Wahlanalyse von

EU-Wahl: Warum viele nicht wählten

Nichtwähler blieben wegen Sinnlosigkeit und Unzufriedenheit mit EU-Politik zuhause

Wählen © Bild: thinkstock.de

Obwohl die Unzufriedenheit mit der Politik der Regierung noch bei keiner EU-Wahl so hoch war wie heuer, hatte die Wahl am Sonntag nicht den Charakter einer Protest- und Denkzettelwahl. Innenpolitische Motive spielten laut einer Befragung des GfK-Instituts eine deutlich geringe Rolle als die EU. Das wichtigste Motiv für die Nichtwähler, nicht zur Wahl zu gehen, war die "Sinnlosigkeit" der EU-Wahl.

THEMEN:

69 Prozent der Wähler und 75 Prozent der Nichtwähler sagten zwar, mit der Koalitionsregierung unzufrieden zu sein, dennoch hatte die EU-Wahl nicht den Charakter einer Protest- und Denkzettelwahl, sagte der Politologe Fritz Plasser bei der Präsentation der Wahlanalyse. Für die Analyse des GfK-Instituts wurden in der Woche vor der Wahl 1.500 Personen, darunter 1.100 entschlossene Wähler und 400 Nichtwähler, befragt.

Innenpolitische Themen mit geringem Einfluss

Insgesamt gaben 30 Prozent der Befragten an, dass innenpolitische Themen und Probleme einen starken Einfluss auf ihre Wahlentscheidung haben, für 50 Prozent hatten diese nur einen geringen Einfluss. 20 Prozent fühlten sich von innenpolitischen Themen gar nicht beeinflusst. Starke innenpolitische Motive hatten dagegen die Wähler von FPÖ und NEOS (40 Prozent).

Unzufriedenheit mit EU-Politik

Jeder dritte Nichtwähler begründete sein Fernbleiben damit, dass er die EU-Wahl für sinnlos halte, weil sie nichts ändere. Weiteres wichtiges Motiv für die Nichtwähler war die Unzufriedenheit mit der EU-Politik, die mehr koste, als sie bringe (18 Prozent). Außerdem spielten zu wenig Interesse und zu wenig Information (jeweils 13 Prozent) eine Rolle. Acht Prozent gaben an, aus Protest gegen die SPÖ-ÖVP-Regierung zu Hause zu bleiben. Die Nichtwähler wurden von den Mobilisierungskampagnen der Parteien kaum erreicht, sagte Plasser, da diese sich hauptsächlich auf ihre Stammwählerschaften konzentriert hätten.

Die EU-Skepsis ist unter den Nichtwählern deutlich stärker verbreitet: 33 Prozent der Wähler gaben an, von der EU überzeugt zu sein, nur 13 Prozent der Nichtwähler waren das. Übertroffen wurde die EU-Skepsis der Nichtwähler allerdings von der FPÖ-Wählerschaft, von denen 60 Prozent sagten, der EU-Beitritt war eine falsche Entscheidung.

Kommentare

die dritte sache ist, das politiker davon reden die wirtschaft zu steuern - das entspricht ca 30j nimmer, weil es regiert die wirtschaft und die politiker müssen buckeln ....das könnte man schon ändern, aber dazu sind die politiker zu faul zum denken....wenn man hier etwas ändern würde, dann würden viele wieder wählen gehen, aber leider lassen zu viele leute nur den pc denken...

das 2te ist . man schmeisst mit viel akadischen sachen herum, betreibt ein us-werbung, die niemanden versteht, dann kommt es zur wurstigkeit, das mehr oder minder beabsiochtigt wurde ....

die sich ausgeben für den kleinen mann/frau da zu sein sind eher gegen den kleinen - war schon imma so - und wenn jetzt manche glauben, sie müssen diese wählen, werden dann halt recht enttäuscht werden ....

Meine Wahlanalyse:
50% der Österreicher freuen sich darüber dass Mrd. unserer Steuern in die Schuldenländer geschickt werden. Dafür wählen sie weiterhin SPÖ+ÖVP. Die Rekordarbeitslosigkeit und Rekordstaatsschulden im eigenen Land sind ihnen offensichtlich egal.
WIR verdienen nichts anderes.

