Ende März 2011 aus. Der umstrittene Kauf der OMV-Aktien erfolgte im März 2009 im Rahmen eines langfristigen Incentive-Programms (Anm. Bestandteil der Vorstandsvergütung) der OMV. Die Wertpapiere müsse er noch drei Jahre halten. Daher seien sie "für kurzfristige Spekulationen" nicht geeignet. Dennoch begrüße Ruttenstorfer die Entscheidung der Justiz, um sich in einem "fairen Gerichtsverfahren" verteidigen zu können.

Rückdeckung bekommt Ruttenstorfer vom Vorsitzenden des OMV-Aufsichtsrats und ÖIAG-Chef, Peter Michaelis. Er sei "überrascht über die Entscheidung der Staatsanwaltschaft", ließ Michaelis über seine Sprecherin ausrichten. Der Aufsichtsrat werde sich "umgehend mit dem Thema" beschäftigen. Es stehe "demnächst" eine Aufsichtsratssitzung bevor. Weitere Details nannte die Sprecherin aber nicht.

Bis zu fünf Jahre Haft drohen
Die Staatsanwaltschaft Wien hat die Anklageerhebung wegen Insiderhandels gegen den OMV-Chef bestätigt. Der zuständige Richter am Landesgericht Wien muss nun nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft, Thomas Vecsey, die Hauptverhandlung ansetzen, was bisher noch nicht erfolgt ist. Insiderhandel wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bedroht.

Ruttenstorfer hatte am 23. März 2009 für rund 632.000 Euro OMV-Aktien erworben. Davor hatte er am 18. März dem Nachrichtenmagazin "profil" ein Interview gegeben, das am 23. März, dem Tag des Aktienkaufs veröffentlicht wurde. Darin erklärte Ruttenstorfer, dass die OMV den 21,2-Prozent-Anteil an der ungarischen MOL noch bis Jahresende halten werde. Eine Woche später, am 30. März, verkaufte die OMV aber überraschend ihre MOL-Beteiligung an die russische Surgutneftegaz. Die OMV-Aktien legen daraufhin um 3,33 Prozent auf 25,10 Euro zu. Das entspricht einem Buchgewinn für Ruttenstorfers OMV-Aktienpaket von mehr als 33.000 Euro an dem einen Tag.

(apa/red)

Kommentare

Kann nichts passieren! Ruttensdorfer hat einen politischen Rückhalt. Daher wird er sicherlich nicht abgewählt wie Oberhauser beim ORF, der keine politische Heimat hatte.

Versteht ihr es jetzt warum der Türke noch da ist? Kann es sein das die ÖMV, dessen Chef Aktien offenbar als Insider kauft, Interesse hat das mit den Türken Ruhe herrscht weil die grade die türkischen Tankstellen übernehmen und daher der türk. "Diplomat" sagen kann was er will? Die ÖMV muss noch für viele rote Brüder herhalten / diese aushalten!

Lustig am Rande sind die Werbespots mit Istambul im Hintergrund wo uns Österreichern, denen eigentlich die ÖMV gehören sollte (nix mehr, verkauft!), vorgegauckelt wird wie toll die ÖMV ist - aber wacht auf, es ist unser Geld das wir dort reinkippen in die Tanks dieses Mollochs!

Böse Böse!!

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Die Roten waren immer ehrlich,z.b.Ruttendorfer,Androsch, Vranz,Blecha ,Gratz,Rechberger,Sinovatz,Udo Proksch ! Lauter ehrenwerte Bürger !!!!!

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Re: Die Roten waren immer ehrlich,z.b.Ruttendorfer,Androsch, Was soll immer der Vergleich mit den Politikern, nur weil der Ruttenstorfer einmal Politiker WAR !!??? Jetzt ist er Privatmann in einer Privat-Industrie! Dort haben Politiker nix mehr zu sagen! Nur weil einer als Baby in die Windeln gesch... hat, schei... er ja jetzt nicht mehr ind ie Hosen!

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Re: Die Roten waren immer ehrlich,z.b.Ruttendorfer,Androsch, Träum weiter strizzi49 - ehrliche Politiker? Gell - und immer zum Wohle der Bevölkerung. Wenn ich Blecha höre denke ich heute noch als erstes an den Udo Proksch. Durch solche Leute wie strizzi49 haben solche Leute ja in Österreich die Hebel in der Hand.

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Nichts anderes zu erwarten aus der Politgaunerriege Bei Unfähigkeit in der Regierung werden die Typen in Posten gehoben in denen sie den hals dann gar nicht mehr voll bekommen. Klar wird da Insiderhandel betrieben - die machen sich doch alles vorher unter der hand aus. So groß ist ja die Spielwiese nicht. Schaut sie Euch an die mit Posten versorgten Ex-Politversager. Und die, die keinen Posten bekommen schreiben dann irgendwohin Briefe mit: "This Country is to small....". Der Elsner muss einem da fast leid tun, wenn man sieht, was die anderen Herrschaften so alles gedreht haben und noch drehen werden. Österreich ist zu Schade für solche Herren, die sich gegenseitig in Aufsichtsratposten heben und auf Gegenseitigkeit überall abzocken.

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Re: Nichts anderes zu erwarten aus der Politgaunerriege Bitte - die OMV ist eine PRIVATFIRMA - schon vergessen oder NICHT realisiert ?
Dort Werden keine Politiker hingeschoben !
Der Klima war auch Politiker und jetzt ist er General in einem VW-Werk in Brasilien, Brigitte EDERER war auch Politikerin und ist jetzt Aufsichtsratsvorsitzende bei Siemens-Österreich - alles Privatfirmen - dorthin kommst nicht als Politabfall!

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