Verhaltensknigge von

Was die Sportler in Korea beachten müssen

Südkorea für Anfänger

Verhaltensknigge - Was die Sportler in Korea beachten müssen © Bild: Shutterstock

Heute beginnen die olympischen Spiele in Südkorea. Was unsere Sportler auf der Halbinsel beachten müssen, um sich nicht unfreiwillig in die Nesseln zu setzen, erfahren Sie hier.

Auf der asiatischen Halbinsel im fernen Korea herrscht eine völlig andere Kultur als wir sie hier bei uns in Europa kennen. Da ist es wenig verwunderlich, dass Koreaner auf teils völlig andere Dinge wert legen, als wir. Als Ausländer fehlerfrei durch den koreanischen Alltag zu kommen, ist deshalb nahezu unmöglich.

Die Koreaner gelten zwar als durchaus nachsichtig und freuen sich, wenn man versucht, ihren Sitten und Bräuchen so gut wie möglich zu folgen, es gibt aber auch ein paar Tabus, und darauf sollte geachtet werden. Was aber auf jeden Fall gilt – über ein paar kleine Brocken koreanisch freuen sich die Gastgeber immer!

In diesem Sinne: Gaja! (Los geht’s!)

Trinkgeld ist peinlich

In Südkorea gibt man nicht überall Trinkgeld. In Restaurants oder Bars ist es völlig unüblich. Taxifahrer wiederum freuen sich über ein bisschen mehr. Im Rotlichtmilieu ist übrigens besonders großzügiges Trinkgeld erwartet und gefordert.

Die Begrüßung

Gerade bei der Begrüßung leistet man sich schnell einen Faux-Pas. In Korea wird Höflichkeit groß geschrieben und es gibt zig Begrüßungsfloskeln und –formen. Das Wichtigste: Immer das Alter beachten, was teilweise gar nicht so einfach ist: Älteren Menschen wird mit beiden Händen die Hand geschüttelt. Gleichaltrigen gibt man nur eine Hand. Sich im Vorhinein über das Alter des Gegenübers zu informieren, schadet im Zweifel also nie!

Auch Verneigungen bei der Begrüßung sind nicht unüblich. Der sozial niedriger Stehende verbeugt sich dabei tiefer. Zu den sozial höher Gestellten gehören grundsätzlich Eltern, Lehrer, Vorgesetzte und Amtsinhaber.

Essen und Trinken

Auch beim Essen und Trinken ist das Alter von essenzieller Bedeutung: Schenkt ein Älterer das Glas ein, heißt es, das Glas mit beiden Händen anzuheben. In der Gegenwart von Älteren sollte außerdem nicht frontal das Glas zum Trinken angesetzt werden, sondern eher seitlich getrunken werden. Sich selbst einzuschenken, gilt übrigens als gierig. Besser warten, bis der Gastgeber die Gläser füllt. Dem Tischnachbarn einzuschenken, ist allerdings eine feine Geste.

Ganz wichtig ist auch, die Stäbchen niemals im Reis stecken zu lassen! Das hat mit dem Ahnenkult zu tun. Es gibt fast nichts Schlimmeres, als diese Regel zu verletzen. Auch ein „Anstandsrest“ ist immer übrig zu lassen. Der Gastgeber fühlt sich sonst verletzt, weil er ja offensichtlich nicht genug gekocht hat.

Das leidige Naseputzen

In der Öffentlichkeit sollte sich die Nase nicht geputzt werden. Besser ist es, aus dem Raum zu gehen. Und selbst dann, sollte besser dezent geschnäuzt werden. „Leise“ ist das Stichwort und überhaupt in allen Belangen das Um und Auf.

Nackte Haut

Jetzt im Winter vermutlich nicht das größte Problem für die Wintersportler, aber allgemein gilt, dass nackte Haut in der Öffentlichkeit nicht so gerne gesehen ist.

Küssen in der Öffentlichkeit

Auch Küssen in der Öffentlichkeit ist in dem Land, in dem noch immer viel zwischen Mann und Frau getrennt wird, verpönt. Selbst Händchenhalten sollte man sich nach Möglichkeit verkneifen, um keine Älteren zu beleidigen.

Die Rechte-Hand-Regel

Geschenke, Getränke und Visitenkarten werden in Korea grundsätzlich nur mit der rechten Hand angenommen. Wie wir bei der Begrüßung und auch beim Trinken schon gesehen haben: Will man besondere Wertschätzung ausdrücken – sei es gegenüber Geschäftspartnern oder generell gegenüber älteren Menschen, benutzt man beide Hände.

Ein „Nein“ als Tabuwort

Das Wort Nein existiert in Korea quasi gar nicht. Etwas abzulehnen, gilt als unhöflich. Die Koreaner sind zum Beispiel sehr stolz auf ihre heimische Küche – wenn Ihnen also jemand etwas zum Probieren anbietet, besser nicht Nein sagen.

Schuhe ausziehen

In Tempeln, in den meisten Restaurants und vor allem in Privatwohnungen oder Häusern müssen die Schuhe ausgezogen werden. Üblicherweise hält man in Privatwohnungen und Restaurants auch für Gäste Hausschuhe bereit.

Vor der Toilette – auch in Restaurants – stehen separate Patscherl, meist rote. Und ganz wichtig: niemals mit den roten Slippern in die Wohnung oder das Restaurant zurückgehen!

Kommentare