RobOtter
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@ Superguppy - Du hast es durchschaut! Was soll Politik noch für Menschen machen die sich ein Haus, einen Garten und einen vollen Griller leisten können und wohlgeborgen in der Familie leben?
In Österreich wird auf hohem Niveau gejammert. Viele die in diesem Staat das Maul laut aufreissen und satt in der Sozialstaathängematte liegen würden in einem Land auf der Straße leben.

brabus melden

@RobOtter, Du hast NICHT verstanden was SuperGuppy mit innerer Kündigung gemeint hat.

brabus melden

Wer die hohe Anzahl an Nichtwählern mit schönem Wetter, Faulheit oder sonstigen seichten Begründungen schön reden will hat nicht verstanden, dass die Menschen mittlerweile die Verweigerung ihres demokratischen Rechts auf Wahlen als die einzige Möglichkeit sehen, gegen das etablierte politische System zu demonstrieren, sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene. Außer kostspieligen und inkompetenten Politikern wird man auf diesen Bühnen nichts finden. Marionetten von Finanz- und Wirtschaftsmächten und Hampelmänner der Mafia sind es, die sich unsere Volksverteter nennen. Und das Volk und deren Bedürfnisse gehen denen doch allen am Ar*** vorbei.

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Naja, Protest wäre dann noch eher ungültig zu wählen ( obwohl ich auch das nicht für bsonders gscheit halte, aber man zeigt zumindest, dass es einem nicht egal ist). Nicht zu wählen bedeutet Wurschtigkeit.
Aber mal ein Beispiel, Sie gehen mit einer Gruppe von sagen wir mal 20 Leuten abends weg, weils gemeinsam was unternehmen wollen. Zur Wahl stehen Disco oder Oper. 14 von der Gruppe wollen keinensfalls in die Oper, aber mit der Disco habens auch keine rechte Freude, 10 von denen sind mangels Alternativen sogar so angfressen, dass sie sich entscheiden überhaupt nicht zu wählen. Bei der Wahl stimmen dann 6 für die Oper und 4 für die Disco, also trifft eine Minderheit von 6 Leuten die Entscheidung für Aida, obwohl eine Mehrheit von 14 Leuten das überhaupt nicht wollte.

Und so ist's auch bei politischen Wahlen. Nicht-Wahl bedeutet anderen die Entscheidung zu überlassen und meistens das zu kriegen was man überhaupt nicht will. So gesehen ist's immer noch besser eine Partei zu wählen mit deren Programm man wenigstens so halbwegs übereinstimmt, als durch Verzicht der Stimmabgabe die zu stärken, die überhaupt das Gegenteil von dem wollen, was man selbst für richtig hält.

Und in einem hat @superguppy recht, das Wahlrecht wurde hart erkämpft und eine "innere Kündigung" dieses Recht auszuüben ist das schlimmste das einem Staat (also auch uns selbst) passieren kann. Denn irgendwann hupfen dann wieder die aus dem Kasten, die nach dem starken Mann plärren und dann hamma den Scherm erst richtig auf.

brabus melden

@Higgs, um bei Ihrem Beispiel zu bleiben fehlt aber ein wichtiger Punkt: die 14 (bei der EU Wahl waren es auch mehr als 50%) die nicht gewählt haben oder nichts von den Wahlmöglichkeiten wählen wollten, würden auch nicht in die Oper mitgehen. Außer es sind Umfallertypen ohne Rückgrad, die nicht zu ihrer Meinung stehen, und ich denke der gelernte Österreicher hat Rückgrad. Unser derzeitiges Politsystem läßt aber nicht zu, dass die in Ihren Beispiel 14 Plätze leer bleiben weil sie den Nichtwählern vorbehalten sind. Insofern könnte in naher Zukunft ein noch geringerer %-satz der Wahlberechtigen darüber bestimmen, dass 100% aller Mandate besetzt werden, obwohl die Nichtwähler KEINEN Vertreter haben wollen. Eine Partei zu wählen die man nicht will, ist so wie mit dem Umfaller ohne Rückgrad zu obigem Beispiel. Und wenn weniger als 50% bestimmen, was der Rest zu machen hat, dann ist die Demokratie bereits dem Untergang geweiht. Daher gibts nur 2 Möglichkeiten: Pflichtwahl, um zumindest über 50 % Wahlbeteiligung zu kommen, oder Reduzierung der Plätze (Mandate) entsprechend dem prozentuellen Verhältnis von Wählern (gültige Stimmen) und Nichtwählern (und ungültige Stimme). Das würde neben viel Steuergeldersparnis auch eine Steigerung der Ergebnisse bedeuten, denn zuviele (unnötige) Köche verderben bekanntlich den Brei.

