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Ski-WM: Riesentorlauf-Quali
ist Startschuss für die Exoten

110 Fahrer aus 61 Nationen kämpfen um RTL-Teilnahme, so auch Hubertus von Hohenlohe

Hubertus von Hohenlohe im Mariachi-Look © Bild: imago/ZUMA Press

110 Fahrer aus 61 Nationen umfasste die Startliste der Qualifikation für den Herren-Riesentorlauf bei der WM in Vail/Beaver Creek. Die Schnellsten 25 sowie weitere 25 Fahrer dürfen am Freitag nach den 50 Topfahrern, die fix für den vorletzten Herrenbewerb in Beaver Creek fix gesetzt sind, ins Rennen gehen. Mit dabei in der Qualifikation war wie immer Hubertus von Hohenlohe.

Der "Prinz" wie Hubertus von Hohenlohe landläufig gerufen wird, geht zum 16. Mal seit 1982 bei einer WM an den Start. Natürlich wieder für Mexiko, wo der in Spanien aufgewachsene und in Österreich und Liechtenstein lebende Sohn von Ira Fürstenberg und Alfonso Hohenlohe-Langenburg 1959 geboren worden ist.

Der sechsfache Olympia-Starter hat diesmal so etwas wie ein ganzes Team an seiner Seite. Auch die ehemalige US-Weltcupfahrerin Sarah Schleper de Gaxiola startet dank Hochzeit erstmals für Mexiko, in der Organisation hilft wie immer Kilian Albrecht.

Hubertus, das Vorbild für die Amateurrennfahrer

2014 trat der der mittlerweile 56-jährige Fotograf, Musiker und Rennfahrer Hohenlohe im "Mariachi-Outfit" an. Das Renndress im Stil der mexikanischen Musiker-Tracht sorgte ebenso für Aufsehen wie sein "Desperado-Look" 2010 bei Olympia in Kanada. Hohenlohe weiß freilich, dass er chancenlos auf vordere Plätze ist und Glück hat, wenn er es ins 100 Fahrer umfassende WM-Starterfeld schafft.

Hubertus von Hohenlohe bei Olympia
© Clive Rose/Getty Images Hubertus von Hohenlohes Mariachi-Outfit

"Aber darum geht es nicht. Ich fahre für alle hier lebenden Mexikaner. Ich bin das Vorbild für alle klassischen Amateurrennfahrer", erklärte er in der "Vail Daily". Auf seinem Helm kleben Sticker mit all seinen bisherigen WM-Anzügen.

Die ungeliebten Exoten

Gleich geblieben ist, dass sich die "Exoten" bei der WM etwas ungeliebt fühlen. Das, obwohl sie in Colorado auf jener von einer großen Tribüne umfassten Piste in Vail fahren durften, auf der zuvor der WM-Teambewerb stattgefunden hatte. Allerdings zeitgleich mit dem ersten Durchgang der Damen in Beaver Creek. Für die schnellsten Sechs der Qualifikation wurde dafür am Abend eine eigene Zeremonie vor der Siegerehrung für den Damen-Riesentorlauf auf der Solaris-Plaza eingebaut.

Hubertus Hohenlohe mit Anhang
© GEPA pictures/ Andreas Pranter Hubertus von Hohenlohe ist in Vail angekommen

"Seit ich dabei bin, wurden die kleinen Nationen immer auf die Seite geschoben", fordert Hohenlohe aber Fernsehen auch bei der Qualifikation. "Die Würze einer WM ist, dass Leute wie ich mitfahren. Wir zeigen, dass man auch im Alter noch Sport betreiben kann. Und wenn sie das nicht zeigen, werden sich die TV-Sender eben etwas anderem zuwenden."

Der Hoffnungsträger von den Cayman Islands

Deutlich aussichtsreicher als Hohenlohe war Dean Travers von den Kaimaninseln. Der 18-Jährige ist in der Riesentorlauf-Weltrangliste die Nummer fünf seiner Altersklasse, trainiert dank wohlbestalltem Elternhaus viel in Aspen und wird seit vergangenem Dezember von Thomas Vonn gecoacht.

Dean Travers bei Super-G
© lain Grosclaude/Agence Zoom/Getty Images Dean Travers ist ein viel versprechendes Talent

"Er ist wirklich gut", sagte der Ex-Ehemann von Lindsey Vonn, die trotz Scheidung und neuer Beziehung mit Golfstar Tiger Woods den Ehenamen nicht abgelegt hat. Vonn leidet mit dem bisher nur mäßig erfolgreichen US-Team. "Natürlich will auch ich gerne die Amerikaner siegen sehen. Aber wir haben ja noch Ted Ligety, Mikaela Shiffrin und einige andere", gab er sich zuversichtlich.

Ex-Mann hat nette Worte für Lindsey Vonn

Dazu gehöre natürlich auch seine Exfrau. "Sie ist zur erfolgreichsten Skifahrerin aller Zeiten geworden und in jedem Rennen eine Sieganwärterin", fand Vonn in einem Gespräch mit der APA trotz der schmutzigen Scheidung im Jahr 2011 bzw. 2012 nette Worte: "Ich wünsche ihr einfach nur das Beste."

Technischer Delegierter der Qualifikation war Kitzbühels OK-Chef Michael Huber. Der Tiroler machte die Teamchefs eindringlich darauf aufmerksam, dass es sich um eine WM handle und damit auch die dementsprechenden Ausrüstungsregeln gelten würden.

Außerdem müssten die Startintervalle eingehalten werden, was vor zwei Jahren auf der Reiteralm in Schladming vielfach nicht der Fall gewesen war. "Wir wollen möglichst niemand disqualifizieren", so Huber.

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