"Wollte mich 10 Minuten schneller machen":
Ermittlungen gegen Zoubek haben begonnen

Kinderarzt Andreas Zoubek soll EPO verkauft haben Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen

"Wollte mich 10 Minuten schneller machen":
Ermittlungen gegen Zoubek haben begonnen © Bild: APA/Gindl

Ein Amateursportler hat schwere Vorwürfe gegen den der EPO-Weitergabe beschuldigten Mediziner Andreas Zoubek erhoben. "Wie das Angebot ausgesehen hat, ist eigentlich ganz einfach. Wir haben uns getroffen, er hat beiläufig angeboten, mich zehn Minuten schneller zu machen vor einer Mitteldistanz. Ich hätte mich eine Woche vor dem Wettkampf melden sollen, er hat gesagt, dann wäre das schon gegangen", sagte der männliche Sportler, der anonym blieb.

Der Zeuge, der laut ORF Zoubek aus der Triathlonszene kennt und das Angebot ablehnte, meinte weiters, er habe "natürlich schon öfters Gerüchte gehört über Dr. Zoubek, dass er verschiedenste Athleten verschiedenster Leistungsklassen Angebote gemacht hat". Der ORF berichtete weiters, dass Andreas Zoubek - laut Information der Anwaltskanzlei - begrüße, dass Ermittlungen aufgenommen wurden, er hoffe auf eine Einvernahme in den kommenden zwei Tagen, um seine Unschuld zu beweisen.

Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf
Die Staatsanwaltschaft Wien hat Ermittlungen gegen den
Kinderkrebsarzt und Hobby-Triathleten Andreas Zoubek aufgenommen. Man habe entschieden, einen Akt anzulegen, ohne das Einlangen einer allfälligen Anzeige abzuwarten, teilte die Behörde mit. "Untersucht wird der Verdacht eines Vergehens nach dem Antidopinggesetz, nämlich die mögliche Weitergabe von Dopingmitteln", sagte Jarosch.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass der zuletzt am St. Anna Kinderspital tätige Arzt in einem Wiener Fitness-Center das Blutdopingmittel EPO verkauft haben soll. Zoubek, der mittlerweile vom Spitaldienst freigestellt wurde, wies eine entsprechende Meldung der Tageszeitung "Kurier" zurück und kündigte rechtliche Schritte an.

Er soll nun schon demnächst von der Polizei zu den erhobenen Anschuldigungen einvernommen werden. Der Ermittlungsauftrag der Staatsanwaltschaft umfasst auch die Ausforschung und Einvernahme möglicher Belastungszeugen.

Weiss will Abstand gewinnen
"Ich muss Abstand kriegen und mich von dem Ganzen distanzieren." Mit diesen Worten begründete indes Triathlet Michael Weiss seine Entscheidung, den Verein 99ers Mödling zu verlassen. Obmann des Clubs war bis dato der Kinderarzt Andreas Zoubek, dem die Weitergabe von EPO an Sportler zum Vorwurf gemacht wird.

Von Seiten des Vereins war zu vernehmen, dass Zoubek als Obmann zurücktrat und mit sofortiger Wirkung u.a. Michael Weiss den Verein verließ. Der ehemalige Mountainbiker Weiss ist erst heuer zum Triathlon umgestiegen und hat mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht: im August gewann er den Halb-Ironman in Saalfelden, Anfang September wurde er im Halb-Ironman in Monaco Zweiter, Ende Oktober holte er sich bei den Xterra-Weltmeisterschaften auf Maui die Silbermedaille.
(apa/red)