wintersun melden

@brabus: Sorry dass ich mich hier kurz einmische aber ich hätte eine Frage an Sie. Warum bleiben die Leute lieber daheim anstatt eine Partei zu wählen welche den Austritt fordert oder zumindest eine Abstimmung dazu fordert?
Dadurch ändert man faktisch doch nichts wenn man keine EU-Vertreter möchte. Wählt man jedoch eine Partei an die Macht welche den Austritt fordert so KÖNNTE sich was ändern und die ungewünschte Vertretung würde sich auflösen.

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@ brabus
Ja schon, aber welche Botschaft übermittelns denn, wenn Sie nicht wählen? Im Grunde kann das alles heißen - von -"Ich bin mit allem zufrieden" oder "Mir ist alles egal". bis zu "Ich lehne alles ab."
Und eine Partei zu wählen, die zumindest großteils ihre Interessen vertritt ist kein Umfaller ohne Rückgrat, denn wenns auf eine Partei warten, die immer zu 100% Ihre Interessen vertritt, wartens bis zum St.Nimmerleinstag, es sei denn Sie gründen selbst eine ( auch das ist möglich).

Wie auch immer, so schlecht ist dieses Wahlsystem nicht und wenn es etwas gibt das demokratiepolitisch bedenklich ist, dann ist es für mich nicht das Wahlsystem, sondern die Größenordnung. Denn ein gut funktionierender Politiker ist nur einer, dem die persönliche Rückmeldung an der Urne weh tun kann - und das sinkt, je größer die Sache wird. Abgesehen davon führt eine Zentralisierung ( wie eben in der EU) zwangsläufig zum zunehmenden Ignorieren lokaler Anliegen und eine Demokratie führt sich letztlich ad absurdum wenn zig Millionen Unbetroffene über das Schicksal weniger Betroffener entscheiden, eine Interessensdurchsetzung auf diesem Wege also gar nicht mehr möglich ist. Nicht nur aus diesem Grund bin ich überzeugter Gegner jedes politischen Großgebildes, also auch der EU.
Aber wenn ich schon damit leben muss, werde ich nicht auch noch darauf verzichten, die zu wählen, von denen ich glaube, dass sie meine Anliegen zumindest weitgehend vertreten, und damit gleich freiwillig die Entscheidung anderen überlassen.
Aber jeder wie er will.

brabus melden

@wintersun: wie glaubwürdig ist jemand der sich um ein Mandat in jenem Parlament bemüht welches er abschaffen will ?
@higgs: nichtwählen bedeutet, dass man von keinem Politiker der angetretenen Parteien vertreten werden will, denn etweder man fühlt sich als Wähler und Steuerzahler tatsächlich durch diese Volksvertreter repräsentiert oder nicht. Den kleinsten gemeinsamen Nenner, sprich den Politiker der die wenigsten negativen Eigenschaften hat zu wählen, kann nicht die Lösung sein. Und wenn man von solchen Leuten nicht in einem politischen Großgebilde vertreten werden will, dann wählt man solche Leute auch nicht. Würden Sie sich Schuhe einer Kindergröße kaufen nur weil die Schuhe in Ihrer gewünschten Größe nicht verfügbar sind oder würden Sie das Geschäft ohne verlassen?

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Ist natürlich Ihre Entscheidung, wie gesagt. Nur ganz ohne Kompromisse und das Akzeptieren negativer Komponenten wird's nie gehn, denn da Menschen in einer pluralen Gesellschaft unterschiedliche Interessen haben, bräuchtens 8,5 Millionen Partein, wenn jeder nur den haben will, der genau seine Anliegen repräsentiert.
Ich befürchte also Sie müssen noch lange auf Ihre passende Partei "in der gewünschten Schuhgröße" warten, am besten Sie gründen wirklich gleich selbst eine.;-))

... das durchschaut und resigniert. Sie gehen einfach nicht mehr zur Wahl, egal wofür, und grillen lieber mit der Familie im Garten. Die Politik ist nur mehr am Machterhalt interessiert und nicht mehr daran, das Volk und die Gesellschaft positiv weiter zu entwickeln. Daher - innere Kündigung - und das ist das Schlimmste, was einem Staat passieren kann.

Unzufridenheit mit der Politik im Generellen. Die Parteien haben uns vorgeführt, was sie vom Wählerwillen halten - Abschmetterung des Untersuchungsausschusses, Lügen über das Budget etc. Da machen sie was sie wollen und sch.. sich nicht um die Wählermeinung. Dann kommt das "das Volk ist der Souverän" Spielchen, genannt Wahl, wo uns weisgemacht wird, dass wir entscheiden könnten. Die Leute haben ..

wintersun melden

Ehrlich? Alle die ich kenne waren einfach ZU FAUL um hinzugehen, Wirtshaus etc. waren wichtiger! Was nicht heißen soll dass viele aus Protest nicht teilgenommen haben, aber ich bin mir sicher dass ein beträchtlicher Teil einfach drauf gesch*ssen hat.

Ist es nicht zudem so dass man besser ungültig als gar nicht wählen sollte wenn man dadurch seinen Protest ausdrücken möchte?
Vielleicht kann mich da jemand aufklären.

Und "nicht wichtig" ist ja wohl ein verdammt schlechter Scherz! Wer was verändern will soll endlich seinen faulen Hintern bewegen und nicht mit Ausreden kommen wie "wir wurden zu wenig informiert".
Dann geh ins Internet und informiere dich du fauler Hund, überall gibts das heutzutage!!! Wer Veränderung will der muss auch was dafür tun, man kann sich nicht immer alles zum Fernsehsessel herbeitragen lassen!

11223344 melden

wennst nur faule typen kennst bist selbst schuld und wie Superguppy postet ist es auch. keinen politiker interessiert was der wähler denkt und will. ausserdem ist die euwahl doch sowieso nur ein schwindel. was wollen unsere sepperln denn dort bewirken?? nix aber rein gar nix, das ist nur eine verschleuderung von weiteren steuergeldern. daher habe ich nicht einmal eine sekunde an diesen schwachsinn verschwendet und bin lieber in der sonne gelegen anstatt mich zu ärgern. war auch vernünftiger so

wintersun melden

Na dann bleibens mal in der Sonne liegen, ist Ihre Entscheidung. Aber dann steht es Ihnen auch nicht zu sich über ungerechte Entscheidungen der EU-Politiker zu beschweren denn Sie tun ja einen Teufel um daran etwas zu ändern. Ja wir haben wenig Macht in der EU, das ist aber für mich trotzdem kein Grund einfach zu resignieren.
Schlechter kanns nicht werden wenn man als Zeichen seines Protest eine kleine oder EU-kritische Partei wählt, denn damit wird den etablierten Geldeinstreifern Druck gemacht.
Und das hat EU-weit diesmal sehr effizient funktioniert, schön langsam wird die Luft da oben ziemlich dünn und die Politiker nehmen wieder den Willen der eigenen Völker stärker ernst anstatt immer das Lied von der alternativlosen EU zu singen.
Also für mich war diese Wahl nicht sinnlos aber jeder wie er meint.

11223344 melden

träum weiter von heissen eislutschern, es wird sich nie etwas am system ändern. wer schneidet sich denn ins eigene fleisch?? oder eine krähe peckt der anderen kein auge aus oder wie war das?? solange die merkel die eu himmelhoch lobt und verteidigt wird sich auch bei unseren schleimis nichts ändern

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Die EU-Wahl und deren Kosten hätte man sich sparen können und die Abgeordneten aus dem Nationalrat - entsprechend dem Stimmenanteil der Partei - rekrutieren können und sich damit den NR-Bezug oder den EU-Abgeordneten-Bezug sparen können. Die NR-Abgeordneten sitzen eh die meiste Zeit nur rum und überlegen, was sie mit ihrem überzogenen Gehalt machen sollen.

christian95 melden

Seit dem Krieg haben sich SPÖ+ÖVP den gesamten Staat untereinander im Proporz aufgeteilt, egal wie die Wahlen ausgehen. (Richter Staatsanwälte, Polizei, Banken, Flughafen, Energieversorger, Kammern ORF usw.)
Wer Veränderung will muss auch Veränderung wählen! Nicht wählen oder weiterhin SPÖ+ÖVP wählen ändert nichts.

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